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Älteres Haus kaufen?

Frage von Jonsten Jonsten

Hallo Forum,

wir haben uns ein Haus angeschaut und haben nun einige Gedanken, die uns beschäftigen.

Es ist ein Bungalow, 120qm2, Baujahr 1978, Vollkeller, 600qm2 Garten, 230.000 - Verhandlung. Eine neue Drainage und Kellerisolierung wurden vor kurzem gelegt, das ist schon mal viel wert, denke ich. Weitere Sanierungsmaßnahmen wurden allerdings noch nicht durchgeführt.

Wir werden selbstverständlich vor einem Kauf einen Sachverständigen durch das Haus schicken, da geh ich kein Risiko ein.

Was muss man bei dem Alter des Hauses generell bedenken? Die Öl-Heizung läuft noch fehlerfrei, muss ich aber einplanen. 8.000-15.000€ ? Was ist mit Leitungen, Rohren, Bausubstanz? Ist das die nächsten 20 Jahre ein Thema? Muss man Fenster (2fach Isolierverglast) und Türen erneuern? Die sind soweit in Ordnung, nicht verzogen etc.

Die Decke des Erdgeschosses kann man von oben gut und günstig isolieren, da der Dachboden zu klein ist, um ihn anderweitig zu nutzen.

Renovierung kommt auch noch, klar, aber das ist ja eine Sache, die man freiwillig macht und gut planen kann. Mir gehts eher um die notwendigen ggf. versteckten Kosten, und die wahrscheinlichen Probleme die ein 30 Jahre altes Haus mit sich bringt.

Was ist mit dem Dach - wann und warum muss man ein Dach neu machen?

Ich hoffe, ihr könnt mir Jungspund mit euren Erfahrungen helfen. Ich brauche keine konkreten Antworten und Preise - eher eine Einschätzung der Lage.

Gruß, Jonas

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Antworten (3)

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    Antwort von kontinent4 kontinent4

    Im Wesentlichen wurden die verschiedenen, notwendigen Aspekte schon von den Anderen angesprochen, insbesondere der Zusatz von DPawi zeigt, wie vielschichtig dieser Hauskauf sein kann. Hier eine Checkliste anzufügen, macht daher wenig Sinn. Ob neue elektrische Leitungen z.B. notwendig sind, wird davon abhängen, was ihr wo zukünftig verwenden wollt. Der Zustand der Dachziegel hängt von der Qualität und eventuell von der Lage des Hauses ab (Schatten, Moos, Feuchtigkeit etc.) usw.

    Wenn ihr nicht vom Fach seid, also nicht unmittelbar mit dem Bauwesen vertraut seid, solltet ihr unbedingt einen Sachverständigen hinzuziehen, der in diesem Fall auch etwas kosten wird und darf. Ansonsten werdet ihr wohl kaum eine sinnvolle und verbindliche Beratung erhalten. Ich würde auf jeden Fall die beiden Bereiche „Energieeinsparung“ und „Bausubstanz“ begutachten lassen, was z.B. bei vielen Architekten in einer Person erfolgen kann.

    Ganz pauschal wird z.B. die Reihenfolge einer Sanierung zum Zweck der Energieeinsparung aus technisch-wirtschaftlichen Erwägungen wie folgt sein: 1. Heizungsanlage = Brennwertkessel, wenn’s Heizöl sein soll, oder alternative Heizungsanlage (mit oder ohne Solaranlage, eventuell Kamin mit Brauchwassererwärmung?), 2. Außenisolierung, 3. Fenster. Aber wie schon gesagt, fallbezogen kann das auch unterschiedlich sein.

    Wenn die Bausubstanz gut bis sehr gut ist, könnten dann in diesem Bereich kaum notwendige Sanierungsarbeiten anfallen, so dass ihr schon mit den Aspekten „Verschönerung“ und „Individualisierung“ beginnen könntet – innen und außen. Auf jeden Fall lohnen eine wirklich fachkundige Beratung und die Erstellung eines Maßnahmenkatalogs mit Priorität, Zeitplan und Kostenschätzung, wenn ihr wirklich an der Immobilie interessiert seid. Das beruhigt. Ich weiß das aus Erfahrung und habe das in unserem Fall selbst so gemacht (bin vom Fach). Diesen „Projektplan“ aktualisiere ich laufend und verschiebe die Maßnahmen je nach Notwendigkeit und anderen Aspekten. Das ist das schöne an einer Gebrauchtimmobilie, wenn Sie grundsätzlich in sehr gutem Zustand ist und nicht über Jahre eine Dauerbaustelle sein soll.

    Kommentar von Jonsten Jonsten

    Das Haus steht relativ frei. Eckgrundstück in einer Siedlung, also kein Schatten etc. Keine hohen Tannenwälder der 70er im Garten.

    Heizung ist echt ein schwieriges Thema. Da gehen die Meinungen ja dermaßen auseinander, dass sich nichtmal eine Tendenz zur Beliebtheit der einzelnen Möglichkeiten erkennen lässt. Öl, Gas, Pellet, Wärmepumpe... Ich werd mir mal Angebote schicken lassen und dann intensiv vergleichen. Man kanns ja schlimmstenfalls falsch machen.

    Aussenisolierung stelle ich mir recht aufwendig vor. Fenster kann man, sofern noch OK (-> Gutachter), auch später noch nachholen. Das ist zwar ein Kostenpunkt, aber kein großer Akt.

    Nächste Woche habe ich einen Termin mit einem Gutachter. Dann gibts endlich Antworten.

    Was muss ich für einen zusätzlichen Edelstahl-Schornstein an der Aussenwand ungefähr einplanen? Ich schätze auf ca. 2.000€. Der eigentliche Schornstein ist leider in der Küche und durch den Flur vom Wohnzimmer getrennt.

    Kommentar von kontinent4 kontinent4kontinent4

    Heizung: stimmt, das ist wohl die technischste Anlage in einem Haus und mittlerweile gibt es hierzu glücklicherweise viele Varianten. Da führt in eurem Fall offenbar nichts an einem intensiven Vergleich nach verschiedenen Kriterien vorbei, z.B. fossile Brennstoffe oder regenerative, ein Mix? voraussichtliche Preisentwicklung der Energiequellen, kontrollierte Wohnraumbelüftung usw.

    Außenisolierung ist in der Tat aufwändig und fängt im 5-stelligen € Bereich an. Wird sich voraussichtlich langfristig amortisieren, abhängig vom Wandaufbau. Das kann noch schwieriger als die Heizungs-Entscheidung sein bei Aufbau, Material und Ästhetik.

    Edelstahl-Schornstein Außen: abhängig von Durchmesser, Isolierung, Höhe etc. mit Montage würde ich sicherheitshalber 3.000€ ansetzen.

    Das schöne bei der Kombination Jungsein und Gebrauchtimmobilie. Man hat Zeit und kann die Investitionen strecken, wenn man will oder muss.

    Kommentar von Jonsten Jonsten

    Zumal mich ein ähnlich zufriedenstellender Neubau ca. 370.000€ kosten würde. Der Grundstückspreis liegt bei 145-175€/qm. D.h. ich könnte noch einiges sanieren. Nur möchte ich die Kosten momentan nicht allzu hoch haben.

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    Antwort von Rosengarten Rosengarten

    Ich bin nicht vom Fach. Aber ich plane auch, ein gebrauchtes, älteres Haus zu kaufen und deswegen bin ich doch mehr als offen für solche Themen. Na ja, mein Mann ist vom Fach, was ja schon mal ein großer Vorteil ist. Aber warum sollte man etwas erneuern, wenn es noch in Ordnung ist? Also das Dach kann noch gut und gerne 40 Jahre halten! Auch die Installationen von Ende der 70er dürften noch in Ordnung sein. Bei meinem noch zu findenden Haus wird die größte Investition die Badezimmer sein. Da kann es auch sein, daß man die ganzen Rohre usw. erneuert, weil woanders hinkommt (was bei mir sowieso der Fall sein wird, bestimmte Vorstellungen habe). Auch die Erneuerung der Fußböden wird einiges an Geld kosten (Laminat, Parkett, Fliesen), meist sind die Fußböden ja wirklich nicht mehr schön und total altmodisch.

    Die Bausubstanz müßte doch eigentlich in Ordnung sein bei einem Haus aus der Zeit. Aber da wird dir dein Sachverständiger genaues sagen können, das muß man sich angucken. Worauf ich Wert lege, ist eine gute Isolierung, um Heizkosten einzusparen, allerdings ist nicht jede Isolierung sinnvoll, kann auch nach hinten losgehen (Schimmel läßt grüßen).

    Mir stellt sich die Frage, warum wurde eine Drainage gelegt und die Keller neu isoliert?? einfach aus Modernisierungsgründen oder weil es notwendig geworden ist, weil feucht oder so???? Da seeehr genau den Sachverständigen gucken lassen!

    Ich stelle die Frage auf meinen Merkzettel, bin nämlich gespannt, ob da noch was an Antworten kommt.

    Kommentar von Jonsten Jonsten

    Hi,

    die Drainage wurde wegen Feuchtigkeitseinbruch gelegt, das ist offen auf dem Tisch. Ist aber auch nicht ungewöhnlich, bei meinen Eltern ist das selbe passiert. Gut ist, dass es a) schon gemacht wurde und b) dass es professionell gemacht wurde.

    Für die Erneuerung der Böden haben wir ca. 4.000€ geplant, kann aber noch mehr werden. Badezimmer 8.000€, Heizung 8.000-?€ und eine Holzterasse schätze ich auf 2.000€. Ggf. Fenster um die 10.000€. 5.000€ Puffer für Farbe, Werkzeug, "Kleinkram". Die Wert sind allerdings nur erste Überlegungen.

    Was Isolierung angeht bin ich mir noch nicht einig. Ich möchte nicht zuviel machen, da diese Investitionen auch erstmal wieder verdient werden müssen. Da hat aber jeder seine eigene Meinung zu. Auf die Decke des EG kommt erstmal eine Isolierschicht, weil es relativ einfach zu machen ist.

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    Antwort von DPawi DPawi

    die Fragen solltet ihr dem Sachverständigen stellen. Der Kann anhand er Bausubstanz und dem Zustand genau die Dinge beurteilen. Generell kann es bei älteren Häusern zu undichten Fenster, Dächern kommen. Ebenso kann die Heizung nach vielen Jahre der Nutzung völlig hinüber sein und muss sogar erneuert werden etc. Das aus der Ferne zu beurteilen ist m.E. nicht möglich.

    Kommentar von Jonsten Jonsten

    Ich frage ja eher nach einer Einschätzung bzgl. des Baujahrs. Gibt ja so grundsätzliche Zyklen in denen Dinge "üblicherweise" erneuert werden. Heizung muss neu, das ist klar. Fenster sind auf meinen Blick in Ordnung - tauscht man sowas dann trotzdem aus?

    Klar, der Gutachter wird sagen, was los ist, aber man darf ja schonmal philosophieren.

    Kommentar von DPawi DPawiDPawi

    dürfen schon aber ob es sinn macht? ;-) Wie gesagt ist schwer zu beurteilen ohne das Objekt zu kennen. Es ist ja auch stark von der damaligen Bausubstanz, der Qualität der Materialien und der bisherigen Instandsetzung abhängig. Wenn etwas noch i.O. ist sollte man es nicht austauschen, nur weil es vielleicht "alt" ist. Eine generelle Frist oder so für bestimmte Reparaturen gibt es nicht. Ein Dach kann auch 50 Jahre halten und nie undicht sein und dafür kann ein neues Dach nie dicht werden. du verstehst was ich meine?

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