Frage von wiejetzt0815, 59

Abschreibungen in der EÜR mit Buchhaltungssoftware - Saldo des Bankkontos?

Ich habe mir nun inzwischen die Xte "einfache Erklärung" einer Abschreibung im Netz rein gezogen. Wie das ganze gedacht ist, glaube ich auch inzwischen verstanden zu haben. Nur fehlt mir leider in jeder einzelnen Erklärung mal ein echter Praxisbezug.

Ich verwende eine Buchhaltungssoftware (Lexware Buchhalter) in Verbindung mit der Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Angenommen ich kaufe nun einen Gegenstand für 360,- EUR.

Dieser darf ja nun nicht sofort als Betriebsausgabe geltend gemacht werden, sondern als GWG wohl erst am Jahresende (?).

Also würde ich das Ding nun in das GWG Verzeichnis eintragen, weil es ja keine sofortige Betriebsausgabe sein darf. Das Programm bucht es dann am Jahresende automatisch als Betriebsausgabe.

Mein Problem: Ich habe zur Zahlung des Gegenstandes mein Bankkonto verwendet. Da ich aber die Ausgabe nicht sofort buchen darf, stimmt nun mein Bankkonto nicht mehr mit dem Saldo in der Buchhaltungssoftware überein.

Soll das denn so wirklich richtig sein? Da gibt es doch sicher trotzdem eine Buchungsmöglichkeit, damit es am Ende wieder überein stimmt, bei der es dann eben nicht sofort eine Betriebsausgabe ist, oder?

Und was ist bei einer Abschreibung eigentlich mit der Mehrwertsteuer? Kann ich mir die dann auch nicht sofort zurück holen sondern erst am Jahresende bzw. über Jahre verteilt?

Ich bitte um gute Ratschläge, wie man es nun richtig macht und bedanke mich vielmals im Voraus!

Antwort
von MenschMitPlan, 33

Wieso stimmt dein Banksaldo nicht? Buchungssatz: GWG an Bankkonto, was passt da nicht? Die Vorsteuer ziehst du, wenn Leistung ausgeführt ist und Rechnung vorliegt.

Antwort
von FordPrefect, 32

Du vermischt hier gedanklich zwei Dinge - nämlich die Beschaffung des Anlagegutes und dessen Abschreibung.

Mit dem Kauf des GWG (wenn es denn eines ist...) erfolgt die Verbuchung auf das Konto GWG gegen das Bankkonto. Also etwa im SKR04 0670 an 1800. Damit stimmt der Banksaldo, und das Gut ist korrekt in der Buchhaltung verbucht.

Zum 31.12. wird nun der Wert dieses Anlagegutes (weil GWG) faktisch bereits wieder abgeschrieben auf Null:

Buchung (SKR04): Kto 6262 (Abschreibungen an Sachanlagen) an 0670.

Details wie Poolbildung etc. habe ich jetzt mal bewusst außen vor gelassen.

Antwort
von Helmuthk, 36

Wenn Du ein Anlagegut - egal ob GWG oder sonst ein Anlagegut - kaufst, buchst Du immer als Gegenbuchung Verbindlichkeiten, Kasse oder Bank.

Du buchst auf GWG- beim SKR03 auf das Konto 480- und Gegenbuchung ist Bank.

Wenn Du den Bruttobetrag buchst, dann erfasse das Konto "GWG" mit dem richtigen Vorsteuerschlüssel.

Nimm ein anderes Beispiel: Du kaufst eine Maschine für 1.000,00 €.

Den Kauf buchst Du auf das entsprechende Anlagekonto mit Steuerschlüssel, und auch hier wird die Gegenbuchung "Bank" sein.

Oder willst Du jedes Jahr nur den Zugang in Höhe der AfA buchen?

Kommentar von wiejetzt0815 ,

Super, vielen Dank! Das ist genau das, was ich wissen wollte! ;-)

Eine Frage hätte ich dann doch noch. Dafür muss ich noch mal auf das GWG-Beispiel zurück kommen, da dies grade in der Realität passiert.. :-)

Also wenn ich dass nun so mache:

Betrag: 359,90 (Brutto)

Soll: Konto 480

Haben: Konto 1200

--> Dann sagt das Programm "Die Buchung übersteigt den Steuerlich zulässigen Betrag für geringwertige Wirtschaftsgüter. Wollen Sie die Buchung wirklich vornehmen?"

Ich dachte die gehen bis 410 EUR... Könnt ihr mir das noch erklären?

Beste Grüße


Kommentar von FordPrefect ,

Welche Version Lexware Buchhalter und welches Buchungsjahr wird hier denn genutzt? Die GWG-Behandlung ist leider der reinste Steinbruch der Steuerpolitik, und ändert sich fast jedes Jahr...

NB.: Die Fehlermeldung kommt auch, wenn man mehrere GWGs in einem Betrag buchen will, und die Summe den zulässigen Höchstbetrag übersteigt. Buchen kann man das trotzdem, es ist nur ein Hinweis.

Kommentar von wiejetzt0815 ,

Naja die Software ist schon von 2013.... und es geht um das Buchungsjahr 2016... Also kann ich das vermutlich ignorieren?

Kommentar von FordPrefect ,

Das ist eine alte Einstellung, die hier "dazwischenfunkt". Bei neu angelegten Firmen sollte der Wert eigentlich automatisch stimmen, aber bei älteren Buchhaltungen passt das ggfs. nicht. Bitte dazu mal im Buchhalter auf Verwaltung->Kontenverwaltung gehen und das Konto 480 mit Doppelklick öffnen. Wenn man einmal mit "Weiter" auf das zweite Ansichtsblatt geht, findet man da einen editierbaren Eintrag mit einem Optionsfeld "Warnung bei Beiträgen über..." - den Wert einfach auf € 410 stellen, abspeichern, fertig.

Kommentar von wiejetzt0815 ,

Alles klar, der war auf 150 eingestellt. 

Vielen Dank für die ganzen Informationen (auch an die anderen Schreiber)! Das hat mir wirklich sehr weiter geholfen und für mich endlich Licht in ein Thema gebracht, welches mich schon seit einem ganzen Weilchen beschäftigt und wozu ich bisher nirgendwo zufriedenstellende Antworten gefunden habe.

Thx!

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