Frage von fragehoch2, 179

Ärger mit der Rentenkasse - benötige Rat?

Hallo. Kurz zu meiner Lage. Ich bin 23 Jahre jung und beziehe befristete Erwerbsunfähigkeitsrente. Ich habe versucht über das Arbeitsamt wieder ins Arbeitsleben zu finden, was aber nicht funktionierte, denn "Sie bekommen ja noch Geld von der Rentenkasse, warum sollten wir für Sie eine betreute Ausbildung bezahlen?-Immerhin würde sie sehr viel kosten". Also wurde mir geraten mich an die Rentenkasse zu wenden. Dort schickte ich mit samt Befundberichten (diese sind positiv zu werten) einen Antrag auf "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben" (Reha) ein.

Nach 6 Monaten Funkstille schickten sie mir wieder den gleichen Brief: Sie brauchen einen Befundbericht meiner Psychiaterin. Ich schrieb diese an und fragte, wozu ein weiterer nötig ist. Immerhin war ich bei meiner Psychiaterin seit der Antragsstellung nicht mehr (Bin mittlerweile von dem Psychopharmaka los, daher keine Termine). Als Antwort kam heute ein Brief, dass der alte Befundbericht nicht genügen würde.

Ich habe es satt. Ich bin 23 Jahre jung, versuche selbst, dass ich wieder den Einstieg finde. Bezahle mit der Leistung der EU-Rente ein Fernstudium, damit ich dann eine bessere Chance habe, als mit meinem aktuellen qualifizierten Hauptschulabschluss. Dies schrieb ich der Rentenkasse auch. Auch, dass meine Psychiaterin nichts anderes schreiben kann, als wie beim letzten Bericht, da ich nicht mehr bei ihr war.

Sie wollen jetzt innerhalb von 10 Tagen den Befundbericht, ansonsten wird mein Antrag abgelehnt. Problem dazu ist auch, dass die Wartezeit auf einen Termin bei mindestens 2 Monaten liegt.

Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich hab das Gefühl, als wollen sie mich vertrösten. Wenn die zugeschickten Befunde schon nicht genügt haben, warum schicken sie mich nicht zu einem anderen Psychiater, der das "testen"/feststellen soll bzw. seine Einschätzung abgeben könnte? - Zum Folgeantrag (was dem Moment der Antragstellung auf Teilhabe im Arbeitsleben überschneitet) schickten sie mich ja auch dann anschließend nochmal zu einem "externen" Psychiater.

Mir wurde schon gesagt, dass es wohl sehr schwer ist, aus der Erwerbsunfähigkeitsrente rauszukommen, da die Reha-Maßnahme viel Geld kostet. Aber bin ich denn nur eine Nummer im Aktenschrank?

Ich bitte um Antwort/Rat, da ich nicht mehr weiter weiß und leider keinen im meinem Umfeld hab, der mir da weiterhelfen kann.

Ich danke!!

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Rente, 94

Wenn du weiter rente haben willst, bzw. Hilfe bei der Wiedereingliederung wird die RV ein erneutes Gutachten anfordern. Dabei bist du zur Mithilfe verpflichtet.

Die Arbeitsagentur hat in der Tat z.Zt. nichts mit dir zu tun.

Dort kannst du dich nur ganz normal "arbeitssuchend" melden.

Antwort
von Klausi111111, 71

Hallo fragehoch2,

alleine schaffst Du das niemals, Dich mit der Rentenversicherung auseinanderzusetzen. Du musst in einen  Sozialverband eintreten (entweder SoVD oder VDK). Die haben dort sehr kompetente Fachanwälte für Sozialrecht. Nur die können Dir helfen.

Auch wenn das alles sehr lange dauern wird - bei mir hat die Rentenangelegenheit 5 Jahre gedauert - es lohnt sich. Zähne zusammenbeissen - es wird einem nichts geschenkt, die Rente schon gar nicht. Beide Parteien kämpfen um Geld. Da Du der Gewinner sein möchtest, musst Du wirklich viel dafür tun. Es geht um Dein Leben, kämpfe !

Ich habe mir folgenden Leitsatz immer wieder gesagt: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich habe mich gerächt für erlittenes Unrecht, da ich als behinderter Mensch auf die Welt kam und jahrelang schikaniert und gedemütigt wurde.

Nun, da ich gewonnen habe, plane ich eine Auswanderung in ein anderes Land. Das schaffe ich auch noch, da ich positiv denke.

Klausi111111


 

Antwort
von Dickie59, 86

Hallo

der Rentenversicherungsträger wird erst eine Teilhabe am Arbeitsleben (Umschulung oder berufsfördernde Wiedereingliederung) fördern, wenn festgestellt wird, das dein Leistungsvermögen stabil ist.

Auch deine Umschulung kostet allen Beitragszahlern viel Geld, deshalb wird hier abgewogen, denn es macht keinen Sinn, wenn du die Umschulung hast (in der Regel 2 Jahre) und dein Leistungsvermögen sagt immer noch unter 6 Stunden aus.

Dann war alles umsonst. Es ehrt dich, wenn du gern arbeiten möchtest, du darfst ja auch bis 450€ monatlich  zuverdienen, aber das wars wohl.

Wenn das psychosomatische Gutachten/Arztbericht eine Leistungsvermögen über 6 Stunden aussagt, dann muss die DRV prüfen.

Und ehrlich, es wird nicht mit der Vergabe von Erwerbsminderungsrenten rumgeschmissen, demzufolge hast du schon als so junger Mensch und wahrscheinlich vorfristige Wartezeiterfüllung Glück gehabt, die Unterstützung der Gesetzlichen Rentenversicherung zu bekommen.

Beste Grüße

Dickie59

Antwort
von diroda, 68

Du brauchst Hilfe. Gegen die Rentenkasse kommst du allein nicht an. Entweder einen Fachanwalt für Sozialrecht bezahlen oder einen Antrag auf Kostenübernahme stellen oder im VDK Mitglied werden. Dann bekommst du kostenlosen Rat. Die Adresse bekommst du über www.vdk.de Landesverband - Kreisverband - Ortsverband - zur Rechtsberatung gehen.

Antwort
von fragehoch2, 74

Ich fass es nicht. Ich hab bei der Rentenversicherung angerufen und gefragt, warum sie das Formular nochmals haben wollen. Als Antwort kam "Tut mir Leid Frau XVZ, aber wir noch nichts von Ihnen bekommen, drum haben wir Ihnen ja nochmals das Formular zugeschickt". Jetzt kam raus, dass meine Psychiaterin (zumindest laut Rentenkasse) den Befundbericht nicht zugesendet hatte. Ich bin froh, dass mir die Rentenkasse jetzt 1 1/2 Monate Zeit gegeben hat, um dieses Formular einzureichen. Jetzt mal hoffen, dass ich es von einer Terminwartezeit von 6 Monaten auf 1 Monat schaffe. 

Antwort
von Berni74, 21

Wende Dich doch mal an den VdK, vielleicht kann Dir da jemand helfen:

http://www.vdk.de/deutschland/

Antwort
von kevin1905, 63

VdK!!

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