Frage von VANieschalke, 42

Adoptiert suche nach Eltern aber wie?

Also ich wurde vor 10 Jahren adoptiert und ich möchte meine Eltern kennenlernen und wir haben es schon mal ausprobiert aber es wurde gesagt ich solle in ein paar Jahren nochmal kommen. Ich bin immer traurig abends und weine und wenn meine Eltern kommen wische ich mir schnell die Tränen weg damit sie keinen Verdacht schöpfen. Ich weiß aber nicht wie ich meine Eltern darauf ansprechen soll das mich was traurig macht und das ich es nochmal probieren möchte kann mir bitte jemand helfen? Danke schon mal. :)

Antwort
von passaufdichauf, 42

Wenn du fünf Jahre alt warst, als du zu deinen Adoptiveltern kamst, muss denen doch bewusst sein, dass du recht deutliche Erinnerungen an die Zeit davor hast. es müssen doch Fotos existieren und auch Geschichten. Deine Eltern sollten offen mit dir darüber sprechen, über deine Gedanken, deine Ängst, aber auch deine Hoffnungen, die du mit deinen leidlichen Eltern verbindest.

Leider ist das bei euch offensichtlich kein Thema, vielleicht wissen deine Eltern aber auch gar nicht, dass du dir diese Gedanken machst.

Sie sollten diesbezüglich auch geschult worden sein. Schade, dass das nicht passiert ist.

Denn wenn du sie darauf ansprichst, dass du dir Gedanken über deine Herkunft machst, so ist das nur normal und sollte deine Eltern nicht verletzen. Du hast auch ein Recht auf die Wahrheit.

Denn je weniger darüber gesprochen wird und je älter du wirst, umso mehr verrennst du dich eventuell in ein Traumbild, welches jäh platzen kann, wenn der Tag gekommen ist. 

Mein Pflegesohn ist jetzt 12, er kam zu mir da war er 2. Wir reden immer offen über seine Geschichte. Er weiß, wer seine Eltern sind, weiß, dass sie ihn auch lieben und weiß auch, warum er bei mir lebt.

Kommentar von EstherNele ,

Mein Pflegesohn ist jetzt 12, 

Er ist dein Pflegesohn. Die Eltern haben ihn also - was Informationen über seine Entwicklung, sein Heranwachsen, nicht völlig an dich abgegeben. Das ist eine andere Situation als ein Adoptionsverhältnis.

dass du recht deutliche Erinnerungen an die Zeit davor hast. es müssen doch Fotos existieren und auch Geschichten. 

Das ist nicht sicher. Wenn es eine anonyme Adoption war (wenn die leiblichen Eltern keinen Kontakt wollten zu den Adoptiveltern -warum auch immer), wenn es keine Fotos gab, welche mitgegeben wurden  (weil vielleicht die leiblichen Eltern keine Fotos hatten, weil sie sich nicht besonders um das Kind gekümmert haben und und und ) , dann ist es schwierig für die Adoptiveltern, etwas über die Vergangenheit ihres Adoptivkindes zu sagen.

Ich weiß, wovon ich rede - auch ich hatte bloß ein paar dürre Infos aus dem Kinderheim über die Vorgeschichte meines Sohnes, zwei Fotos, die im Heim gemacht worden sind und eine Geburtsurkunde mit dem Namen der leiblichen Mutter. Das war alles. 

Wir haben immer versucht, auf seine Fragen hin Erklärungen zu finden, haben stets darauf geachtet, dass die Antworten  "Möglichkeiten" bleiben und keine "Gewissheiten" werden.

Als mein Sohn 18 war, hat er mit der Adoptionsstelle Kontakt aufgenommen - er wollte seine leibliche Mutter kennenlernen und diesen Kontakt musste die Adoptionsstelle herstellen.
Die Frau hatte allerdings kein Interesse an einem Kennenlernen und mein Sohn hat es ziemlich ruhig weggesteckt.

Er hatte von Anfang an immer versichert, dass es reine Neugier sei, schließlich könne man ja keine Gefühle empfinden für einen Menschen, den man gar nicht kennt - und seine Familie seien wir.

Ich glaube auch - ganz wie du - dass es gefährlich ist, die unbekannten leiblichen Eltern zu idealisieren.

Im Alter des FS neigt man, schon pubertätsbedingt, dazu, zu den Eltern ein wenig auf Distanz zu gehen. Weil in diesem Alter das erste Abnabeln von der Familie beginnt. Und die meisten Jugendlichen fühlen sich irgendwie verkannt und unverstanden.

Das hat überhaupt  nichts mit leiblichen oder Adoptiveltern zu tun.

Ich wünsch dem Fragesteller, dass er nicht verletzt wird, wenn er seine leiblichen Eltern sucht oder kennenlernt.
Denn vielleicht ist das Interesse nur einseitig.
Aber - immerhin hat er Eltern, die die ganzen Jahre die soziale Elternrolle wahrgenommen haben - Rotznasen geputzt, Streit geschlichtet, Fahrradfahren und Fußball beigebracht, schlechte Noten unterschrieben, verwüstete Kinderzimmer aufgeräumt, Kindergeburtstage ausgerichtet und ganze Horden hungriger Freunde mit verpflegt oder sich bei Krankheit die Nächte um die Ohren geschlagen - und das ist es doch, was letztlich zählt.

Die Genetik allein reicht nicht aus, dass sich Eltern auch als Eltern fühlen und so agieren.

Antwort
von vic123456, 11

Hey ich wurde selbst adoptiert und was du schreibst kann ich vollkommen nachvollziehen.

Man es glücklich wo man ist. Aber es fehlt was. Man weiß nicht genau was. Es fehlt aber. Ich hatte auch Angst mit meinen Eltern darüber zu reden. Ich wollte sie nicht verletzen. Aber.. Du solltest offen mit Ihnen reden.
Ich sagte meinen Eltern, dass ich gern mehr wissen will. Zudem sagte ich Ihnen aber auch, dass SIE meine Eltern sind... Keine kann sie ersetzen und ich dankbar bin. Sie werden es verstehen wenn du es richtig ausdrückst verletzte du sie auch nicht.
Frage Sie, über welche Leute / Ämter sie das mit der Adoption geregelt haben.. Und diejenigen kann man auch kontaktieren.

Bei mir was war es unmöglich, weil ich aus einem anderen Land adoptiert bin.
Ich hatte meine Geburtsurkunde und habe vor knapp 2 Jahren einfach mal stumpf rund 100 Leute mit dem selben Geburtsnachnamen angeschrieben. Auf Englisch. Erzählt wann ich adoptiert wurde. Aus welcher Stadt. Das durch Erzählungen auch noch Geschwister da sein müssten. Ich hielt es für unwahrscheinlich. . Aber ich habe sie gefunden. Ist zwar auf englisch alles. Aber ich hab sie getroffen. Es war unbeschreiblich. Meine Eltern stehen hinter mir. Denn egal woher ich komme. Egal woher du kommst. Eltern sind die, die einen großziehen ;)

Ich wünsche dir viel Glück!

Antwort
von Goodnight, 40

Rede mit deinen Eltern. Meistens stellen sich Kinder das Kennenlernen der leiblichen Eltern zu romantisch vor. Damit kann man sich selber sehr verletzen. Denke immer daran, dass du Eltern hast die ganz genau dich ausgesucht haben. Leibliche Eltern müssen das nehmen, was sie bekommen haben. Will heissen, dass du ganz besondere Eltern hast!

Kommentar von VANieschalke ,

Okay und wie soll ich das Gespräch am besten anfangen?

Kommentar von Goodnight ,

Einfach raus damit: Mama Papa, ich bin oft traurig, ich möchte nochmals nach meinen leiblichen Eltern suchen. Helft mir bitte.

Kommentar von VANieschalke ,

Okey

Antwort
von petrapetra64, 16

Du solltest mit deinen Eltern sprechen, wahrscheinlich wissen sie gar nicht, wie sehr dich das beschaeftigt. Frueher warst du auch einfach zu klein und sie wollten dir den Schmerz ersparen, zurueckgewiesen zu werden.

Du solltest deinen Eltern sagen, dass du sie immer lieben wirst und es deine Eltern bleiben werden, dass du aber einfach wissen willst, woher du abstammst und was fuer Gruende es fuer die Adoption gab. Deine Eltern haben auch Angst,dich dadurch zu verlieren.

Dir muss aber auch klar sein, dass die Suche nicht unbedingt deinen Wuenschen und Traeumen entspricht. Kann sein, man kann sie gar nicht finden oder sie wollen nicht gefunden werden. Kann sein, sie lehnen jeden Kontakt ab oder sie sind ganz anders, als du es dir ertraeumt hast. Man legt oft so viel Hoffnungen in so einen Kontakt und davon erfuellen sich oft nur sehr wenige. Das sollte dir klar sein, sonst wirst du danach noch viel mehr weinen und traurig sein als jetzt.

Kommentar von VANieschalke ,

Das ,,zurückgewiesen" war nicht das schmerzhafteste, mein Stiefvater war schlimm aber meiner Mutter denke ich das sie ganz anders ist sonst hätte sie mich ja nicht weggegeben. Aber okay das reden wird mir natürlich nicht erspart bleiben.

Antwort
von Inge3105, 11

Hallo, VANieschalke,
die Ratschläge hier sind alle sehr gut. Um über Deine Adoption und Deine leiblichen Eltern, Mutter und Vater,  Klarheit zu erlangen, musst Du Dich noch ein bißchen in Geduld üben, bis Du das 16. Lebensjahr vollendet hast. Das ist ja nicht mehr lange. Zur Einsicht in die Adoptionsakten würde ich wirklich jemand mitnehmen. Entweder eine Deine Adoptionsmutter oder eine Vertrau- ensperson. Damit kannst Du sicherlich alles besser verkraften. Auch wenn es danach zu einem Treffen mit Deinen leiblichen Eltern, Mutter oder Vater kommen sollte, würde ich eine Vertrauensperson mitnehmen. Du musst einfach auch in Betracht ziehen, dass Du alles vielleicht "ganz rosarot" siehst und nachher schwer enttäuscht bist.
Habe Vertrauen zu Deinen Adoptionseltern und sage Ihnen, dass Du sie liebst und sie Deine Eltern sind und bleiben. Sag ihnen weiter, dass Du einfach wis- sen möchtest, woher Du kommst um alles, auch die Adoption, besser ver- stehen zu können. Dies ist ein schwieriger Weg. Diesen zu gehen, wünsche ich Dir viel Kraft.
Gruß, Inge 

Antwort
von emily2001, 33

Hallo,

siehe dies:

http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/stichwortverzeichnis,did=101228.html

Wichtiger Abschnitt:

"

Einsicht in die Adoptionsvermittlungsakte

Ab Vollendung des 16. Lebensjahres haben Adoptierte das Recht, unter angemessener Anleitung einer Fachkraft, Einsicht in die Adoptionsvermittlungsakte zu nehmen.

Die Aufbewahrungsfrist der Vermittlungsakten beträgt 60 Jahre - gerechnet ab der Geburt des Kindes."

LG Emmy


Kommentar von VANieschalke ,

Danke

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