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ADHS und agressives Verhalten

Frage von lotus108 lotus108

Hallo! Wer hat Erfahrung mit ADHS und agressiven Verhalten?

Mein Sohn soll nun testweise auf Medis eingestellt werden- besonders schwierig ist seine Impulsivität, Ungeduld und Agression--- im Sozialen Kontext.

Mein Arzt meinte- das es da nicht immer zu einer "Besserung" käme.......... wer hat Erfahrungen damit und kann mir weiterhelfen?

DANKE

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Antworten (9)

  • 4
    Antwort von Buckskin Buckskin

    Hallo lotus108. Ich setze mal voraus, dass dein Sohn seriös bei einem kompetenten Arzt abgeklärt wurde. Ich bin eine erwachsene ADSlerin und Mutter eines ADSlers. Wir haben beide mit Ritalin begonnen, um die passende Dosis herauszufinden. Mein Sohn nimmt unterdessen Ritalin LA und ich Concerta. Wir haben gute Erfahrungen mit den Medis gemacht. Klar kann ein ADSler auch ohne Medis leben, doch es wirkt halt schon sehr unterstützend.

    Ritalin & Co. alleine löst keine Probleme. Verhaltenstherapeutische Massnahmen ist meines Erachtens ein MUSS! Die Wirkung von Methylphenidat ist zwar anregend, ADSler jedoch werden damit innerlich ruhiger. Die Konzentrationsfähigkeit und Wahrnehmung zu sich selber sowie zu den anderen verbessert sich. Das ist natürlich hilfreich, um Anweisungen zu überdenken und Entscheidungen zu treffen,

    Aggression ensteht doch aus Unvermögen, Frust, Angst, Überforderung und Müdigkeit (Aufzählung ist sicher nicht abschliessend). Demenstprechend sollte bei dessen Ursachen angesetzt werden. ADSler brauchen Anleitung, gutes Coaching und viel Freiraum. Bei hyperaktiven Kids neigt man ja eher zu noch mehr Aktivitäten. Nach meinen Erfahrungen kann das kontraproduktiv sein. Das Kind ist dann wegen Übermüdung "hyprig" und schneller aggressiv. Wir haben gute Erfahrungen mit regelmässigen Ruhephasen gemacht. Die Kids mussten das jedoch lernen. Gerade weil ADSler einiges mehr von ihrem Umfeld wahrnehmen als Nicht-ADSler, ist ein Freiraum umso wichtiger, um die Eindrücke zu verarbeiten.

    Wie sieht es mit dem Zuckerkonsum aus? Hyperaktive Kids sind "süchtig" nach Zucker. Also, falls nötig aufs Minimum reduzieren. Bei meinem Sohn hat sich das Verlangen nach Süssigkeiten drastisch reduziert, seit er Ritalin nimmt. Impulsiv und ungeduldig gehört vermutlich einfach zum Charakter deines Sohnes. Doch es ist wichtig, dass er lernt damit umzugehen sowie auch mit der Aggression. Dies ist möglich, mein Sohn und ich sind lebendige Beweise dafür.

    Wenn du mehr über meine Einstellung zu ADHS und Medi wissen möchtest, kannst du mal bei einer anderen Antwort von mir reinschnuppern.

    http://www.gutefrage.net/nutzer/Buckskin/antworten/neue/3

    Ich wünsche dir, deinem Sohn und deiner Familie gute und hilfreiche Unterstützung!

    Kommentar von Buckskin BuckskinBuckskin

    Sorry! Dieser Link ist besser, weil noch mehr Antworten dazukommen werden (wenn ich so weiter mache) und dann verschiebt sich ja alles. :-) Anscheinend hat sich mein Gehirn verselbstständigt, weil ich eigentlich hätte schlafen sollen. gähn

    http://www.gutefrage.net/frage/ritalin--adhs#answer24903017

    Kommentar von lotus108 lotus108

    Hallo und danke für deine tolle Antwort! Ich bin vermutlich auch ADHSlerin- bei erwachsenen kann mans ja nicht so exakt mehr feststellen- als Kind war ich eher verträumt- Schule liefgut, aber es stand schon immer wieder im Zeugnis dass ich sehr unkonzentriert sei. Abi lief dennoch super- schwierig wirds dann an der UNI.

    Ich habe mich von anfanf an mit meinem Sohn sehr belesen und mache nun sogar ehrematlich Familienberatung und ADHS Beratung- allerdings habe ich kaum Erfahrung mit Medis bei Kindern.

    Schön finde ich deine Tips mit dem SCHLAF- mein Sohn hat immer gut und viel geschlafen- in der Kita gibts auch noch Mittagsschlaf, aber ab 12.30h, da ist mein Sohn jetzt nicht mehr müde- die Kinder dürfen auch NURRUHEN, aber er hibbelt natürlich rum und findet kaum zur Ruhe- Buchlesen darf man erst nach einer Stunde ;-(

    Zuhause hab ich bemerkt, dass er bei uns ohne Mittagsschlaf sehr uneleidlich ist, das ging schon mal viel besser- ich denke weil er nun bei gutem Wetter auch viel aktiver ist als im Winter, wo wir am wochenende eher ruhige Sachen drinnen gemacht haben.

    Ruhephasen zuhause könnten wir aber wieder mehr machen ;-D

    Zucker etc. waren noch nie so ein Thema, bin ja unter anderem Ernährungsberaterin ;-))

    Kommentar von Buckskin BuckskinBuckskin

    Hey lotus108, ich freue mich riiieeesig jemanden zu treffen, der das ganze ADHS-Thema konstruktiv angeht. Es tut mir für alle Betroffenen und Angehörigen so Leid wie destruktiv über das Thema geäussert wird. Echt traurig! :-( Kein Wunder dass ADSler sich schlecht fühlen. Auch wenn ich ADHS selber nicht als Krankheit bezeichne, bin ich froh, dass es dafür eine Diagnose gibt. Es ist ein Weg, wenn auch nicht der ideale, zu erkennen, dass Menschen unterschiedlich ticken und jeder seine Stärken und Schwächen hat. Es spricht doch für ADHS, dass kein Betroffener die gleichen Schwierigkeiten hat, wie z. B. bei anderen Krankheiten der Fall ist. Und was genau im Gehirn abgeht, mit oder ohne Medis kann zur Zeit immer noch keiner mit Bestimmtheit sagen.

    Die Probleme sind doch gesellschaftsabhängig. Stell dir vor, du würdest irgendwo anders leben, was wäre dann noch auffällig/anormal? ADSler haben so viele Stärken und sind u. a. liebenswerte, aufmerksame, lustige, clevere und vorallem treue Menschen!

    Damit das Lernen und Sozialverhalten sich gut entwickeln können, sind verständnisvolle Bezugspersonen wichtig. Wir haben das Glück, Gott sei Dank!, dass wir viele sehr verständnisvolle Lehrer in unserer Schule haben. Es ist für den ADSler von immenser Wichtigkeit, einen Lehrer zu haben, dem er vertrauen kann. Bei der Abklärung unseres Sohnes hat die Psychologin immer wieder betont, wieviel Glück wir mit dem Lehrer hatten. Deshalb setzt dich beharrlich für deinen Sohn ein, es wird sich für das ganze Leben lohnen! Ich denke, das weisst du bereits. :-) ADSler haben so ihren eigenen Lernstil. Das Buch "Lernen mit ADS-Kindern" von Armin Born & Claudia Oehler hat uns sehr geholfen. Unser Sohn hat mit den vorgeschlagenen Methoden den Lernrückstand sehr schnell aufgeholt. Mittlerweilen ist er in der 5. Klasse und seine Leistungen überraschen uns alle immer wieder. Ist übrigens für alle Kids nützlich. http://www.amazon.de/Lernen-ADS-Kindern-Praxishandbuch-Eltern-Therapeuten/dp/3170186329

    Falls du dir etwas daraus erhoffst, lass dich doch abklären. Ich selber wurde auch erst vor 4 Jahren diagnostiziert. Ich denke, dass die Erwachsenen eindeutiger sind. Meine Abklärung beinhaltete:

    • Körperliche Untersuchung inklusive Kontrolle der Schilddrüsenfunktion
    • Gesundheitliche Situation in der Verwandtschaft
    • Ausführliche Biografie
    • Familiäre & berufliche Situation
    • Aktuelle Selbsteinschätzung mittels Fragebogen
    • Einschätzung vom Ehepartner mittels Fragebogen
    • Einschätzung als Kind durch die Eltern mittels Fragebogen

    Für das Kind ist es bestimmt hilfreich, wenn es noch mehr ADSler in seiner Familie gibt. Dann fühlt er sich wegen evt. negativen Äusserungen nicht so als Aussenseiter. Mein Sohn geht ganz normal und offen mit dem Thema um und hat so schon zwei ADSler-Freunde, die es wirklich sehr toll miteinander haben. :-). Auch für meine zwei anderen Kids ist ADSler zu sein, etwas ganz normales. Bei uns hat noch nie eines der Geschwister ihn deswegen schlecht gemacht. (Im Gegenteil, wenn's sein muss werden andere Schüler aufgeklärt. :-) Sie wissen, dass jeder Mensch einzigartig ist und individuell behandelt werden sollte.

    In unserer Familie leidet am meisten mein Mann. :-) Er ist so ordentlich, pragmatisch und strukturiert. Doch ADSler neigen dazu, diese wirklich tollen Eigenschaften herauszufordern. Nach sehr schwierigen Zeiten und einigen heftigen Ehekrisen, haben wir nun verstanden, wie wir uns ergänzen können. Endlich haben wir ein echt verständnisvolles Familienklima, das notwendig ist die immer wiederkehrenden Schwierigkeiten erfolgreich zu meistern. Deshalb ist es mir so wichtig, ADHS nicht einfach so als Störung zu sehen oder gar als Ausrede zu missbrauchen. ADSler sind so normal oder nicht normal wie alle anderen Menschen auch. Nicht-ADSler haben ja nicht weniger Probleme oder sind glücklicher.

    Mach dir keine Sorgen wegen Ritalin & Co. Ihr könnt das Medi jederzeit ohne Nebenwirkungen absetzen. Es ist anders als z. B. bei Antidepressiva. Ich habe nur Erfahrungen mit Ritalin, Ritalin SA, Ritalin LA und Concerta. Wie bei jedem Medi ist natürlich sorgfältiger Umgang angesagt. Bis die optimale Dosis gefunden ist, kann es manchmal langwierig sein. Eine gering zu hohe Dosis macht eher müde und eine noch höhere Dosis wiederum hyprig. Mein Sohn vergisst ab und zu, seine Ritalin LA-Kapsel zu nehmen ohne bedenkliche Folgen. Er nimmt es freiwillig, weil er den Unterschied wahrnimmt. Wieso sich abquälen, wenn es eine nützliche Hilfe gibt?

    Ich wünsche dir und deiner Famile viele Menschen, die euch unterstützen so wie du es für andere auch tust!

    Kommentar von lotus108 lotus108

    Hallo !! Toll- was du so schreibst ;-) Ich hatte NIE Unterstützung- weswegen ich das jetzt auch zu meinem BERUF mache: Eltern Unterstützen- und natürlich die Kinder.

    Meine erste KPsychiaterin und auch das SPZ ( niemals wieder geh ich zu freien Trägern- erher SPZs die einer KLINIK angschlossen sind)- hielten mich für übertrieben etc- weil mein Sohn natürlich in den 2-3 Einzelsitzungen immer süß war- er fiel ja eher in Gruppen auf, auch mit anderen Kindern durch DOminanz und kaum Frustrationstoleranz- oder im längeren Tagesverlauf- da gab es Arztberichte- die waren sehr verletztend und zu dem UNSACHLICH- da zB. einer BOBATH Therapeutin "diagnostizierte"- nachdem ich nach einem Jahr das SPZ verliess- weil permanent liams Therapie ausfiel. NUNJA.

    Nun habe ich ein gutes Netzwerk- zu dem ich gerne Eltern schicke.

    Ich selber hatte mal Solvex, als Test- weils die kasse übernimmt- war aber nicht nützlich- dann Methyphenidat- merkte ich nicht.

    Jetzt nehm ich wieder neu- Methylphenidat- und kann wirklich einen lohnenswerten Unterschied spüren.

    Mein Sohn hat natürlich auch die typisch postitven ADHS Seiten:

    Supereinfühlsam, ausgeprägter Gerechtigkeitssinn etc- das versuch ich auch zu stärken!!

    Wir haben von klein auf viel mit Kuscheltieren "gesprochen" die haben Situationen gespielt- und er konnte EINGREIFEN und auch mal"erklären" ;-)

    Das fand er immer toll--- das war dann unser "ANKER" in Konflikten- wenn ich an das GESPIELTE erinnern konnte ;-)

    Auch heute noch erzählt "HERR HORN" unser Nashorn- oft was in "seiner Kita" doof lief- dann erzählt er auch was er "ausgefressen" hat--- und mein Sohn........- der niedlicherweise ja immer sagt: HERR HORN, du kannst nicht sprechen- MAMA spricht dich!" --erzählt dann vertrauensvoll Herrn Horn- was bei ihm schief lief- und läßt sich dann von Herrn Horn trösten- und kichert mit ihm auch mal rum ;-)))))))

    am besten ist dann immer: Herr Horn- das dürfen wir aber nicht MAMA erzählen!!!

    ;-)))))))

    Also Spieltherapie repariert zwar kein ADHS- nimmt aber die Spannung und ermöglicht den Kindern ihr Erlebtes zu verdauen- und Selbst-bewusstsein zu entwickleln- und zu reflektieren- OHNE Adrenalin!!! im Blut ;-)) Das ist ja wichtig.

    Heute bekommen wir übrigens unser Rezept- und ich fühl mich immer noch komisch--- die erste Tablette zu geben. Uff........... ein bischen wie ein schlechter Traum. Danke für deine vielen guten Hinweise- ich hab leider gar nicht die Zeit hier alles davon zu kommentieren- aber sehr nützlich!!

    Was übrigens viel zuwenig von den Ärzten bedacht wird:

    Wer Methyphenidat nimmt- gerade!!!!! Kinder .......braucht erhöhte Gaben aller B-Vitamine, MAgnesium, Folsäure etc......da die Kinder meisst eh wenig essen- ist das GAAAAANZ wichtig--- denn durch den erhöhten Herzschlag etc. verbraucht der >Körper mehr dieser Stoffe--- übrigens auch CALCIUM.

    Und ein MANGEL an Magnesium und B-Vitaminen stört nicht nur Wachstum von mUskeln und Nerven- als auch GEHIRN:

    sondern führt zu:

    Reizbarkeit Konzentrationsmangel Apetitlosigkeit Müdigkeit

    etc.

    Auch der KOPFSCHMERZ durch MEDIS rührt sicher häufig daher- wie auch vermehrte Muskelverspannungen!!

    Also immer extra "zufüttern" ;-)))))) und Obst etc kann manauch als SHAKE reichen, wenn die Kinder keinen Hunger haben- sogar ein Eiweissshake zur Nacht--- in den Wachstumsphasen- also IMMER- ist soooo wichtig!!!!! Viele vergessen- dass Kinder MEHR als Kohlehydrate brauchen!!! ich hoffe das lesen hier alle ;-)

    Kommentar von lotus108 lotus108

    Hallo und danke für deine tolle Antwort! Ich bin vermutlich auch ADHSlerin- bei erwachsenen kann mans ja nicht so exakt mehr feststellen- als Kind war ich eher verträumt- Schule liefgut, aber es stand schon immer wieder im Zeugnis dass ich sehr unkonzentriert sei. Abi lief dennoch super- schwierig wirds dann an der UNI.

    Ich habe mich von anfanf an mit meinem Sohn sehr belesen und mache nun sogar ehrematlich Familienberatung und ADHS Beratung- allerdings habe ich kaum Erfahrung mit Medis bei Kindern.

    Schön finde ich deine Tips mit dem SCHLAF- mein Sohn hat immer gut und viel geschlafen- in der Kita gibts auch noch Mittagsschlaf, aber ab 12.30h, da ist mein Sohn jetzt nicht mehr müde- die Kinder dürfen auch NURRUHEN, aber er hibbelt natürlich rum und findet kaum zur Ruhe- Buchlesen darf man erst nach einer Stunde ;-(

    Zuhause hab ich bemerkt, dass er bei uns ohne Mittagsschlaf sehr uneleidlich ist, das ging schon mal viel besser- ich denke weil er nun bei gutem Wetter auch viel aktiver ist als im Winter, wo wir am wochenende eher ruhige Sachen drinnen gemacht haben.

    Ruhephasen zuhause könnten wir aber wieder mehr machen ;-D

    Zucker etc. waren noch nie so ein Thema, bin ja unter anderem Ernährungsberaterin ;-))

  • 2
    Antwort von jimmini jimmini

    Finger weg von Medikamenten ! Sorge für extrem viel Bewegung und Auslauf für ihn - meide TV und PC..dann legt sich das.

    Kommentar von alphalpha alphalphaalphalpha

    Würdest Du das auch dem Vater eines diabetischen Kindes raten? ADHS ist eine Krankheit. Und je nach Ausprägung muss auch ein Medikament gegeben werden.

    Kommentar von jimmini jimminijimmini

    Nein muss es NICHT. ADHS ist der größte Blödsinn. Mehr als 90% fehldiagnostiziert (laut Info der Hochbegabtenförderung). Es lohnt sich tatsächlich um das Thema zu googlen und nicht jedem Quaksalber seine Pillen abzukaufen.

    Kommentar von alphalpha alphalphaalphalpha

    Ja, leider ist ADHS inzwischen eine "Modekrankheit", Aber es gibt sie doch! Ich bin weder Quacksalber noch Pillenverkäufer.

    Kommentar von lotus108 lotus108

    90 % fehldiagnostiziert- gilt defintiv auch für die NICHT-Erkannten Fälle ;-))))

    Es geht nicht um Quacksalber und Pillen. und die Hochbegabtenföderung ist ja auch vollkommen UNABHÄNGIG als INstitution- da kann ich ja nur lachen. sorry.

    Kommentar von lotus108 lotus108

    Sorry- HAusfrauenpsychologie braucht hier keiner.

  • 1
    Antwort von alphalpha alphalpha

    Ich habe Erfahrung. Welche Medis, was wurde bisher unternommen (Ergotherapie, schulische Förderung, Gruppentherapie.....)

    Kommentar von lotus108 lotus108

    HAt Ergo, Logo etc. ich mache seit klein auf mit ihm Konfliktbegleitung --- wie ne Therapie!

    Er ist grad erst fünf geworden

    Kommentar von lotus108 lotus108

    ich möchte nur wissen wie MEDIS auf Ungeduld/Agression/geringe Frustrationstoleranz wirken

    Kommentar von alphalpha alphalphaalphalpha

    Falls Du Methylphenidat meinst, was meist zuerst versucht wird: Das Mittel wirkt sich auf Aufmerksamkeit, Konzentration aus, also leistungssteigernd. Aber als "erwünschte Nebenwirkung" hilft es gegen die Ungeduld/Frustration, weil das Kind die durch das Medikament erreichten Verbesserungen sofort und deutlich sehen kann. Dann sind auch Ergo, Logo etc. erfolgreicher usw. "Mein Sohn soll nun..." das klingt nicht so, als ob Du das gutheißen würdest. Wahrscheinlich bist Du inzwischen Expertin, aber vielleicht kennst Du das Buch von L.H. Diller noch nicht: ADS&Co / Braucht mein Kind Medikamente. Und bei einem noch so kleinen Kind vor der Einschulung spielt das spätere Umfeld sprich die Lehrkraft und deren konsequentes Verhalten eine sehr große Rolle.

  • 0
    Antwort von cf2708 cf2708

    hallo lotus108 bin mittlerweile 47 weibl. habe 3 kinder :tochter 22 j. sohn 10j. und sohn 8j. werde seit etwa 13 jahren zwecks depressionen behandelt. war als kind sehr ruhig und hatte aber keinerlei lernprobleme,trotzdem glaube ich mittlerweile dass meine kids ads bzw adhs von mir geerbt haben. ich habe erhebliche probleme meinen alltag zu meistern ,muß mit listen und terminkalendern arbeiten ,struktur zu finden bzw an meine kids zu vermitteln fällt mir schwer. meine tochter war bis 11 einzelkind und das sogenannte träumerle ,schulisch gab es nur leichte lese-rechtschreibschwäche bei ihr ging soweit alles gut ,hat eine abgeschlossene ausbildung.sie bekam auch keine medis nur ergo. bei meinen jungs siehts ganz anders aus ,beide wurden im regelkita auffällig wegen sprach -und motorikproblemen.wobei ich schon sehr viel früher bedenken bei meiner kinderärztin anmeldete(die dann abgetan wurden ,mit es sind halt jungs die brauchen länger. der ältere war dann schon fast 4 bis auf meine initiative endlich mal ein hörtest gemacht wurde .von da an forderte ich dann eine überweisung ins frühförderzentrum ,wo uns endlich geholfen wurde. als ich für den kleinen auch eine überweisung wollte hat diese ...kinderärztin auf die überweisung eine verschlüsselte diagnose geschrieben (battered child syndrom-bedeutet kindesmisshandlung)ich war wie vor den kopf geschlagen und hab sie zur rede gestellt,wobei sie alles abgestritten hat (der computer hätte das wohl angehängt) von da an hatten wir eine andere kinderärztin. meine jungs besuchten dann eine förderkita was sie um längen voranbrachte ,als aber dann der schulbesuch stattfand ,kristallisierte sich immer stärker eine ads heraus. nun zum hauptthema meine jungs sprechen auf die medis super an ,der schulalltag wird einfacher ,zusammenhänge werden besser erfasst und endlich konnten sie wie die anderen am unterricht teilnehmen ,ohne unter dem tisch zu sitzen oder zu liegen -herumzulaufen -stören etc. sie können ihr arbeitsmaterial besser zusammenhalten,brauchen aber noch immer hilfe von den lehrern. beide haben weiterhin ergo und der große, macht in einer gruppe mit ,die den kids vermittelt wie man soziale kontakte knüpft und pflegt. medis sind kein allheilmittel und sie haben auch nebenwirkungen (apetitverlust ,einschlafstörungen.) auf jeden fall brauchen die kids viel auslauf bei dem sie sich auspowern können zb fußball ,schwimmbad . auch ich hatte zeiten bevor die kids medis bekamen da hätte ich sie am liebsten in ein heim oder internat abgegeben ,weil sie megaanstrengend waren und ich einfach nicht mehr konnte (schilddrüsenkrebs kam noch hinzu) mittlerweile habe ich übers jugendamt eine familienhilfe die mich aktiv entlastet und auch beratend einspringt. zum fazit muß ich sagen : bei uns haben die medis ihre berechtigung und auch erfolg der große nimmt methylphenidathydrochlorid +strattera(atomoxetin) der kleine nur methylphenitadhydrochlorid wobei wir halbjährige kontrolltermine haben und die dosis eventl angepasst wird. meine jungs haben beide diagnostiziert ads und sind doch völlig verschieden in ihren auswirkungen. wichtig für alle adsler sind strikte grenzen und ein geregelter tagesablauf. zucker und bestimmte farbstoffe verstärken bei meinen kids die symptome. zuviel fernseh oder computer läßt sie auch anstrengender werden ,da muß man leider konseqent dranbleiben ,was echt anstrengend ist. wobei ich noch denke das meine kids zu den leichteren fällen gehören. noch ein tip ,NIE DISKUTIÈREN MIT DEN KIDS :-)

  • 0
    Antwort von BlitZell BlitZell

    ich glaube ich hab die krankheit selbst. ich wäre eigentlich intelligent, aber ich bekomms nicht auf die reihe, im unterricht aufzupassen und richtig mitzuarbeiten. aggressiv bin ich nicht. hausaufgaben mach ich auch nur selten. lernen tu ich auch nur sehr selten und sehr kurz, ich bekomme es einfach nicht auf die reihe, 5 minuten vor irgendwelchen texten zu sitzen die mich nicht interessieren und es zu lernen, ich bekomms einfach nicht auf die reihe, das ist einfach eine qual für mich, ich kann das nicht so beschreiben. bei themen die mich interessieren, bin ich aufmerksam und bin dann meist einer der besten in meiner klasse.

    falls du fragen zu diesem ganzen mist hast, werd ich dir versuchen zu helfen...

    Kommentar von jimmini jimminijimmini

    Der "Fehler" liegt eher an den mangelnden pädagogischen Fähigkeiten der Lehrer als an Dir. Auch das Lernen will gelehrt werden.

    Kommentar von BlitZell BlitZellBlitZell

    also ich würde nicht direkt den lehrern die schuld geben. eher meiner klasse. ein lehrer hat beim elternsprechtag gesagt, dass ich in seinem fach richtiges potential hätte, saugute noten und sowas, gute mitarbeit ABER ich langweile mich einfach die halbe zeit, da ich einfach unterfordert bin, weil der großteil der klasse mit dem fach gar nix anfangen kann, wir aber trotzdem alle auf dem selben stand bleiben müssen. deshalb muss ich mir immer das selbe antun.

    in mathe is wirklich die lehrerin schuld, die hat mir total die lust an mathe genommen. wir machen schon ewig immer nur das selbe und ich hab keine lust mehr da drauf. naja schule is ja bald fertig, bis dahin muss ich das noch ertragen. was solls.

    Kommentar von lotus108 lotus108

    Mein Sohn ist fünf! und noch ein Kindergartenkind- es fing mit Schreibaby an, dann Zorn, Wut , Ungeduld- er konnte nicht mal Spielen etc- dauernd in Bewegung etc---- wir hatten Ergotherapie, ich hab viel mit ihm liebevoll geübt, damit er überhaupt Vertrauen und Gedulg entwickeln konnte in spielen!!!!

    Er hat starke logopädische und motorische Defizite trotz Therapie aber am schlimmsten ist seine Ungeduld und geringe Frustrationstoleranz!! Dadurch sind in der Koindergartengruppe nur Konflikte- seit er mit 2 Jahren dort ist- ist er immer wieder Aussenseiter.

    Kommentar von BlitZell BlitZellBlitZell

    Also teilweise geht es mir ähnlich, bin ungeduldig, außenseiter bin ich auch ab und zu, aber ich bin nicht aggressiv, ich wehre mich meistens verbal, nicht immer beleidigend. was man dagegen machen kann weiß ich selbst nicht so genau. ich versuch halt immer, irgendetwas zu machen, sei es was zeichnen oder sonst irgendwas. hauptsache ich bin beschäftigt, dann bin ich ruhiger.

  • 0
    Antwort von katet19 katet19

    http://www.denk-anders.de dieses Forum von und für Betroffene behandelt ausschließlich dein Thema.

  • 0
    Antwort von StrohSpreu StrohSpreu

    Also ich spreche aus eigener erfahrung .. Impulsivität kann man nicht mit Medikamenten beeinflussen es ist der Charakter, was ihn helfen würde wäre eine Therapie gehen sie mit ihm zum Nervenarzt, das man weis was er genau hat ;) Er wird trotzdem test weise tabletten bekommen ;)

    Kommentar von alphalpha alphalphaalphalpha

    Impulsivität als Charaktermerkmal ist etwas anderes als Impulsivität aufgrund einer Krankheit wie ADHS! Und testweise Tabletten sollte niemand bekommen, bei dem nicht die Diagnose gesichert ist!

    Kommentar von lotus108 lotus108

    NATÜRLICH ist die Diagnose gesichert-- TESTweise soll bedeuten ---das in seinem ZARTEN Alter die positiven Effekte deutlich über den Negativen liegen und auch ausschliesslich auf die Medis zurückzuführen sind. So meinte ich das mit TESTWEISE ;-)

    Kommentar von lotus108 lotus108

    Therapien bekommt er, wir SIND beim "Nervenarzt"

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    Antwort von BreitIstBesser BreitIstBesser

    Ich kenne einen der hat auch ADHS, bei einigen hörts auf wenn sie erwachsen werden, aber bis sie im Kopf auch erwachsen werden dauert das. Einige werden wieder normal wenn sie Medikamente bekommen.

    Kommentar von alphalpha alphalphaalphalpha

    ADHS wächst nicht aus, das Krankheitsbild verändert sich. Und was bitte ist "normal"???

  • 0
    Antwort von Rabenfeder Rabenfeder

    Es gibt Schulen für Kinder mit eben jenen Problemen. Ich glaube vorgestern kam darüber erst ein bericht im TV, leider weiß ich den Namen der Schule nicht mehr. Vielleicht findest du aber im Internet die Adresse einer diese Schulen, ich bin mir recht sicher, das ein Anruf dort weiter helfen könnte. Die Schulen arbeiten meist mit Kliniken zusammen und die Kinder leben dort, da es Internate sind. Zum Teil werden die Kosten sogar vom Jugendamt übernommen, aber ich denke, wichtig wäre erstmal die Aufklärung. Die Leute dort sind wirklich Profis und werden dir sicher weiterhelfen können.

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