Achterbahnen Adrenalin was Ausschlaggebend?

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1 Antwort

Ich rede nur aus Erfahrung, aber eigentlich ist das ganze recht einfach. Die stärksten Adrenalinstöße verursachen wahrscheinlich steile Drops. Das Gefühl von freiem Fall bzw. in die Tiefe gerissen zu werden signalisiert den Körper Gefahr, was zum Adrenalinaustoß führt. Wie stark dieser ist, hängt von vielen Faktoren ab - wie steil ist der Drop, wie tief, wie schnell, beginnt er langsam oder reißt er die Mitfahrer in die Tiefe, sitzt man vorne oder hinten, was für ein Rückhaltesystem/was für Züge kommen zum Einsatz, wie ist die Umgebung des Drops, was ist drumherum, ist der Mitfahrer zuvor an diesem bereits Achterbahn gefahren, und ist der Mitfahrer Achterbahnen gewohnt oder sind sie etwas außergewöhnliches für ihn?

Natürlich verursachen nicht nur Drops Adrenalinstöße, generell starke G-Kräfte sorgen dafür, vor allem wenn sie schnell und unerwartet wechseln.

Sicherlich ist auch Airtime, d.h. wenn negative vertikale G-Kräfte herrschen (man wird aus dem Sitz gehoben) ein Auslöser für Adrenalinstöße.

Loopings sorgen bei mir nicht wirklich für Adrenalin, Kräftetechnisch passiert ja in einem Looping nicht viel. Allenfalls die Desorientierung die ein Looping erzeugen kann und die Höhe können für Aufregung sorgen.

Stärkere Adrenalinstöße erzeugen rasantere Inversionen wie Heartline-Rolls oder Korkenzieher, da hier zusätzlich zur Desorientierung starke Kräfte auftreten und man teilweise das Gefühl bekommt, aus dem Sitz geschleudert zu werden.

Was von dir nicht aufgezählt wurde, was aber auch sehr erschreckend sein kann, sind "Near-Miss-Effekte", das bedeutet z.B. Ein Balken über den Schienen kommt den Mitfahrer so nahe, dass sie Angst bekommen, sich den Kopf anzuschlagen, und deshalb erschrecken. (In Wirklichkeit sind diese Objekte immer in sicherer Entfernung, aber als Mitfahrer kann man das bei den Geschwindigkeiten nicht erkennen.)

Bei vielen baut sich schon beim Anstehen und Beobachten der Bahn ein Adrenalinpegel auf, der sich bis zur ersten Abfahrt langsam steigert. Der erste Drop löst dann einen Adrenalinstoß aus, der den Pegel stark anhebt. Die aufgezählten Faktoren sorgen für weitere Adrenalinstöße, sodass der Pegel während der Fahrt konstant recht hoch ist (bei einer ordentlichen Achterbahn). Mit dem erreichen der letzten Brems-Sektion fällt er allerdings recht schnell wieder ab, trotzdem bleibt für die nächsten Minuten noch spürbar etwas Adrenalin im Blut.

Aber das alles variiert von Mensch zu Mensch, ich selbst bin Achterbahnen mehr oder weniger gewohnt, dadurch ist mein Adrenalinpegel generell bei Achterbahnen recht niedrig. Bevor die Fahrt losgeht, also auch beim Aufstieg, tut sich bei mir so gut wie nichts. Beim Drop und bei Airtime und guten Inversionen heizt mir dann die Mischung aus Adrenalin und Endorphin natürlich schon ein.

Alle modernen Achterbahnen von renommierten Herstellern sind so entworfen, das Ohnmächtigkeit bei einem normalen, gesunden Menschen ausgeschlossen wird. Es gibt Höchstgrenzen für g-Kräfte, die Einhaltung wird in Deutschland vom TÜV kontrolliert. Wie viel g Menschen vertragen, wurde schon zuvor im Rahmen der Luft- und Raumfahrt erforscht, daher wurden die Höchstgrenzen für Achterbahnen wahrscheinlich davon hergeleitet. Für weitere Infos dazu empfehle ich, z.B. auf Wikipedia über "G-Kräfte" zu lesen.

Aber auch mit den Höchstgrenzen kann es bei Menschen mit schwachem Kreislauf (z.B. Blutdruckprobleme und andere Krankheiten) zu Ohnmächtigkeit und im schlimmsten Fall zum Tod kommen, was auch schon vorkam. Darüber müssen sich aber die meisten Menschen keine Sorgen machen, und wenn man Blutdruck- oder Kreislaufproblemen hat, fragt man seinen Arzt, ob man Achterbahnen fahren darf. 

Solange man die Sicherheitsvorschriften beachtet, sind Achterbahnen komplett ungefährlich und unschädlich.

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Kommentar von Cthight
11.10.2016, 10:35

Genau wie ich mir schon dachte dass die Drops das schlimme sind nicht der Looping wobei mancheiner denkt der Looping wäre schlimmer. Diese Toleranzgrenze kann ich erhöhen indem ich mich dran gewöhne. Als Einsteiger oder Ängstling wegen Höhenangst usw wären Bahnen geeignet die kurze Drops haben? Eine Blue Fire z. wäre demnach nicht so schlimm wie Silver Star trotz des Loopings da die Silverstar doch weit mehr harte Drops hat, richtig? Wenn ich mir die Ss schon anschaue dann kriege ich Angst. Ein Youtube Video sieht nie so schlimm aus aber ich weiß wenn ich mich da rein setzte würde ich evtl Panik bekommen alleinschon wegen der Höhe und dieser Ewig lange Lift.

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