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AD(H)S durch falsche Ernährung

Frage von engelsblume engelsblume

Ich habe im Moment eine Frage die mich ziemlich beschäftigt! Und zwar habe ich adhs und nehme seit einiger Zeit Tabletten (concerta) deswegen. Seit ich diese Tabletten nehme komm ich viel besser mit anderen Leuten klar, bin viel besser in der Schule, fühle mich wohler, nerve mich selbst und andere nicht mehr so extrem, fange nicht gleich wegen jedem Kleinkram an zu weinen, hab mich allgemein viel besser unter Kontrolle, raste nicht wegen jedem Mist total aus, bin nicht so zickig, habe mehr Selbstvertrauen und es geht mir einfach viel viel besser egal in welchem Bereich. Das Problem ist nur, dass ich die Tabletten leider nicht immer nehmen kann, was mir echt riesige Angst macht. Bevor ich die Tabletten genommen hab ging es mir nicht gut, keiner wollte etwas mit mir zu tun haben und so weiter... Darüber habe ich neulich mit jemandem aus dem Bekanntenkreis gesprochen und diese meinte, dass man die Tabletten eig nur nimmt, wenn etwas im Gehirn nicht stimmt, das sie bei mir aber nicht den Eindruck hat das das der Fall ist sondern das es bei mir eig nur an der Ernährung liegt. Sie hat irgendetwas mit zu vielen Kohlenhydraten und Lebensmittelallergien erzählt. Genaueres weiß ich leider nicht mehr. Das würde ja bedeuten, dass alle Ärzte bei denen ich war bevor meine Eltern sich (wirklich schweren Herzens) für die Tabletten entschieden haben total unfähig sind. Wisst ihr da genaueres drüber, habt ihr damit Erfahrungen gemacht?

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Antworten (7)

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    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von Buckskin Buckskin

    Liebe engelsblume! Ich freue mich sehr für dich, dass du dich mit Concerta besser fühlst. :-)

    Solche Erlebnisse wie du schilderst, macht mich immer wieder traurig. Ich hatte schon viele Diskussionen über ADHS und Medis geführt, meistens mit Leuten, die selber nicht betroffen sind, wenig Einfühlungsvermögen haben und deshalb m. E. nur bedingt fähig sind zu verstehen, was ein ADSler fühlt.

    Ich selber bin eine erwachsene ADSlerin und Mutter von einem ADSler und nehme selber seit ca. 3 1/2 Jahren Concerta. Ich wäre momentan nicht mehr in der Lage ohne Medi den Alltag mit drei schulpflichtigen Kids zu bewältigen. Meine Erfahrungen mit Ritalin & Co. sind durchwegs positiv. Meiner Meinung nach sind nebst Medis verhaltenstherapeutische Massnahmen unbedingt notwendig. Je nach Kenntnis und Mitarbeit von Eltern und ADSler kann das in der Famile selber umgesetzt werden. :-)

    Im Gegensatz zu vielen (leider auch Betroffenen) habe ich eine positive Einstellung zu ADHS und unsere Familie hat nicht mehr Schwierigkeiten als andere "normale" Familien. Im Gegenteil, manchmal habe ich den Eindruck, dass wir trotz oder vlt. wegen unserem "Anderssein" glücklicher und zufriedener sind. Dazu brauchte es natürlich schon einige Veränderungen. :-) ADSler und ihre Familie müssen akzeptieren können, dass

    • anders auch ok ist,
    • Menschen unterschiedliche Entwicklungstempi haben,
    • jeder Mensch nach seinen Fähigkeiten gefördert werden sollte,
    • ADSler sich wirklich Mühe geben,
    • jeder Mensch Fehler macht,
    • ADSler ihrer Wahrnehmung entsprechend gecoacht werden müssen,
    • ADSler ausflippen, weil ihr Compi (Gehirn) abgestürzt ist

    und da gäbe es noch sehr viel mehr zu ergänzen. Die Grundvoraussetzung für deine erfolgreiche Entwicklung ist, dass du dich annimmst, wie du bist! Du bist Du, einmalig und wertvoll. Du bist bereits ein Sieger, weil du das Rennen im Bauch deiner Mutter gewonnen hast - und deshalb bist du hier! Yeah!!! :-D

    Aus meiner eigener Erfahrung kann ich dir schreiben, dass Mängel an Vitaminen Mineralstoffen oder Spurenelementen keinesfalls deine Probleme beseitigen können oder sogar Concerta ersetzen. Ich habe auch so vieles durchprobiert und zwar genügend lange. Ebenfalls habe ich einen Nahrungsmitteltest gemacht und angepasst. Alls das können die Symptome beeinflussen, jedoch nicht so markant, dass du keine medikamentöse Unterstützung mehr brauchen würdest. Das hängt von anderen Umständen ab.

    Deine Bekannte hat es sicher gut gemeint, doch sie scheint nur oberflächliche Kenntnisse über ADHS zu haben. Das Wichtigste bei Medis sind regelmässige Kontrollgespräche und dass du das passende Medi mit entsprechendem Wirkstoff bekommst sowie die Dosis richtig angepass ist. Es ist gut möglich, dass diese mehrmals angepasst werden müssen, weil du noch im Wachstum bist. Bei den negativen Äusserungen von Betroffenen selbst, denke ich mal, dass die meisten medikamentös falsch eingestellt wurden. :-(

    Btw, ADSler werden nicht abhängig von Ritalin & Co., im Gegensatz zu Nicht-ADSler. Wusstest du, dass nicht erkannte oder falsch behandelte ADSler später eher zu schädlichen Stimulanzien greifen, wie z. B. Alkohol, Nikotin, Koffein, Energy-Drinks oder sogar härtere Drogen? Hab's selber durchgemacht. :-)

    Also, bleib bei deinem Medi und versuche zusammen mit deinen Eltern über ADHS auf dem Laufenden zu bleiben. Wenn du Angst verspürst, kann dein Gehirn-Compi nicht mehr richtig arbeiten. Deshalb rede mit jemandem darüber, der dir helfen kann den "Knopf" wieder zu lösen. Ebenfalls empfehle ich dir wie schon einige andere hier, zusätzlich noch Vitamine & Co. zu nehmen. :-)

    Hier ist noch ein Link zu einem ermutigenden Praxis-Bericht von Dr. Ryffel über seine Langzeiterfahrungen mit Ritalin & Co.

    http://ads-mainz.de/Stimulanzientherapie.pdf

    Wieso kannst du die Concerta-Tabletten nicht immer nehmen? Alles Gute und bleib dir selber treu! :-)

    Kommentar von Buckskin BuckskinBuckskin

    Hey engelsblume, gaaanz herzlichen Dank für den Stern! :-)

    Ich hoffe sehr, dass es dir gut geht und dass du dich wieder sicherer fühlst. Lass dich nicht von Vorurteilen verunsichern. DIE ADHS gibt es nicht, weil jeder ADSler anders ist und somit auch jede Person individuell behandelt werden muss.

    Falls du wieder mal eine offene Frage haben solltest, teile ich sehr gerne meine Erfahrungen mit dir! :-) Liebe Grüsse aus der Schweiz


    "Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gegangen bist." -Indianischen Redensart-

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    Antwort von Dreimonstermami Dreimonstermami

    Also zuerst einmal: Ich würde mal davon ausgehen, dass deine Ärzte mehr Ahnung haben von ADHS als deine Bekannte, und dass es dir mit Concerta wesentlich besser geht als ohne, ist auch schon mal ein Zeichen, dass es bei dir wirklich ADS ist. ADS ist immer verschieden stark ausgeprägt, manchmal sind die Grenzen auch schwimmend....sowohl nach unten zum "Normal" sein als auch nach oben in Richtung Autismus. Manchmal merkt man es auch nur in der Schule oder nur im Studium. Manchmal wird es auch mit der Pubertät besser, da spielen soviele Faktoren eine Rolle, dass Laien sich da eigentlich kein Urteil erlauben sollten.... Ernährung kann aber oft verstärkend auf das Erscheinungsbild wirken. Manche Kinder drehen nach Traubenzucker bzw. Süssigkeiten extrem auf, ich habe bei meinen beiden Söhnen festgestellt, dass sie sehr viel verträglicher sind wenn der Fettstoffwechsel mit Omega3 und Omega6 Fettsäuren unterstützt wird. Es gibt tatsächlich aber auch Kinder die Lebensmittelallergien haben, bei einer gründlichen ADS- Diagnostik sollte das aber mit abgeklärt worden sein.

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    Antwort von markulf markulf

    AD(H)S ist nur bei sehr deutlicher Betroffenheit behandlungsbedürftig, der Übergang von AD(H)S zu einem "normalen" Verhalten ist fließend. Ohne AD(H)S sähe unsere Welt trist aus, hätte man Mozart, Napoleon, Kaiser Wilhelm II, Thomas Gottschalk, Michael Schumacher etc. Ritalin gegeben, würde heute kein Mensch von Ihnen reden. Stimulanzien "klinken" die Hirnfunktion meist in die richtige Richtung ein, so dass man keine Angst vor dem Absetzen haben muß, eine begleitende Psychotherapie ist aber sinnvoll. Über Nahrungsmittel ist noch nicht das letzte Wort gesprochen, die Meinung verantwortungsvoller Forscher muß verfolgt werden. Markulf

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    Antwort von Schlumpfine66 Schlumpfine66

    Wenn dir die Tapletten gut tun, dann nimm sie weiter hin, warum soll deine Bekannte mehr wissen als dein Arzt.

    Vieleicht würde dich auch eine Psychotherapie weiter helfen, und du von den Tapletten los kommen.

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    Antwort von diamon diamon

    Warum solte Deine Bekannte mehr wissen haben als erfahrene Ärzte? Habt ihr Euch nicht viel Zeit genommen für die Diaknose? Sicher haben Deine Eltern auch vorher sich Gedanken gemacht und andere Möglichkeiten in betracht gezogen, sicher gibt es Ernährungstipps wie z,B weniger Zucker...aber das hilft nur bedingt wenn überhaupt, Du hast doch gute Erfahrungen mit den Medikamenten gemacht, Du verträgst sie gut, da würd ich mir keine Gedanken machen, das verwirrt Dich nur, für ADSler sind Diese Medikamente nicht schädlich, hättest Du kein ADS würdest Du ganz anders darauf reagieren. Ich weiß man macht sich vorher viele Gedanken ob die Entscheidung für Medikamente richtig ist, aber manchmal geht es nicht anders und wenn es Dir gut damit geht dann ist es das richtige und es gibt keine Langzeitfolgen,im Gegenteil es erspart Dir viel Leid und Du fühlst Dich einfach besser, einbischen wie jeder andere auch.Also mach Dir keine Sorgen.

    Kommentar von Buckskin BuckskinBuckskin

    Diamon, DH! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

    Du hast mir eine Antwort abgenommen. :-D Thx! Dann geh ich heute mal früher ins Bett... schnarch

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    Antwort von Dragonlove4 Dragonlove4

    Hallo Engelsblume!

    Also , mein Neffe hat ADHS und bekommt Medikamente damit er durch den Schulalltag kommt, per Zufall ist durch einen Krankenhausaufenthalt bei ihm eine Fructose / Glucose-Intolleranz (oder andersherum Glucose / Fructose) festgestellt worden, und er darf seitdem vieles nicht mehr essen.

    Er hat im Krankenhaus vom Arzt eine Liste bekommen an die er sich halten muß, dort sind Lebensmittel aufgeführt die er nicht essen darf oder wovon er nur wenig essen darf. Laut dieses Arztes kommt es wohl oft vor das jemand der ADS bzw. ADHS hat auch oft dieses Problem zusätzlich hat.

    Meine Schwägerin sagt das seitdem sie die Ernährung umgestellt haben, er wesentlich verträglicher ist, allerdings reicht es nicht auch die Tabletten weg zu lassen. Lass doch bei dir mal so einen Tolleranztest machen, soweit ich weiß muß du nur eine Zuckerlösung trinken, davon allerdings ziemlich viel, vielleicht auch einmal in den Finger pieken das weiß ich jetzt nicht mehr so genau.

    Rede doch einfach mal mit deinem behandelnden Arzt darüber.

    Ich hoffe das bringt dir etwas

    LG Biggy

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    Antwort von wokoc wokoc

    Hallo engelsblume,

    dass Du Tabletten für bedenklich hältst ist ok, denn sie sind nur in Ausnahmen sinnvoll. Das Problem unseres Gesundheitssystems ist, dass es alle Beteiligten außer Patienten dafür belohnt, dass die Patienten krank sind. Denn nur ein kranker Patient sucht die Praxis wieder auf!

    Der zweite Aspekt ist unsere industrielle Ernährung. Weil die Produktion möglichst effizient sein muss (sonst kann man es nicht verkaufen) sind in den Feldfrüchten immer weniger Inhaltsstoffe. Dann werden diese Grundbausteine mehrmals verarbeitet und verlieren bei jedem Schritt weitere Inhaltsstoffe. Wenn Du es dann endlich isst, nimmst Du "leere Kalorien" zu Dir.

    Diese Kette ist der Hauptauslöser für alle Zivilisationskrankheiten, von sämtlichen Herz-Kreislauf-Fehlfunktionen über alle Formen der Gelenk-und Muskelerkrankungen bis zu psychischen Störungen. Denn ein Körper, der z.B. nicht mit den essentiellen Aminosäuren versorgt wird, kann nicht funktionieren - wird also krank oder stirbt.

    Interessant ist, dass praktisch kein Arzt nachmisst, ob der Körper sämtliche "Betriebsstoffe" in ausreichender Menge zur Verfügung hat, dabei wäre das ganz einfach.

    Gemessen werden Standards und dann wird die Gesundheit diagnostiziert. Die Ärzte lernen in den Unis in Kursen, die von der Pharmaindustrie gesponsert sind, höchst bedenklich.

    Du kannst einen kleinen Einblick bekommen, wenn Du mal nach Dr. Ulrich Strunz suchst, der redet laut und deutlich.

    Aber ich kann selbstverständlich nicht beurteilen, ob Dein ADHS genetisch bedingt ist.

    Hoffe, der kleine Denkanstoß bringt Dich ein Stück voran, Grüße.

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