Frage von Frazii143, 85

Ängstliche Babykatzen, was kann man tun?

Hallo, also meine Schwester hat sich 2 Babykatzen (9 Wochen alt) gekauft und die sind total ängstlich, die verkrichen sich in die hintereste Ecke und kommen kaum raus, sie fressen und trinken nicht. Auch als wir sie abgeholt haben, waren sie total ängstlich, genau wie das Mutter und Vatertier. Die Babies sind auch immer ganz ruhig und mauzen nur, wenn sie einander nicht mehr sehen, obwohl es Siam Katzen sind die ja eigentlich "gesprächig" sind. Und es ist auch nicht so als hätten wir keine Ehrfahrung mit Katzen, wir hatten insgesamt schon 8 Katzen und die Katze meiner Mutter hatte damals auch mal Babies und meine Mutter sagte die warn alles andere als ängstlich, sie waren voller Neugier und zutraulich. Ich habe die Vermutung das sie vielleicht misshandelt wurden sind. Aber vielleicht kann mir ja jemand weiter helfen. Danke im Vorraus!!!

Okay, also heute ist der 29.09 und es ist schon einwenig her. Schon noch 2-3 Tagen nach dem ich diese Frage gestellt habe sind die Kätzchen zutraulicher geworden und finden zu Treteln und Schnurren an. Seit dem gibt es keine Probleme.

Expertenantwort
von maxi6, Community-Experte für Katzen, 16

Ihr seid da einem Vermehrer und keinem verantwortungsvollen Züchter aufgesessen, aber da ihr die Babies ja schon habt solltet Ihr einfach das folgende beachten:

Bei vielen Katzen, die an einen neuen Ort kommen ist es so, dass sie sich erst mal verstecken. Lasst das ruhig zu, stellt aber Futter, Wasser und Katzenklos da auf, wo sie stehen werden und lasst vor allem nachts alle Türen dahin offen.

Viele Katzen gehen nachts, wenn die 2-Beiner schlafen auf Entdeckungsreise, wobei sie meist auch fressen und das Klo benützen.

Lockt die Katzen mit Kussgeräuschen aus ihren Versteck, vermeidet es, sie in den nächsten paar Tagen anzufassen. Evtl. könnt ihr sie auch mit ner Katzenangel oder einfach nem Stück Schnur zum Spielen aus der Reserve locken. Aber geht das langsam und mit viel Geduld an.

Vermeidet auch vorläufig laute Musik, Geräusche, Gelächter etc. sondern redet mit leiser Stimme mit den Katzen, auch wenn sie sich versteckt halten.

Die Katzen müssen nicht unbedingt misshandelt worden sein, aber wenn eine Katze nicht an Menschenhände, die streicheln und liebkosen, gewöhnt sind, dauert es immer einiges länger, bis sie zutraulich und sicher werden.

Ihr werdet alle viel Geduld und Liebe aufbringen müssen, bis die Katzen sich an Euch gewöhnt haben, aber ich bin sicher, dass auch die Beiden mit der Zeit sicherer und nicht mehr so ängstlich werden.


Antwort
von Lycaa, 54

Ein seriöser Züchter gibt keine Katzenwelpen mit 9 Wochen ab, sondern frühestens mit 12 Wochen und grundimunisiert. Das hätte euch schon stutzig machen müssen.

Bei Katzen"züchtern" die Katze und Kater gleichzeitig halten, bin ich auch erst mal skeptisch.

Wenn beide Elternteile ängstlich und nicht zutraulich sind, dann haben sie keine vernünftige Familienanbindung, genausowenig wie die Eltern.

Ich würde also sagen, dass ihr einem unseriösen Vermehrer aufgesessen.

Man kann 100 Jahre Katzen gehabt haben, wenn man sich sonst nie mit dem Thema Katze auseinandersetzt, bleibt man Anfänger und dann passieren so Fehler.

Was Ihr machen könnt:

Versuchen den Kauf rückgängig zu machen. Was bei einem seriösen Züchter ginge, der Vermehrer wird es verweigern.

Ansonsten mit viel Geduld auf die Kätzchen eingehen, ihnen die Möglichkeit geben, sich in ihrem eigenen Tempo eingewöhnen, vielleicht wird das dann in einiger Zeit und sonst akzeptieren, dass sie vielleicht nie die tollen Schmusekatzen werden.

Kommentar von Naiver ,

Ja, den beiden armen Würmern das schenken, was sie in ihrem (sehr zweifelhaftem) Zuhause nicht hatten: Ruhe und Vertrauen. Wie bei Lycaa sträuben sich mir die Nackenhaare: Verängstigte Elterntiere, Abgabe nach 8-9 Wochen... arge Zweifel!

Frazii, ihr müsst sie beiden jetzt bitte ganz in Ruhe lassen und immer frisches Wasser für sie hinstellen, in einem Gefäß, das niedrig genug ist! Und nur immer frisches, bestes Nassfutter! (Bitte Suchfunktion hier in GuteFrage nutzen, das Futterthema ist sehr umfangreich)   :- )

Antwort
von Naiver, 19

...und die Fortsetzung:
Ja, die beiden hatten ganz offenbar bereits schlimmsten Stress!

Hummeldumm hatte es gesagt: Stell du dir vor, dass du vielleicht 4-jährig, urplötzlich von Zuhause weggeschnappt wurdest, überall von Fremden herrisch hinweggehoben und umhergetragen wurdest. Dann völlig fremde Gerüche und Geräusche, fremdes Essen... deine kleine Welt wäre zerstört!

So muss es den beiden gegangen sein - sie brauchen jetzt Zuverlässigkeit und Ruhe. Ich habe gute Erfahrungen mit leichter leiser klassischer Musik gemacht, die haben nicht nur bei Katzen beruhigende Wirkung gehabt. Das lernte ich bei einem Bauern mit kleinem Viehbestand kennen.

Ein/zwei Tage/Nächte unbedrängter Ruhe sind vielleicht ganz gut, um diesen Stress der Kleinen etwas beruhigen zu lassen, dann könnte man ihnen gaaanz vorsichtig deine Hand (auf keinen Fall aufdringlich grabschen!) anbieten, daran zu schnuppern.
Nicht gleich sofort, aber nach etwas sichtbarem Interesse der Kleinen an den angebotenen Fingern (die Viecher sollten besser von sich aus kommen), könnte nun - wie gesagt NICHT aufdringlich mit "Gutschi-Gutschi..." und erschreckendem Wangenschmusen - langam eine Nähe mit zärtlichem Kraulen zu ihnen erzeugen.

Sagt einmal, die Futterfrage der Kleinen ist geklärt?
Nicht, dass die nach ihrem Stress jetzt auch noch Magen-/Darmprobleme bekommen. Erstmal müssen sie zuverlässig leicht verdauliche aber protein- und fettreiche Kost kein Öl! (gerne wechselnde Vollnahrung, per Suche hier in GuteFrage) im Wachstum bekommen. Im ganzen ersten Jahr gerne drei/vier Mahlzeiten am Tag.
Alles Gute euch, auf dass sie sich prächtig bei euch entwickeln.
Öhm, die krähende Gesprächigkeit kommt sicher noch - jetzt muss erstmal der Schock verarbeitet werden. :- )


Antwort
von Naiver, 36

Sorry, hatte meinen Beitrag aus Versehen unter Lycaas geschrieben...

Ja, den beiden armen Würmern das schenken, was sie in ihrem (sehr zweifelhaftem) Zuhause nicht hatten: Ruhe und Vertrauen. Wie bei Lycaa sträuben sich mir die Nackenhaare: Verängstigte Elterntiere, Abgabe nach 8-9 Wochen... arge Zweifel!

Frazii, ihr müsst sie beiden jetzt bitte ganz in Ruhe lassen und immer frisches Wasser für sie hinstellen, in einem Gefäß, das niedrig genug ist! Und nur immer frisches, bestes Nassfutter! (Bitte Suchfunktion hier in GuteFrage nutzen, das Futterthema ist sehrumfangreich)   :- )

Antwort
von Hummeldumm, 44

Ist doch klar, dass sie ängstlich sind. Sie wurden ihrer Mutter weggenommen und sind jetzt in einer völlig fremden Umgebung. Die Kitten, die ihr damals hattet, wurden bei euch geboren und hatten ihre Mutter um sich herum. Da fühlten sie sich sicher. Natürlich haben sie sich anders verhalten.

Ihr bracht jetzt viel Gedud. Gebt den beiden Zeit, bedrängt sie nicht. Haltet Abstand, aber sprecht beruhigend auf sie ein. Nach einer Weile könnt ihr vielleicht eine kleine Maus werfen und so den Spieltrieb der Kätzchen ausnutzen. Aber seid nicht enttäuscht, wenn es noch nicht sofort klappt. Wie lange habt ihr die Katzenbabys denn schon?

Und keine Sorge, wenn sie alleine sind, werden sie schon essen und trinken. Aber vor euch haben sie jetzt erstmal Angst, daher verkriechen sie sich.

Kommentar von Frazii143 ,

Ja, man würde vielleicht glauben, dass sie so ängstlich sind, weil sie ihrer Mutter entrissen wurden, aber wie schon gesagt, bei denen Zuhause, wo Mutter und Vater dabei waren, waren sie ebenfalls ängstlich, genau wie Mutter und Vater selbst. Man konnte regelrecht sehen, dass sie sogar vor dem eigentlichen Besitzer Angst hatten.

Seit 4 Tagen.

Antwort
von McSaege, 50

Die Katzen brauchen Zeit um sich an die neuen Umstände zu gewöhnen. Wir haben damals eine schwer misshandelte Katze von einer Auffangstation bekommen, sie brauchte sehr lange um Vertrauen aufzubauen. Heute ist sie 14 Jahre alt und Ruhe selbst.

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