Frage von ADHS28, 70

ADHS mit 28 Jahren, was kann ich noch machen?

In meiner Kindheit äußerte sich Hyperaktivität. 

Nachlässigkeit wurde von Eltern und Lehrern als Faulheit abgetan. 10 Jahre Pflichtschule ohne Abschluss. Danach kurze Jobs (1 Woche - 1 Monat), 'ne Menge Arbeitslosigkeit und Psychiaterbesuche, 2 gescheiterte Ausbildungen. 

Mit "Ach" und "Krach" habe ich per Abendschule den Hauptschulabschluss erworben und im Juli 15 meine Ausbildung absolviert und bin aktuell in Beschäftigung. 

Ein halbes Jahr dachte ich mich im Griff zu haben, jedoch seit Ende Dezember ging's wieder los: 

  • Panikattacken (Angst vor Herzinfarkt), 
  • Depressionen (wie soll das auf Dauer weitergehen?), 
  • Stimmungsschwankungen und 
  • innere Unruhe. 

Hab schon diverse Antidepressiva, Ritalin und Strattera ausprobiert. Hatte nur Magenkrämpfe und die Symptome wurden nicht besser. Hab keine Ahnung was ich noch machen kann. Aktuell bezahl ich eine psych. Heilpraktikerin, die mir aber auch nicht so richtig helfen kann. 

Bei Psychiatern stoß ich auf Unverständnis und bei der Psychologensuche hab ich auch Schwierigkeiten, da ich mich zu wichtigen Sachen kaum durchringen kann. 

Ich versteh nicht was genau mir dabei so schwer fällt. 

Meine Freundin ist auch von meinen Verhalten ziemlich verärgert und teilt regelmäßig mit, ich sei egoistisch. Ich will das alles nicht. Ich habe sogar manchmal den Wunsch einfach einzuschlafen für immer. 

Wisst ihr vielleicht was ich noch machen kann? 

Ich bin so ziemlich ratlos.

Danke im Voraus.

Antwort
von violatedsoul, 18

Für Menschen wie dich ist es mehr als für andere oberste Regel, einen fest strukturierten Alltag und einen sportlichen Ausgleich zu haben.

Mit Medikamenten kann man eingreifen, es sollten dann aber auch die richtigen sein. Ritalin ist nicht anzuraten. Mein Neffe bekam Medikinet. Das gibt es auch für Erwachsene.

Hier ist auch mal ein Bericht eines Betroffenen.

https://adhs-chaoten.net/adhs-erwachsene-medikamente/19352-medikinet-adult-endli...

Und eine begleitende Therapie finde ich gut. Du musst dich aber auch öffnen. Keiner will dich dabei ausfragen oder in dein Leben eindringen, sondern dir nur helfen.

Informiere dich auch mal über die richtige Ernährung. Es sollte beispielsweise auf zuviel zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke verzichtet werden.

https://www.dr-gumpert.de/html/ads\_ernaehrung.html

Kannst auch noch weiter googeln.

Antwort
von TorDerSchatten, 24

Du brauchst eine Verhaltenstherapie, damit du lernst dich selbst zu strukturieren. Wichtig wäre ein Therapeut, der sich mit ADHS im Erwachsenenalter auskennt.

Wenn dir die Medikamente nicht helfen, kannst du dir nur selbst helfen. Wie, das kann man in so einer Therapie lernen.

Mein Sohn hat auch eine Aufmerksamkeitsstörung, die allerdings schon frühzeitig erkannt und diagnostiziert wurde. Medikamente bekam er, um die Regelschule "überstehen" zu können (Frontalunterricht). Jetzt macht er eine Ausbildung und braucht keine Medikamente mehr.

Ich wünsche dir alles Gute

Antwort
von 2951413, 22

Es ist wichtig dass du auch die Folgeerkrankungen, also Depression und Angststörung behandelst. Vorallem durch die Depression wird das hinausschiebek von Dingen und das Nichteinhalten von wichtigen Terminen verstärkt. Vllt hilft es, diese Folgesymptome auch medikamentös zu behandeln. Wenn du dich von deinem Arzt nicht ernstgenommen fühlst, solltest du einen Wechsel in Erwägung ziehen.

Antwort
von LaBruja, 6

Das Problem ist, das dein ADHS zu spät bemerkt wurde uns unbehandelt blieb. So hat sich mittlerweile ein großer 'Depressions Haufen' angesammelt. 

Aber das bedeutet nicht das du den Kopf in den Sand stecken musst. Wichtig ist, dass du Hilfe bekommst. Aber Hilfe von jemanden der sich wirklich mit ADHS auskennt und auch Tabletten verschreibt. Es kann auch helfen, wenn du dich über ADHS informierst und dich in Foren anmeldest, in denen andere Menschen mit adhs dir helfen können. 

Bitte deine Freundin, sich viel über ADHS zu informieren, damit sie dich besser versteht! Denn sonst werden auch da die Probleme nur größer.

Antwort
von robi187, 24

rede mal mit dem sozialarbeiter dort ob die dir helfen können?

https://www.dr-reisach-kliniken.de/adula-klinik.html

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