Änderungen an Berufsunfähigkeits-Versicherung wegen altem Tarif nicht mehr möglich?

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8 Antworten

Ich denke Du meinst in der Tat die sogenannte Nachversicherungsgarantie (NVG) bei bstimmten Ereignissen und nicht eine prozentuale Dynamik die jetzt eingeschlossen werden soll.

Eine Erhöhung auf Grund einer NVG ist immer ein separater Vertrag. Das Recht der NVG steht Dir vertraglich zu, aber da gibt es prinzipiell zwei oder drei verschiedene Regelungen. Manche Versicherer schreiben (und das findet man nur bei neueren, reinen BUs, nicht bei Kombiprodukten) dass alle bei Vertragsschluss des ursprünglichen Vertrages geltenden Regelungen (außer die NVG, damit es nicht eine NVG auf eine NVG gibt) für die Erhöhung übernommen werden.

Man findet häufig aber auch die nachfolgende Regelung (so oder so ähnlich): "Die einzelne Nachversicherung ist ein selbstständiger Versicherungsvertrag, der zu einem für neu abzuschließende Berufsunfähigkeits-versicherungen geltenden, mit dem bisherigen vergleichbaren Tarif abgeschlossen wird.
Für die Nachversicherung gelten die für den neuen Tarif maßgeblichen Versicherungsbedingungen mit Ausnahme einer dort eventuell vorgesehenen Nachversicherungsgarantie."

Wenn nun die Gesellschaft die zweite Regelung hat und aktuell keine BU mehr anbietet, OK dann gibt es Probleme in der Umsetzung.

Der dritte Fall betrifft Kombiprodukte wo ggf. auch der Trägervertrag (z.B. Renten- oder Kapital-LV) erhöht werden muss. Dass ist dann schon schwieriger (siehe Beitrag von Bleistein).

Trotzdem, ich bin mir sicher dass das Argument der Versicherugn so nicht zieht. Logisch wäre das höchstens wenn, wie gesagt, die Gesellschaft aus dem BU-Geschäft zwischenzeitlich komplett ausgestiegen ist und die Erhöhung zu aktuellen Bedingungen erfolgen müsste. Aber auch in diesem Fall ist m.E. eine simple Weigerugn der Gesellschaft nicht akzeptabel.

Was sagt denn Ihr damaliger Berater / Vermittler. ?

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Die Begründung erscheint mir aus fachlicher Sicht nicht einleuchtend. Aus technischer Sicht kann ich mir schon vorstellen, dass es Schwierigkeiten gibt das umzusetzen (ist mit den EDV Systemen immer so eine Sache...) aber da sollte man eigentlich erwarten können, dass eine Lösung gefunden wird, da die Option dir vertraglich zusteht.

Zu beachten ist, dass es bei den Nachversicherungsgarantien häufig eine Altersgrenze gibt, bis wann sie in Anspruch genommen werden können. Wenn du dieses Alter schon überschritten hast, fällt diese Möglichkeit weg. Aber wenn das der Fall wäre, wäre das ja in der Begründung erwähnt worden.

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Vielleicht nennst du einfach mal Anbieter, Tarif, Abschlussjahr und ob es sich um eine Solo-BU handelt oder eine BUZ. Auch dein Alter ist ggf. relevant.

Dann wären die Antworten hier wohl ein wenig konkreter und fallbezogener. Du siehst ja selbst es gibt hier mehrere Szenarien die denkbar wären.

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Die Berufsunfhähigkeitsversicherung als solches ist ja eine reine Risikoversicherung. Hier gab und gibt es bei den Anbietern verschiedene Nachversicherungsgarantien zu bestimmten Anlässen. Diese sollten in den Bedingungen verankert sein und Dir garantiert zu Verfügung stehen.

Allerdings haben wir heute die Situation, dass Anbieter ihre Tarife für die klassischen Lebens- und Rentenversicherungen dicht machen. Und das kann für Kombiprodukte (Leben+BU) bedeuten, dass die Erhöhung technisch nicht mehr geht. Falls Du also so ein Kombiprodukt hast, dass eventuell sogar noch mit einem steuerlich geförderten Trägertarif (Rürup- oder Basisrente) gekoppelt ist, dann ist das problematisch.

Meiner Meinung nach sollte man Dir aber eine Lösung anbieten können, um die ausgesprochenen Garantien auch einzulösen. Wenn die Voraussetzungen also gegeben sind und Du fristgemäß die Gesellschaft informierst und aufforderst, dürfte man Dir m.E. die Erhöhung nicht verwehren.

Bedingungen also noch einmal prüfen und ggfs. Versicherungsobmann einschalten.

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Hallo, wenn nach den Bedingungen bei Abschluss die Nachversicherung noch greift, ist das bisher bei meinen Kunden und Anbietern klein Problem gewesen. Wenn z.B. 50% der BU höhe versichert werden kann, dann wurde ein zweiter Vertrag mit der Summe nach neuen Bedingungen abgeschlossen ohne Gesundsheitsfragen. Die Aussage kann ich nicht nachvollziehen. Welcher Anbieter ist das? Gruss constein

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Der Versicherungsvertrag ist eigenständig zu betrachten, unabhängig einer möglichen Vertriebsbeendigung des Versicherungsproduktes seitens des Versicherers. Wenn dein Versicherungsvertrag in den Klauseln eine Prämienanpassung durch den Versicherungsnehmer (du) gestattet, darfst du das tun. Schau mal in deiner Police, ob dies dort beschrieben ist.

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Änderungen an Berufsunfähigkeits-Versicherung wegen altem Tarif nicht mehr möglich?

Hier kommt es darauf an, in welchem Jahr die BU abgeschlossen wurde.

Außerdem, ob es sich um eine reine BU-Absicherung handelt, oder ob sie mit einer Renten- oder Lebensversicherung kombiniert war.

Wenn die Versicherungsbedingungen allerdings besagen, dass ein Optionsrecht besteht und der entsprechende Grund vorliegt, ist das Versicherungsunternehmen auch verpflichtet diese Option zu ermöglichen.

Bedeutet dann allerdings, dass es nicht im gleichen Vertrag geschehen muss.

Hier können auch Gründe vorliegen, die Nachteile für den Kunden mit sich bringen würden.

z.B. Kombivertrag BU - mit Rente - Vertragsabschluss 2004 -                 Altvertrag mit einer Garantie-Verzinsung von 2,75 % + steuerfrei.

Durch eine Erhöhung würde der Vertrag steuerpflichtig und die Garantie-Verzinsung würde auf den heutigen Satz vermindert.

oder - reine BU-Rente  Vertragsabschluss 2010 -                                          Beitrag wurde mit einer Garantie-Verzinsung von 2,25 % gerechnet.

Bei einer Erhöhung der BU würde die heutige Garantie-Verzinsung von  1,25 % berücksichtigt werden und damit würde der Beitrag teurer.

Bedeutet unterm Strich, der Versicherer müsste für das Optionsrecht einen neuen BU-Vertrag zur Verfügung stellen mit dem die Erhöhung aufgefangen werden kann - ohne Gesundheitsprüfung.

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Diese Erhöhungen aufgrund Änderungen bestimmter Lebensumstände sind möglich, solange der Vertrag läuft.

Möglicherweise kam es zu dieser Aussage, da die Erhöhung nicht den Tarifbedingungen entsprach. Denn es gibt da nicht nur die Einschränkung wann erhöht werden darf, sondern auch um wieviel.

Um das genau beantworten zu können braucht man den Tarif des Vertrags und die aktuelle Versicherungssumme.

Es handelt sich dabei aber nicht um eine Dynamik. Wenn du da was von Dynamik schreibst, kann auch eine Standardantwort zurückkommen, die dann den Einschluss einer Dynamik in den Vertrag verweigert. Eben weil der Tarif nicht mehr vertrieben wird.

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