Frage von sabrina312, 79

Abstinenznachweis MPu?

Hallo, Ich habe schon viel gelesen und mit verfolgt hier und hätte mal gerne kurz eure Stellungnahme oder Meinungen . Ich wurde vor Ca.2 Wochen angehalten beim Auto fahren mit einem Atemalkoholwert von 1,56 und BAK von 1,6. Erste Fahrt sonst keine negativen Einträge oder Auffälligkeiten. Gestern rief ich beim TÜV an und die sagten mir nach kurzem Gespräch am Telefon der nächste freie Termin zum Vorgespräch wäre erst Ende Mai frei und ich solle mich aber jetzt schon für eine Abstinenznachweis von einem Jahr anmelden und auch direkt 700 Euro bezahlen weil ich das auf jeden Fall brauche ..ich bin jetzt total unsicher weil ich mich frage wie die Dame von der TÜV stelle jetzt schon wissen kann was ich brauche und was nicht. Reicht mir nicht auch der Nachweis von 6 Monaten oder könnte ich durch die Mpu mit dem kontrollierten trinken kommen ? Das alles ist ja auch ziemlich teuer und vll brauche ich am Ende gar nicht ein volles Jahr ? Ich bin echt total hin und her gerissen .. Danke euch schonmal im voraus :-)

Expertenantwort
von nancycotten, Community-Experte für MPU, 46

Hallo Sabrina312,

der Tüv war die denkbar schlechteste Anlaufstelle um eine adäquate Auskunft zu bekommen.

Warum? Weil der Tüv von den zusätzlichen Einnahmen, wie z.B. überteuerte MPU-Kurse, lebt. Im Beratungsgespräch, welches du Ende Mai vereinbaren kannst, wird dir mit hoher Wahrscheinlichkeit ein solcher Kurs "angeboten" werden, da du sonst -angeblich- keine Chance auf ein pos. Gutachten hast.

Genauso verhält es sich mit den Abstinenznachweisen. Dies ist eines der größten Geldeinnahmequellen (für ALLE Begutachtungsstellen) und wird daher sehr gerne "verkauft"...

Natürlich hast du vollkommen Recht, ohne das jemand deine Trinkvorgeschichte kennt, kann gar nicht beurteilt werden ob du AB leben musst, oder ob du noch einen risikoarmen Umgang (KT) mit dem Alk. pflegen kannst.

Dazu muss erstmal hinterfragt werden ob du noch im Bereich der Alk.gefährdung oder bereits in der Missbrauchsschiene warst.

Also lass dir da nix einreden und erkundige dich vorher (z.B. bei einem freien Verkehrspsychologen) was das Richtige für dich ist.

Du kannst auch gerne mal hier auf meine Profilseite schauen, da steht ein Link für ein kostenloses MPU-Forum, indem du dich mal einlesen (und auch Fragen stellen) kannst. Dort kann schon sehr gut eingeschätzt werden, was in deinem Fall der richtige Weg ist.

Noch zur Info:

Bei einer freiwilligen AB (6 Monate) ist laut den Beurteilungskriterien gar kein Nachweis der Abstinenz nötig - dies ist erst bei einer geforderten Abstinenz (12 Monate) wichtig.

In der Theorie klingt das gut, in der Praxis würde ich aber eher empfehlen die AB auch bei 6 Monaten nachzuweisen...

Gruß Nancy

Kommentar von sabrina312 ,

Guten Morgen !
Vielen Dank erst mal für deine ausführliche und schnelle Antwort . Ich kann mommentan überhaupt nicht klar denken jeder sagt mir was anderes und ja ich habe einen Termin bei einem einzelnen privaten Verkehrspsychologen am nächsten Dienstag er hat mir auch erst mal davon abgeraten den Vertrag jetzt schon zu unterschreiben erst mal müssten wir reden. Habe die Adresse vom TÜV von meinem Anwalt bekommen die Frau war so nett da glaubt man natürlich erst mal alles :-( der Termin wäre mittags um 12 Uhr gewesen und ich sagte das wäre für mich aufgrund der Arbeit unmöglich und wo die nächste stelle ist bei der ich fragen kann. Antwort : in Würzburg das wäre 300 km von mir weg ! Wie soll ich das denn bitte ohne Auto schaffen :-( also wäre es egal falls ich Nachweise bringen muss wo ich das mache und auch bei welchem Gutachter ich die Vorbereitung mache ? Danke dir nochmals und ich werde mich gleich auf deiner Seite einlesen !:-)

Kommentar von sabrina312 ,

Oh da fällt mir noch was ein :-( könntest du mir vll noch sagen wie sicher man mit dem Maßnahmen die man mit dem Vorbereiter für eine positive mpu ist? Mir fällt es so schwer nach den ganzen Telefonaten noch jemandem zu trauen :-(

Kommentar von nancycotten ,

Hallo Sabrina,

das kann ich gut verstehen das du verwirrt bist. Die Informationen, die man zur Vorbereitung erhält, sind oftmals sehr spärlich und mitunter auch total unterschiedlich :-(

Genauere Infos erhält man erst, wenn man Geld investiert....

Zu deinen Fragen:

also wäre es egal falls ich Nachweise bringen muss wo ich das mache und auch bei welchem Gutachter ich die Vorbereitung mache ?

Die Nachweise müssen auf jeden Fall in einem akkreditierten Labor gemacht werden die den CTU-Kriterien entsprechen (da sie sonst, von der Begutachtungsstelle = BfF, bei der du später die MPU machst, nicht anerkannt werden). Hier könntest du googlen was es in deiner Nähe gibt (oder den VP fragen zu dem du gehen willst). Es gibt bei den Anbietern gravierende Preisunterschiede. Am sichersten ist man natürlich wenn man die Nachweise bei einer BfF machen lässt, dort sind sie allerdings am teuersten.

Wenn du dich bei einem "freien" VP vorbereitest, wird er dir in der Regel ein BfF vorschlagen mit dem er gute Erfahrungen gemacht hat und du bist auch frei in deiner Auswahl.

Hier ist der TÜV die Ausnahme, da dies die einzige BfF ist, die noch Beratungsgespräche anbietet (denn diese sind seit einigen Jahren offiziell verboten und der TÜV bietet diese Gespräche z.B. unter dem Namen "Nordkurs" o.ä. an). Wenn du so ein Gespräch wahrnimmst, solltest du deine MPU später auch beim TÜV machen, da davon ausgegangen werden kann das sie ihren eigenen Empfehlungen folgen werden...

Das o.g. hat vllt. auch schon diese Frage von dir beantwortet:

könntest du mir vll noch sagen wie sicher man mit dem Maßnahmen die man mit dem Vorbereiter für eine positive mpu ist?

Eine Garantie gibt es natürlich nie. Die Belege über den Besuch eines VP und auch die Nachweise über eine evtl. Abstinenz würden nicht ausreichen, wenn man seine Einstellung zu seinem "Fehlverhalten" nicht geändert hätte, denn das ist das Wichtigste, die Auseinandersetzung mit sich selbst und das Erkennen was "falsch gelaufen" ist...

Anders herum ist es allerdings genauso - wenn du selbst erkennen kannst, woran es gelegen hat, dass du zuviel getrunken hast und es aus eigener Kraft schaffst, dies dauerhaft zu verändern, brauchst du nicht zwingend einen VP, teure Kurse oder sonstwas, um die MPU zu bestehen.

Wichtig bist erstmal du selbst! Was möchtest du? Wie kannst du dir vorstellen künftig mit dem Alk. umzugehen...etc. Dabei kannst du dir Hilfe suchen (z.B. auch bei einer Suchtberatungsstelle, denn diese sind nicht nur für Süchtige da, sondern auch für Menschen die den Alk. missbräuchlich konsumiert haben), die erstmal gar nichts kostet.

Ob deine Vorbereitung für ein pos. Gutachten ausreichend ist, entscheidet der Gutachter am Tag der MPU, aber - je mehr du dich eigenverantwortlich darauf vorbereitet hast, umso größer sind deine Chancen :-)

Gruß Nancy

Kommentar von sabrina312 ,

Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort :-) ich meinte nur ob der TÜV oder Dekra oder sonstige stellen mir Probleme machen könnten wenn ich die Vorbereitung nicht dort treffe. Ich werde am Dienstag jetzt zu meinem Termin gehen und abwarten was er sagt. Falls er sagen sollte Abstinenz oft dringend notwendig mache ich das natürlich darum geht es mir nicht ich habe vorher auch manchmal wochenlang nicht getrunken deswegen war ich auch so abgeschreckt und überfordert weil ich ja hoffe das mein fs nicht 1 ganzes Jahr weg ist :-( habe auch über das Modell 77 bereits gelesen aber ich denke da Wird er mir bestimmt auch Auskunft geben und mir sagen was zu tun ist. Am liebsten hätte ich den Dienstag jetzt schon :-( vielen Dank nochmal du hast mir sehr geholfen !

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