Frage von Figaroelo 18.01.2011

Achtet man vor Gericht auf das philosophische Verhalten ?

  • Antwort von kayo1548 18.01.2011
    6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    es gibt in deutschland keine geschwornenen :D

    und was stellst du dir unter philosophischem verhalten vor?^^

  • Antwort von HektorPedo 18.01.2011
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Sicherlich fließt das Weltbild des Angeklagten auch (wie auch immer) in die Beurteilung durch den / die Richter ein. Geschworene gibt es im deutschen Justizwesen nicht.

  • Antwort von hansderweisse 18.01.2011
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    definiere philosophisches verhalten.

    selbstverständlich sollte ein strafgericht auch den kontext bewerten, in dem die tat begangen wurde.

    geschworene gibt es in deutschland nicht.

  • Antwort von Kampy 18.01.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Dir ist schon klar, dass es in Deutschland vor Gericht keine Geschworenen gibt, oder?

  • Antwort von Uarcu 18.01.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Was meinst du mit philosophischem Verhalten? Möglichst verschwurbelte Sätze von großer Tragweite von sich geben?

    Oder eher sowas wie ethisch/moralische Präsenz, also ob sich jemand ja nachdem offen, reumütig, wahrheitsliebend ungeachtet der eigenen möglichen Schädigung gibt?

    Falls letzteres, denke ich, kommt das sehr auf das Verfahren an. Geschworene, die man beeindrucken könnte, gibt es hierzulande nicht.

    Ein kleiner Zivilprozess ist eine recht nüchterne Angelegenheit und wird oftmals sehr knapp, mitunter unlogisch und sogar willkürlich abgehandelt - da liegt viel in der Hand des Richters. Bei einem größeren Strafprozess macht es durchaus einen Unterschied, ob der Angeklagte sich reumütig gibt. Häufig kann damit eine Strafmilderung erreicht werden.

    Und im übrigen ist es nie verkehrt, integer, ehrlich und offen zu sein … Falls du das überhaupt meintest …

  • Antwort von rolfmengert 19.01.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Zunächst zu dem Begriff: Man kann sich nicht philosophisch verhalten. Vor Gericht kann aber das Teilgebiet der Philosophie, das man Ethik nennt, für eine theoretische Analyse bedeutungsvoll werden. So können sich beispielsweise Angeklagte auf eine sog. "Pflichtenethik" im Sinne Kants berufen, indem sie ihre Handlung, die für jemanden Nachteile gebracht hat, damit begründen, dass sie darauf verweisen, sie hätten ihrer Pflicht zum Sagen der vollen Wahrheit entsprochen, obwohl dadurch jemand verraten wurde. --- Wenn man nun seine Handlung vor Gericht mit dem Verweis auf ethische Grundprinzipien begründet - diese können natürlich sehr unterschiedlich sein, da es ganz verschiedene ethische Leitprinzipien gibt - ist es durchaus möglich, dass der Richter daraus strafmildernde Argumente ableitet. (Er muss allerdings von der ehrlichen Haltung des Angeklagten überzeugt sein, d.h. aus dessen Biographie sollte erkennbar sein, dass dieser auch in seinem sonstigen Leben den gleichen ethischen Prinzipien gemäß handelt.--- Der letzte Teil Deiner Frage bezieht sich eher auf eine psychologische Problematik. So wie ich es sehe, geht es Dir da um die Frage der erkennbaren Ehrlichkeit. Das ist immer ein sehr wichtiger Punkt vor Gericht. Wer von Anfang an sichtbar machen kann, dass er um Ehrlichkeit bemüht ist, hat weit bessere Chancen, mit einer milderen Strafe bedacht zu werden. Kooperation bei der Wahrheitsfindung (es gibt ja viele Streitthemen vor Gericht, wo die Sachlage sehr kompliziert ist und ein schuldhaftes Verhalten überhaupt erst erkennbar werden muss) ist immer für den in die Handlung verwickelten Menschen günstig (z.B. bei einem Verkehrsunfall). Kann einem Beteiligten erst einmal eine massive Lüge nachgewiesen werden, wird er sicher auch in vollem Maße für sein strafbares Verhalten zur Verantwortung gezogen.

  • Antwort von Andi84 18.01.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    ich denke mal darauf wird eher bei der polizeilichen vernehmung geachtet. es ist ja im gerichtssahl nicht verboten zb eine sonnenbrille usw. zu tragen.

  • Antwort von alito18 18.01.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    du musst dich schon vorher aus das Gericht vorbereiten, man sollte anständige Klamotten tragen und nicht viel reden.

  • Antwort von berkersheim 18.01.2011

    Alle Menschen haben ein Verhalten, auch Richter, Geschworene oder Zeugen und Angeklagte. Wie weit das philosophisch reflektiert ist, sei dahingestellt. Außerdem ist nicht jede philosophische oder "möchte-gern-philosophische" Reflektion verhaltensleitend.

    Richter und Geschworene spielen eine gesellschaftliche Rolle und dazu sind Verfahrensrichtlinien, Gesetze und Standards der 'gerichtlichen Tatsachenfeststellung' leitend. In der Ausbildung zur Rechtswissenschaft (Richter, Anwälte) gibt es auch eine Rubrik "Rechtsphilosophie" und alle großen Philosophen haben dazu Beiträge geliefert - von Kant bis ... . Für Anwälte ist seit alters her die Rhetorik eines der wichtigsten philosophischen Teilgebiete, wozu z.B. bereits ein Sokrates seinen Beitrag geleistet hat. Dazu kommt, dass vor Gericht immer wieder Gutachter zu Wort kommen, die ihrerseits wiederum wissenschaftstheoretische Einstellungen haben, ebenfalls ein Teilgebiet der Philosophie. Prinzipiell herrscht aber ein gewisser Pragmatismus, d.h. kein Angeklagter wird damit durchkommen, dass er einen faktisch festgestellten Mord eigentlich nur im Traum begangen hat. Da ist ein gewisser bodenständiger Realismus doch eher die Plattform, auf die sich alle Beteiligten einigen können.

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