Frage von penetrat0r, 72

ADHS - was tun?

Hallo.

Schon mehrmals hatte ich das Gefühl dass mit mir etwas nicht stimmt. Durch mehrere Recherchen im Internet nehme ich an dass ich ADHS habe. Viele Symptome treffen zu und mehrere ehrlich beantwortete Test bestätigen das auch (Ich weiß dass es keine richtige Diagnose ist aber dennoch etwas).

Ich weiß nun nicht wie ich vorgehen soll. Soll ich zum Arzt oder nicht? Werden die Kosten von Medikamenten (Ritalin o.ä.) von der (privaten) Krankenversicherung übernommen? Wie erklärt man das am besten den Eltern?

Würde mich über eure Antworten und Tipps sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

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Antwort
von TorDerSchatten, 43

Um das zu diagnostizieren, ist eine umfangreiche Befundaufnahme durch den Kinder- und Jugendarzt nötig. Ohne Rezept vom Arzt bekommst du kein Ritalin und glaub mir, es wird nicht leichtfertig verschrieben, es ist ein BTM-Rezept daß nicht einfach so mal ausgestellt wird.

Wenn du deinen Eltern erst was "erklären" mußt, hast du kein ADHS. Mein Sohn hat es seit Geburt und die Probleme fingen bereits vor dem Kindergarten an.

ADHS passier nicht einfach plötzlich, es zieht sich wie ein rote Faden durch das Leben der Betroffenen. Ein Test im Internet sagt da gar nichts aus, das ist lächerlich. Du mußt bereits in der Grundschule auffällig gewesen sein, wenn du es hast.

Kommentar von Brot454 ,

reicht der Kinderarzt? Muss das nicht ein Psychiater oder zumindest ein Psychologe prüfen?

Kommentar von TorDerSchatten ,

Wenn du unter 18 bist, ist der Jugendarzt zuständig, über 18 der Psychologe (der auch Medikamente verschreiben darf, also nicht nur ein Therapeut)

Kommentar von Wollvieh12 ,

Hmh, den Jugendarzt gab es mW in der DDR, heute hier gibt es den Kinderarzt bzw. den Kinder- und Jugendarzt. Den Psychologen gibt es nicht, das ist ein nicht geschützter Begriff, so darf sich jeder nennen. Vielleicht war Diplompsychologe gemeint, aber der darf ohne Zusatzausbildung (etwa zum Therapeuten) auch nicht klinisch arbeiten. BTW nicht jeder Therapeut darf Kinder/Jugendliche behandeln. Medikamente verschreiben darf keiner von den genannten ohne zusätzliche medizinische Ausbildung. Und ganz allgemein: Ein Kind, das ADHS hat, zeigt andere Auffälligkeiten als ein Kind mit ADS. Um es mal grob bildlich darzustellen: Nicht jeder mit Aufmerksamkeitsstörung ist ein Zappelphillipp. Methylphenidat kann trotzdem helfen.

Kommentar von martinpalatina ,

Stimmt aber ich habe schon Jugendliche erlebt bei denen Eltern die ADHS - Probleme in der Kindheit schlicht ignoriert haben - warum auch immer.

Antwort
von Smurf04, 72

geh erstmal zum arzt. adhs wird viel zu leicht diagnostiziert. deshalb keine voreiligen schlüsse ziehen

Antwort
von martinpalatina, 41

Wenn du Probleme hast dann such Hilfe, wenn nötig beim Arzt. Dem schilderst du die Probleme so exakt wie möglich, nicht deinen Eigenverdacht. Es kann nämlich gut sein dass du was ganz anderes hast was aber vielleicht im ersten Moment wie ADHS aussieht. Was genau - das rauszukriegen ist der Job des Arztes.

Kommentar von melinaschneid ,

Ich möchte da mal einen kleinen Einwurf machen. Es stimmt das man nicht sofort mit einem eigenverdacht ankommen sollte. Manchmal ist das aber nötig. Mein Arzt der mich seid 6 Jahren behandelt hat und auch durchaus Erfahrung mit adhs hat ist nie darauf gekommen. Nach 6 Jahren bin ich auf ihn deswegen zugenommen und der Verdacht hat sich nach der Diagnostik ( in einer Uni Klinik) eindeutig bestätigt. Ich habe sogar eine sehr ausgeprägte Symptomatik. Manchmal kann ein kleiner schubs in die richtige Richtung nötig sein. :)

Kommentar von martinpalatina ,

Ja. Gerade bei ADHS ist der Eigenverdacht oft richtig ABER die Leute werden es dem Doc trotz GuteFrage - Rat sagen und wenn man das bestärkt dann erzählen sie eventuell nicht ihre Probleme sondern gewissermaßen gefiltert. Das kann dann wenns blöd läuft eine Fehldiagnose geben und damit ist niemandem geholfen.

Deswegen: immer die Probleme schildern die aber so präzise wie möglich.

:)

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