Frage von crazykris1992, 109

Ärger bei Auszug aus der Wohnung- was tun?

Mieter A wohnt in einer schönen Wohnung, allerdings teuer und ungünstig gelegen. Über eine Wohnungsanzeige im Internet entdeckt er ein günstiges WG-Zimmer, bei dem auch sonst die Anforderungen zu stimmen scheinen. Die Besichtigung verläuft sehr gut und Mitbewohner B und C scheinen sehr sympathisch.

Es ist Ende Januar und da der Vermieter einverstanden ist, wird ein Einzug zum 1. März vereinbart. Bis dahin hat Mieter A dann auch Zeit, das Zimmer zu streichen und die Mitbewohner besser kennen zu lernen. Leider fand Mieter A heraus, dass Mitbewohner C ständig auf Drogen und nie nüchtern ist und mit der Zeit merkte er, dass Mitbewohner C immer mehr bevormundend und leicht aggressiv wurde.

Daraufhin beschloss Mieter A (der zu diesem Zeitpunkt schon den Schlüssel hatte), heimlich die schon in die Wohnung gestellten Sachen zu holen, um einem aggressiven Gespräch zu entgehen. Anschließend wurde den Mitbewohnern der Auszug per Whatsapp mitgeteilt, woraufhin es heftige Beschimpfungen und Beleidigungen hagelte. Der Vermieter reagierte beim Anruf erstmal verständnisvoll. Dann schrieb er allerdings eine Mail, dass die drei Monate Kündigungsfrist einzuhalten sind und die Miete bis dorthin zu zahlen ist. Er hat ja auch die Kaution von 700 und die erste Miete von 250 Euro ist auch schon bezahlt. Umgehen könne man das nur, wenn ein Nachmieter einzieht.

Auf Nachfrage bei Mitbewohner B wurde deutlich, dass sich jetzt ordentlich Zeit gelassen wird für die Nachmietersuche. Auf eine Mail des Mieter A an den Vermieter, in der von außergewöhnlicher Belastung und bitte um Auflösung des Mietverhältnisses gesprochen wurde, reagierte der Vermieter nicht. Währenddessen hagelte es massive Drohungen seitens Mitbewohner C, dass was passiere, wenn der Schlüssel nicht bald da sei.

Mieter A möchte keinesfalls großen Ärger und nur zur Polizei gehen, wenn es wirklich notwendig ist, um nicht noch mehr Ärger zu verursachen. Er möchte nur sein Geld zurück. Was könnte man an seiner Stelle tun?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo crazykris1992,

Schau mal bitte hier:
Polizei Wohnung

Antwort
von peterobm, 65



Auf Nachfrage bei Mitbewohner B wurde deutlich, dass sich jetzt ordentlich Zeit gelassen wird für die Nachmietersuche


Dafür ist der ausgezogene Mieter zuständig NICHT der Vermieter oder die WG. Die Kündigungsfrist ist einzuhalten. Solange er noch Mieter ist, hat er auch die Schlüsselgewalt. 

Eine WG, nur ein Zimmer und das noch unmöbliert gemietet? http://www.mietrecht.org/untervermietung/kuendigungsfristen-untermietvertrag/#a-...

Antwort
von DerHans, 17

Verträge sind einzuhalten.

Aus welchem Grund du deinen Vertrag NICHT einhältst, kann dem Vermieter egal sein. Er hat dein Geld ja bereits und kann sich daran schadlos halten.

Mit der Suche nach einem geeigneten Nachmieter kann man sich jetzt tatsächlich Zeit lassen.

Wenn du nicht schriftlich diesen Vertrag kündigst, fängt die Kündigungsfrist eben erst an, wenn die Kündigung dem Vermieter vorliegt.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 32

Nun fragt Berater G beim Mieter A nach, ob denn die ordentliche und schriftliche Kündigung dem Vermieter schon zugestellt sei, wobei Berater G voraussetzt, dass Mieter A einen Mietvertrag allein mit dem Vermieter abgeschlossen hat und nicht etwa mit den Mieter B und C eine Mieterpartei bildet. Mieter A wird zu einem Zeitpunkt sein Geld zurück erhalten, der durch den Zugang der Kündigung beim Vermieter bestimmt wird. Dieser Zeitpunkt könnte sich bis zum 31.12.2017 hinauszögern, wenn der Mietvertrag des Mieters A die Abrechnung von Betriebskosten vorsieht und die Abrechnungsfrist dem Kalenderjahr folgt. Der Mieter A hat dem Vermieter eine Kaution - "sein Geld" - übergeben. Die bereits gezahlte Miete für Monat März 2016 ist nicht mehr sein Geld sondern das gehört jetzt dem Vermieter. Ein Großteil der Kaution könnte bis zu 6 Monate nach Mietvertragsende vom Vermieter zurück gehalten werden.

Falls also ein Einzelmietvertrag vorliegt, kann Mieter A bis zu seinem Auszug nach Kündigung dem Vermieter einen Nachmieter präsentieren wobei der Vermieter diesen Nachmieter nicht akzeptieren muss. Für den Fall, dass der Vermieter den Nachmieter akzeptiert, müsste der Vermieter mit diesem einen Mietvertrag abschließen und Mieter A aus dem alten Mietvertrag schriftlich entlassen.

Antwort
von Interesierter, 23

Hier ist ein rechtsgültiger Mietvertrag zustandegekommen. 

Das heisst auf der einen Seite, dass Mieter A die Kündigungsfrist einzuhalten und während dieser Zeit die Miete zu zahlen hat.

Und es heisst auf der anderen Seite, dass dem Mieter während dieser Mietzeit die Nutzung der Wohnung zu gestatten ist. Der Schlüssel wird erst zum Ende der Mietzeit zurückgegeben und die anderen Mitbewohner haben im Zimmer von Mieter A nichts verloren.

Wenn die Beleidigungen vom Vermieter ausgesprochen wurden, wäre evtl. Eine fristlose Kündigung möglich.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, Vermieter, Wohnung, 12
Wenn jeder Bewohner einen eigenen Mietvertrag hat, ist keiner der Bewohner Vertragspartner von Dir und Du musst es auch nicht mitteilen.

Kündigen musst Du fristgerecht schriftlich beim Vermieter und das am Besten per Einwurfeinschreiben.

Die Kündigungsfrist musst Du einhalten, wenn es keinen Nachmieter gibt 

Der Vermieter kann sich aussuchen wen er als Nachmieter haben will und kann auf einen "passenden" Mieter Nachmieter warten.

 Immer noch den guten alten Brief benutzen und dann als Einwurfeinschreiben.

Muss er nicht drauf reagieren, weil der Grund nicht ausreicht um vorzeitig aus dem Vertrag zu kommen.

Wenn Du wirksam gekündigt hast, kannst Du bis zum Ende der Kündigungsfrist den Schlüssel behalten musst aber Besichtigungen zulassen.

Die Mitbewohner haben gar nichts zu fordern, sie sind nicht Vertragspartner von Dir.

Die Miete wird zu nicht zurückbekommen, allenfalls die Kation und damit kann sich der Vermieter auch noch Zeit lassen.



Antwort
von imager761, 35

Tatsächlich hast du den nach Schlüsselempfang und Mietzahlungen konkludent zustandegekommenenen Mietvertrag gegenüber dem Vermieter genauso zu erfüllen, wie er es fordert :-O

Dein Irrtum in der Sache, die "Mitbewohner B und C scheinen sehr sympathisch", obwohl (oder weil?) "Mitbewohner C ständig auf Drogen und nie nüchtern ist", hat er als dein Vertrgspartner nicht zu vertreten noch stellt dies eine "Minderung der vertragsgemäßen Tauglichkeit der Mietsache" dar :-)

Da bekommt man kein Geld zurück, sondern schuldet es während er Kündigungsfrist, ob man die überlassene Mietsache nutzt oder nicht :-O

Ob er deinen Nachmieter überhaupt akzeptiert und wann neuer Mievertrag geschlossen würde, bestimmt der Vermieter. Und selbstvertändlich haben die WG-Bewohner da ein Mitspracherecht, wer aufgenommen werden soll.

Die Polzei hat mit dieser Vertragsfreiheit oder Bewerberentscheidungen nun ebensoweinig zu tun wie sie zu entscheiden hätten, wie es um deinen glasklaren Mietvertrags- und Zahlungspflichten bestellt wäre

G imager761


Kommentar von DerHans ,

Wegen der Drohungen des "Mitbewohners" ist die Polizei schon zuständig.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 25

Was könnte man an seiner Stelle tun?

Form-, nicht per Whatsapp oder ähnlich elektronischem Kram,  und fristgerecht den mündlich zustande gekommenen Mietvertrag kündigen und bis zum Ende der Kündigungsfrist Miete zahlen.

Vorausgesetzt er hat einen alleinigen Mietvertrag.

Antwort
von TrudiMeier, 24

Mieter A könnte erstmal form und fristgerecht kündigen, drei Monate Kündigungsfrist einhalten und auch solange Miete zahlen.  Eine Künigung hat schriftlich zu erfolgen, d. h. per Brief mit Unterschrift und nicht per e-mail oder WhatsApp. Solange das nicht geschehen ist, bleibt er weiterhin Mieter und damit auch verpflichtet Miete zu zahlen. Selbstverständlich kann er sich nach einem Nachmieter umsehen, den der Vermieter nicht akzeptieren muss. Der Vermieter kann auf Einhaltung der Kündigungsfrist bestehen. Es ist seine Entscheidung wann er das Zimmer weitervermietet, nicht die des Mieters

Antwort
von Novos, 29

Den Nachmieter schlägt der Mieter dem Vermieter vor, der den Vorschlag nicht annehmen muss.

Antwort
von HaraldSchD, 21

Es sollte auch eine schriftliche, fristgerechte Kündigung per Einschreiben vorliegen. Sonst kann es A passieren, das er weiterhin Mieter ist.

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