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Älterer kranker Mann, bettlägerig, fast verhungert. Wie ist das möglich?

Frage von Stupor Stupor

Also, mich hat die Nachricht aus meinem Bekanntenkreis heute ereilt. Nach einer Prüfung weiß ich, wie ist wahr. Musste hier jedoch Namen etc. ändern, um Menschen zu schützen.

Am 11.11. brach ein schwerbehinderter Frührentner in seiner Wohnung bewusstlos zusammen. Er, allein lebend, scheinbar ohne Freunde. Glück im Unglück, eine Flasche Wasser lag in seiner Griffnähe. Zwischen seinen kurzen Wachzuständen trank er daraus.

17.11. robbte er sich erstmals erfolgreich zum Telefon und rief 112 an. Man war dort tatsächlich, trotz der geschilderten Not-Situation nicht bereit, die älteren Mann in ein Krankenhaus zu verfrachten, sondern verwies ihn an die Notarztzentrale. Eine Stunde später klingelte es an seiner Tür, an der inzwischen vom vielen umher robben außer Atem Mann lag. Arzt diagnostizierte: Schwere spastische Bronchitis. Ließ ihn ein Rezept da und ging wieder.

18.11. In der Nacht gelang es ihm, den Weg zur Nacht-Apotheke zurück zu legen, bekam seine Medikamente und mehr stolperte als ging er die Strecke zurück. Für die knapp 1400m benötigte er etwa 1 3/4 Std.

19.11. Die Medikamente verursachten das genaue Gegenteil, sein gesamtes vegetative Nervensystem drohte zu versagen. Seine Wohnung roch inzwischen nach Kot und altem Essen, was er sich aus seinem eigenem Müll heraus pressen konnte. Erfolgreiche Stuhlgänge waren die Tage nicht mehr möglich. Endlich erwischte er seinen vertrauten Hausarzt, der weniger als 10min brauche, ihn aufzusuchen und sich sofort um ihn kümmerte. Endlich sollte nun wohl das Dilemma beendet sein?

Nachdem er hervorragend versorgt worden war, es ihm besser ging und auch mal für ein paar Minuten ins Internet kam, notierte er sich viele Nummern, auch die von Christlichen Organisationen, weil irgendjemand das dringend benötigte Medikament abholen musste, Essen einkaufen und ihn zumindest so kurz helfen sollte, dass er sich mal säubern konnte. Es war eine Odyssee durch die Hilfsdienste, wobei die Caritas noch am dreisten zu handeln schien: „Kostet 18€ pro angebrochene Stunde, nächste Woche haben wir vielleicht noch einen Termin.“ - Und das, obwohl die delikate Not-Situation klar beschrieben wurde. Alle anderen waren nicht billiger. Lebensmittelversandhäuser konnten auch nicht helfen, Lieferfristen lagen bei 2 -8 Tagen, ohne feste Zusage.

Zusammengefasst: Ein 50j. Rentner, schwerbehindert, alleinstehend, ohne Freunde, erkrankt an spastischer Bronchitis, hat nichts zu essen im Haus. Aber Geld, das niemand zum Einkaufen haben will. 50€ nur einmal zum Supermarkt, das interessierte niemand.

Er lag noch weitere 5 Tage in der Wohnung, bis ich ihn fand. Und da Anblick beantwortete jede Frage.

Meine Frage ist: Gibt es nicht mal in Kleinstädten irgendeine Einrichtung, die sie um, kranke, bettlägerige Menschen für die Zeit der Erkrankung kümmert, ohne das ihnen im Krankenbett der Hungertod droht?

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Antworten (2)

  • 0
    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von rudelmoinmoin rudelmoinmoin

    das alles hast du erlebt ?? oder sind es vermutungen dann ist es ein sehr schlechter schundroman, weil du in der ( ganzen) zwischenzeit nichts unternommen hast

    Kommentar von Stupor StuporStupor

    Ich habe das erlebt? Wann?

    Nein nein, es geht um einen Bekannten. Und ja, ich habe leider etwas zu spät festgestellt, den Abschluß auch dem Anfang anzugleichen. Ich und einige Freunde fanden ihn, müßte es denn genau heißen. Willst du mal Bilder von der Wohnung sehen, und ein paar gesammelter Geruchsproben? Ich nehme dich auch gerne mal mit, wenn wir solche Leute mal aus ihrem Müll ausgraben.

    Du magst das ganz sicher als

    schlechter schundroman

    bezeichnen, ich lade dich jetzt ein, hier bei uns im Katastropenschutz deinen Schundroman real mitzuerleben.

    Ob DU danach noch einen Faden zur Realität sehen kannst, mag ich zu bezweifeln. Nenne mich ein Lügner!

    Kommentar von rudelmoinmoin rudelmoinmoinrudelmoinmoin

    das habe ich grundsätzlich nicht damit gemeint (auch nicht meine absicht gewesen) dich in solche schublade zu stecken, gemeint habe ich damit, das man im nach herein nichts mehr ändern kann, deine frage war, was kann man vorher machen für allein stehende personen, nichts, weil es zu viele davon gibt, und immer anonym bleiben werden, es gibt keine meldestelle für alleinstehende menschen, wenn sie sich nicht selbst darum kümmern tun/können, ich weiß wovon ich spreche, mir ist das alles bekannt

    mit eure gruppe >Katastropenschutz< bildet ein hilfsverein für alleinstehende menschen, um an diese adressen zu kommen, wendet euch an kommunen/ gemeiden/ stadtverwaltung usw bei denen anfragen, das wäre der erste schritt um an diese leute ein näheren kontakt zu bekommen

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    Antwort von traumtochter traumtochter

    Dies funktioniert nur kurzfristig über Ehrenamtliche, die aber leider nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Ich kann aber nicht nachvollziehen, warum der Hausarzt ihm nicht gleich die passenden Adressen an die Hand gab. Pflegepersonal im Angestelltenverhältnis gibt es leider auch zu wenig, so dass die Pflegestationen auch nicht kurzfristig Personal haben. Er soll in den Zeitungen nachschauen, es gibt viele Hausfrauen, die ihre Dienste für ältere Menschen für wenig Geld anbieten.

    Kommentar von Stupor StuporStupor

    Danke, sehr nützlich, bleibt nur die Frage offen, warum im Notfall in der Kleinstadt niemand erreichbar war. Der Hausarzt gab die Nr. der Caritas, die aber hätte frühestens 2 - 3 Tage später einen Termin geben können. Und der Kranke brauchte Soforthilfe. Im Internet, so zeigte er mir erst gestern, waren bei Suche "Soforthilfe" und "Einkaufshilfe" über 90% unseriöse Anzeigen zu finden. Man macht wieder Geschäfte mit dem Tod.

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