Frage von tinetine 28.11.2011

Abschluss einer priv. KV, RV, BU oder Unfallversicherung / Gesundheitsfragen

  • Antwort von DerHans 28.11.2011
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Bei einer reinen Rentenversicherung werden keine Gesundheitsfragen gestellt. Wozu auch, wenn du vorzeitig versterben solltest, spart die Versicherung ja Geld. Wenn du schon einmal psychische Störungen hattest, (egal aus welchem Grund), musst du das auf jeden Fall angeben. Bei einer BU und privaten KV wird es dann schon schwierig. Auf keinen Fall solltest du dich auf einen Ausschluss einlassen. Im Schadensfall kann dann sonst was darauf zurück geführt werden.

    Bei einer Unfallversicherung ist es wiederum relativ egal.

  • Antwort von RHWWW 28.11.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo,

    vielleicht ist dieser Link zu Gesundheitsfragen interessant:

    http://www.test.de/themen/versicherung-vorsorge/test/Formulare-der-Privaten-Kran...

    Beispiele für gravierende Folgen:

    Wenn man bei der letzten Grippe Kopfschmerzen hatte und der Arzt diese in seinen Unterlagen notiert hat, kann es bei der späteren Feststellung eines Hirntumors gravierende Probleme geben. Ich habe auch von einer Person gehört, die Probleme hatte ein Schnarchergerät bezahlt zu bekommen, da sie das Schnarchen nicht als Vorerkrankung angegeben hatte. Man sollte alle (!!!!!) in dem abgefragten Erkrankungen bzw. Beschwerden angeben. Bei vergessenen Erkrankungen kann die Versicherung den Vertrag beenden!

    Der Vergleich GKV - PKV ist grds. ein lebenslanger Vergleich. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Gründung/Vergrößerung der Familie" und Verringerung der Einnahmen.

    Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

    Kurzarbeit, unbezahlter Urlaub/Sabbatjahr, Insolvenz, teilweise bei Arbeitslosigkeit , späteres (Zweit-)Studium, Frührente wegen Erwerbsminderung, Altersrentner, Hausmann, Auszeit wegen Kindererziehung -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

    Ggf. sind zusätzliche Beiträge für Kinder oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen.

    Die Beiträge für den nichtberufstätigen Ehegatten werden in der GKV nach der Elternzeit (manchmal auch in der Elternzeit) immer nach der Hälfte der Einnahmen des PKV-Ehegatten berechnet (§ 240 SGB V letzter Absatz). Wenn der Ehegatte chronisch krank ist, ist ein Beitritt zur PKV oft ausgeschlossen.

    Auch Scheidung und ggf. erneute Heirat/Stiefkinder können gravierende Auswirkungen haben.

    Für Kinder sind pro Kopf Beiträge zu zahlen. Die Leistungen für die Kinder sind dann oft auf die Tarife für die Eltern begrenzt. Hier sind unter dem Suchbegriff "PKV" viele Erfahrungen von Betroffenen vermerkt:

    rehakids.de/phpBB2/forum21.html

    Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

    • Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

    • Hilfsmittel: Katalog der GKV:

    db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

    Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

    • Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

    • Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

    -> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

    • für Arbeitnehmer Krankentagegeld: Wenn die selbe Krankheit wiederholt auftritt, braucht der Arbeitgeber insgesamt nur 42 Tage Entgeltfortzahlung zu leisten. Wenn das Krankentagegeld immer erst ab dem 43. Tag gezahlt wird, entsteht ggf. eine längere finanzielle Lücke.

    Man kann "PKV-Experten" auch eine Testfrage stellen: "Brauche ich als Arbeitnehmer eine Absicherung für Kur/Reha?". Wenn die Antwort lautet, dass das nicht erforderlich ist, da die Rentenversicherung für Arbeitnehmer die Kosten trägt, ist das nur die halbe Antwort. Als Rentner (auch Frührentner) besteht später dann keine Absicherung mehr. Die spätere PKV-Absicherung für Reha wird dann unmöglich bzw. (fast) unbezahlbar sein.

    In der PKV werden notwendige Leistungen in angemessener Höhe erstattet. Was angemessen ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden nur anerkannte Methoden erstattet.

    §5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

    pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

    Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkasse verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

    Vielleicht interessant:

    focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

    bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

    pkv-ombudsmann.de/

    (unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

    Wenn die PKV günstiger als die GKV ist, profitiert der Arbeitgeber zur Hälfte von der Ersparnis. Wenn die PKV (früher oder später) teurer als die GKV ist, trägt man als Versicherter die Mehrkosten allein (Arbeitgeber oder Rentenversicherung beteiligen sich daran nicht): § 257 SGB V und § 106 SGB VI

    Die Entscheidung hat vermutlich lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

    Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

    Gruß

    RHW

  • Antwort von VersBerater 02.12.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Hallo, diese Frage ist einerseits sehr einfach zu beantworten: Eine BU sollte unbedingt sein, aber bitte nicht gekoppelt mit einer anderen Form von Sparverträgen (LV oder Renten). Dies kann zu Prüblemen führen, will man an der BU oder dem Sparvertrag etwas ändern. Sparen und Risiko sollte getrennt behandelt werden.

    Eine UV ist kein Ersatz für eine BU, wobei eine BU auch kein Ersatz für eine UV ist. Beide Verträge ergänzen sich in einigen Teilen. Also absolut getrennt zu betrachten. Eine BU zahlt immer, auch wenn eine Krankheit eingetreten ist, eine UV halt nur bei einem vorangegangenen Unfall, bei Krankheit eben nicht.

    Bei allen Verträgen müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden, es wird nur in unterschiedlicher Intensität gefragt, weil auch das Risiko für die jeweilige Sparte anders zu bewerten ist. Dies wurde hier schon ausgeführt.

    Die Antragsfragen für eine Kranken- und BU-Versicherung sind die mit Abstand umfänglichsten und damit auch die, wo man schnell die größten Fehler machen kann.

    Was ich nun ausführe gilt für beide Sparten: Die Gesundheitsangaben sind 200%-ig korrekt auszufüllen. RHW hat schon eine entsprechende Aussage getroffen und ich möchte Dir folgende tägl. Erfahrung schildern: Eine noch so geringe Erkrankung (Erkältung) kommt durch ein schlimmes Ereignis (Herzinfarkt) ans Tageslicht, weil der Versicherer dann anfängt die entsprechenden Erkundigungen bei Ärzten, Krankenhäusern, Psychotherapeuten, Heilpraktikern, Krankenkassen und Sanatorien einzuholen. Und diese Recherchen können bis zu 10 Jahre zurückliegen. Dann erhäkt der VR von einer Erkältung Informationen, welche noch nicht einmal mit dem Herzinfarkt im unmittelbaren Zusammenhang stehen muss, dann erklärt der Versicherer den Rücktritt vom Vertrag und ficht ihn auch wegen vorvertraglicher Anzeigepflichtverletzung und arglistiger Täuschung an. Das Ergebnis davon ist dann: Der jeweilige Vertrag wird rückwirkend ab Beginn aufgehoben, Du hast also in diesem schlimmen Ernstfall nun keinen Versicherungsschutz mehr, bleibst auf den Kosten sitzen und hast alle bis dahin bezahlten Beiträge verloren, weil sie beim VR verbleiben und nicht zurückgezahlt werden müssen. Einen neuen Versicherungsschutz wirst Du nicht mehr bekommen, weil Du nun schwer erkrankt bist und die vom Vorversicherer ausgesprochene Anfechtung angeben musst. Das war's dann auch. In Folge wird alles andere nun auch zusammenbrechen. Das interessante dabei ist, der VT braucht nur zu behaupten, dass, wenn er von der Erkältung erfahren hätte, er hätte den Antrag damals nicht zu den üblichen Bedingungen angenommen (egal ob diese Aussage stimmt oder nicht). Dies müsste dann in Kleinstarbeit nachgewiesen werden, dass diese Erkrankung keinen Einfluss auf die Annahme des Vertrages gehabt hätte, war schier unmöglich ist.

    Andererseits ist unter Berücksichtigung Deiner hier gemachten Angaben doch mit erheblichen Problemen in der Annahme zu recnen, vor allem weil Deine Erkrankung(en) noch nicht lange genug zurückliegen um eine wirkliche Unbedenklichkeit zu äußern, gerade was die KV und BU betreffen.

    Ein seriöser Versicherungsvermittler (Vertreter/Makler) oder Versicherungsberater wird auf jeden Fall im Vorfeld, bevor die Anträge aufgenommen werden, entsprechende Voranfragen bei allen o.g. Institutionen halten (müssen), um die Ergebnisse dann dem jeweiligen VR vorzulegen. Dies ist sehr aufwändig, hat aber den Vorteil, dass heute bereits alle Informationen vorgelegt werden können, die der VR im Leistungsfall ebenfall erhalten würde. Dann kann es im Leistungsfall nicht mehr zu bösen Überraschungen kommen und der Versicherugsschutz bleibt gewahrt. Außerdem hast auch Du einen Überblick über alles das, was man an diesen verschiedenen Stellen über Dich gesammelt hat.

    ies soll Dir zeigen, dass diese Thematik (KV/BU) nicht in beruflich unerfahrene Hände gelegt werden sollten, den Ärger hast nachher ausschließlich Du. Wende Dich an einen VVermittler/VBerater mit langjähriger Berufserfahrung auf diesem Spezialgebiet, der Dich auch rechtssicher beraten kann und dafür auch entsprechend haftet.

  • Antwort von franz0503 05.03.2013

    Hallo, bist Du vom "Fach"? Weil Du die ganzen Abkürzungen benutzt wie ein Profi. Also, wenn Du umfassend (=richtig) abgesichert sein willst, benötigst Du bis auf die private Krankenversicherung alle von Dir genannten Policen. Den Krankenversicherungsschutz kannst Du Dir auch gesetzlich beschaffen.

    Grundsätzlich werden bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), privaten Krankenversicherung, Lebensversicherung und Unfallversicherung Gesundheitsfragen erforderlich. Aber wie immer im Leben gibt es fast überall auch Ausnahmen.

    Am Markt kann man sogar BU-Schutz - zumindest für die Beitragsbefreiung - auch ohne Gesundheitsfragen erhalten, bei privaten Rentenversicherungen fallen bis auf "DIE EXTRA RENTE" ebenfalls keine Gesundheitsfragen an, da ja hier nur die Langlebigkeit und kein vorzeitiger Tod versichert werden. Insofern kann sogar ein Todkranker noch eine private Rentenversicherung abschließen.

    Im Bereich der Unfallversicherung fragen die allermeisten Versicherer den Gesundheitszustand ab, doch es gibt auch einige wenige Konzepte, welche ganz auf Gesundheitsfragen verzichten. Ich selbst habe aufgrund einer angeborenen Krankheit hier die besten Erfahrungen gemacht, nachdem mir eine gute Bekannte diesen Tipp gegeben hatte:

    http://www.beste-unfallversicherung.de/

  • Antwort von DerHans 19.12.2012

    Da Mobbing Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat, dürfte es anschließend schwierig werden eine private Kranken- und eine BU-Versicherung zu bekommen.

    Eine reine Renteneversicherung kennt keine Gesundheitsprüfung. Bei einer Unfallversicherung wird in der Regel nur gefragt: "Sind Sie zur Zeit gesund?"

    Grundsätzlich sind Gesundheitsfragen peinlichst genau zu beantworten (natürlich wahrheitsgemäß) sonst kannst du dir das Geld gleich sparen.

  • Antwort von LarsPerson 28.11.2011

    Hallo Tine, Gesundheitsfragen werden bei folgenden Anträgen ausführlich gestellt:

    • private Krankenversicherung / Zusatzversicherung
    • Berufsunfähigleitsversicherung

    Bei einer psychischen Erkrankung wirst Du keine PKV bekommen und bei der Berufsunfähigkeitsversicherung auch nur mit Ausschluss eine Police bekommen. Ob das aber Sinn macht, läßt sich nur in einem persönlichen Gespräch klären!

    Bei der Rentenversicherung oder Unfallversicherung gibt es Gesundheitsfragen nur in ganz begrenztem Umfang, kommt immer darauf an, welche Zusatzleistungen gegebenenfalls mitversichert werden.

    Ist der ärztliche Rat denn aufgrund psychischer Probleme gegeben worden? Vielleicht sogar von einem Therapeuten? Bzw. gibt es eine Diagnose, auf Basis derer Dir geraten wurde, den Job zu kündigen?

    Wenn Du eine Berufsunfähigkeitsversicherung suchst, macht es auf jeden Fall keinen Sinn, die durch eine Unfallversicherung zu substituieren. Ohne die genauen Hintergründe zu kennen, ist es aber schon mal gar nicht sinnvoll Dir hier etwas zu raten.

    Für wirklich individuelle Informationen solltest Du einmal einen unabhängigen Makler kontaktieren, der kann Dir ein Konzept erarbeiten, das Deinen persönlichen Zielen und Wünschen entspricht, dafür ist der Makler da und dafür haftet der auch ...

    Beste Grüße aus Braunschweig, Lars Person.

  • Antwort von user1074 28.11.2011

    Also du MUSST die Krankenversichern, in die private kommst du nur mit genug Verdienst rein.

    Rentenversicherung ist quasi eine Anlagestrategie, also du probierst nicht, ein Risiko abzusichern, sondern im Alter viel Geld zu haben.

    BU ist wenn du nicht mehr Arbeiten kannst, da wollen sie natürlich abchekcnen, wie groß das Risiko ist, daher die Gesundheitsfragen

    Unfallversicherung ist gegen Schäden, aber eher aufgrund eines Unfalls, da dürften weniger Gesundheitsfragen kommen.

    Meine Meinung: Die letzten beiden sind vor allem sinnvoll, wenn du eine Familie hast, aber auch dann nur beschränkt ... im Zweifel gewinnt bei jeder Versicherung die Versicherung und der versicherte zahlt im Schnitt drauf... von daher gibt es Leute wie mich, die zu viele Versicherungen für quatsch halten und auf BU etc. verzichten.

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