Frage von Jessy061987, 1.038

Abzocke immergrün - muss Nachzahlung gezahlt werden?

Als mein Freund und ich im November 2012 zusammengezogen sind, haben wir uns für immergrün als Stromanbieter entschieden (die schlimmst Entscheidung meines Lebens sag ich nur). Da wir noch nicht einschätzen konnten, was wir für einen Verbrauch haben werden, haben wir uns für das Paket mit 3.700 kWh entschieden und sollten monatlich einen Abschlag von 72,00 € bezahlen und auch noch einen Willkommensbonus erhalten. So weit so gut...

Die erste Abrechnung bekamen wir dann im Ferbaur 2014 (Abrechnungszeitraum 21.11.12 - 31.12.13, Verbrauch 2.463,1 kWh - berechnet wurden aber die 3.700 kWh für die ersten 12 sowie 468,05 kWh für den restlichen Zeitraum). Mit der Abrechnung bekamen wir dann auch unseren BONUS!!!! - 61,40 €. Hier war auch erstmals für den Zeitraum ab dem 22.11.13 ein Grundpreis aufgeführt, von dem wir vorher nichts wussten.

Die zweite Abrechnung kam im Februar 2016 (Abrechnungszeitraum 01.01.14 - 31.12.14, Verbrauch 1.998,50 kWh). Hier sollten wir schon 71.88 € nachzahlen. Wir fanden das damals bereits komisch, haben aber brav nachgezahlt.

Im Frühjahr letzen Jahres haben wir den Vertrag nun gekündigt und Ende Dezember die Abschlussrechnung erhalten (Verbrauch 2.262,4 kWh, berechnet wurden aber wieder die 3.700 kWh - 697,3316 + 19% MwSt). Des Weiteren wurde auch wieder schön der Grundpreis erhoben. Wir sollen nun 205,22 € nachzahlen. Gibt es eine Möglichkeit, hier gegen anzugehen oder müssen wir die Nachzahlung hinnehmen? Wir haben die letzten Abrechnungen ja auch akzeptiert.Profitiert hat hier definitiv nur einer und das sind nicht wir!!!

Ich hoffe, ich bekomme zahlreiche und hilfreiche Rückmeldungen.

Vielen Dank schon mal. Jessica

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Strom, 824

ich fürchte das wird schwierig. denn rein formell betrachtet hat der Anbieter recht. er hat dir einen Paketpreis gemacht, dem entsprechend muss der nicht verbrauchte strom bezahlt werden...

jetzt mal abgesehen von den morlaischen aspekten ist das wie beim schrauben kaufen. du kaufst ein 100er Paket für sagen wir 5 € und brauchst aber nur 80 schrauben, dann kannst du die verbleibenden 20 nicht einfach so lose zurück geben.

in manchen Baumärkten kriegt man die schrauben auch lose, dann kostet aber eine nicht 5 cent, sondern 12 sagen wir mal... und wenn du mehr strom kaufst, als in eurem paket drin war, dann sind die mehr Kilowattstunden natürlich um so teurer...

ganz offen ausgesprochen finde ich beim Strom sind Paketpreise eine sauerei und das Kartellamt sollte dieses geschäftsmodell so schnell wie möglich verbieten.

die einzige chance, die ich für euch sehe ist ein auf verbraucherrecht spezialisierter Anwalt, der VIELLEICHT einen formfehler im Vertrag findet... aber darauf würde ich mich an eurer stelle nicht verlassen..

lg, Anna

Antwort
von Peeds, 423

ein Paketpreis bezieht sich auf das Paket - in Ihrem Fall 3700 KWh/Jahr u.A. bei Verfox wird auf folgendes hingewiesen:
Paket
Mit diesem Tarif kaufen Sie eine bestimmte Anzahl von Kilowattstunden.
Ein Minderverbrauch wird in der Regel nicht erstattet, der Mehrverbrauch muss zusätzlich bezahlt werden und wird jährlich abgerechnet.

Das Angebot richtet sich ausschließlich an Kunden, die ihren Verbrauch sicher einschätzen können und deren Jahresverbrauch stabil ist.
Bitte beachten Sie, dass sich der Preis für Paket-Tarife auch während der Laufzeit ändern kann, wenn im Angebot keine entsprechende Preisgarantie enthalten ist" ... soweit der Auszug aus Verifox

Bitte also Ihren Vertrag prüfen, ob dieser Passus "Preisgarantie bis ...") enthalten war.
Ansonsten haben Sie Lehrgeld bezahlt, Sie als auch die geschätze Leserschaft wird dadurch schlauer.
Wir haben übrigens seit 3 Jahren einen 2700 KWh Paketpreis und sind immer knapp darunter geblieben - da ich in unserem Eigentum unseren Strom-, Wasser- und Gasverbrauch jede Woche in einer (Excel) Tabelle aufschreibe (ok es ist eine "Marotte", aber hilfreich), kann ich unsere Verbrauchszahlen ziemlich genau vorhersagen,zumal ich auch Neuanschaffungen wie einen neuen Trockner, eine Kühltruhe etc. mit Datum protokolliere und den entsprechenden Minderverbrauch ab dem Installataionsdatum auch entsprechend (grafisch und in Zahlen) sehe.

Antwort
von jofischi, 408

ohne die genauen Vertragsdetails zu kennen, ist hier ein Rat eher nicht möglich. Ein Grundpreis ist im Strompreis immer zu zahlen, hinzu kommt der Verbrauch. Wenn ihr einen Vertrag unterschrieben habt, der einen Mindestverbrauch vorsieht, so müsst ihr diesen auch bezahlen.

Antwort
von 12132nibe, 488

Wer nimmt denn heute schon Strompakete.Der nachteil ist wenn du die nicht verbraucht hast werden dir diese trotzdem berechnet so ist das bei Paketen.Ich verstehe aber auch nicht wieso man mehrere Jahre bei den gleichen Anbieter bleibt.Heute wechselt man jedes Jahr.schließlich ändert sich ständig was (Strompreis)und Bonus.

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