Frage von Hannelore1111, 33

Abschlag Nebenkostenabrechnung muss der annähernd die tatsächlichen Nebenkosten angeben?

Hallo, habe in meinem Mietvertrag 80,00 € Nebenkosten stehen. In diesen Kosten sollen Wasser, Abwasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Allgemeinstrom, Versicherung (Gebäude und Gebäudehaftplicht), Grundsteuer, Anschluss an Haussatellitenanlage, Wartung der Satellitenanlage, Wartung Heizung, Kosten Aufzug (Wartungen, Prüfungen, Reparaturen) Flurreinigung, Hausmeister, Gartenpflege, Winterdienst enthalten sein. Auf meine Frage, bevor ich den Mietvertrag unterschrieben habe, ob der Abschlag denn reichen würde, ich hätte nicht so gerne am Jahresende eine Überraschung, sagte man mir, das passt schon. Nachdem ich jetzt eingezogen bin, sagt mir der Vermieter nach zwei Monaten, da kämen noch ungefähr 150,00 € dazu. Mit einer miete von 665,00 € + 80,00 € Nebenkosten + 25,00 € für den Stellplatz, wäre ich bei einer Gesamtmiete von 795,00 €. Das war für mich akzeptabel. Wenn jetzt noch 150,00 € dazu kämen, wäre das für mich nicht mehr zu akzeptieren. Was kann ich jetzt machen??? Hannelore

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Antwort
von anitari, 18

Was kann ich jetzt machen???

Außer die erste Abrechnung abwarten, nichts.

Ohne Heizkosten wären 80 € für eine etwa 70 - 80 m² relativ realistisch.

Nebenkosten sollen angemessen sein. Auf die tatsächlichen Kosten, vor allem die verbrauchsbedingten, hat der Vermieter nur wenig Einfluß.

Die 150 € mehr sind doch sicher pro Jahr gemeint, nicht pro Monat.

Kommentar von Hannelore1111 ,

Danke für Deine Antwort.

80,00 € stehen im Mietvertrag, 150,00 € sind lt. Vermieter wahrscheinlich pro Monat zu zahlen. Da finde ich, dass die Nebenkosten nicht angemessen sind. Hat man versucht mit wenigen Nebenkosten Mieter zu finden?

Gruss

Hannelore

Kommentar von anitari ,

Hat man versucht mit wenigen Nebenkosten Mieter zu finden?

Das ist nicht auszuschließen, aber schwer bis nicht nachzuweisen.

wie groß ist denn die Wohnung?

Allerdings kosten so Extras wie Hausmeister, Treppenhausreinigung, externer Winterdienst, Gartenpflege und Aufzug auch extra. Reparaturen gehören übrigens nicht zu den umlagefähigen Nebenkosten.

Ich vermiete ein 90 m² Wohnung. Grundsteuer und Versicherungen machen allein 54 € im Monat aus, Wasser/Abwasser pro Person etwa 10 - 15 €. Müllentsorgung ist bei uns so billig das man den Punkt vernachlässigen kann.

In anderen Regionen, so habe ich schon öfter gelesen, soll das aber sehr teuer sein. Über 200 € im Jahr pro Person ist keine Seltenheit.

Kommentar von Hannelore1111 ,

Guten Morgen,

ich danke sehr für die Antwort. Die Wohnung ist lt. Zeichnung 67,5 qm, im Mietvertrag stehen ca. 80 qm, wahrscheinlich so über den Daumen gerechnet. Die Wohnung ist eine Art Studio und sehr schön, aber auch auch sehr viel Schrägen. Es gibt zwei Balkone, angeblich je 15,5 qm aber ohne Überdachung. Hier hat man 1/2 von den qm angerechnet; das ist m.E. auch nicht richtig. Es können nur 25% angerechnet werden. Der eine Balkon liegt an einer sehr befahrenen Straße und ist wegen des Lärms nicht zu nutzen. Es geht hier auch nicht um Kleinigkeiten; es geht für mich darum, bevor man sich streitet, um einen vernünftigen Lösungsvorschlag, den man mir auch zugesagt hat (unter Zeugen). Leider höre ich aber von meinem Vermieter nichts mehr. Ich finde es sehr schlimm, da ich gerade erst vor 3 Monaten eingezogen bin.

Hannelore

Kommentar von anitari ,

Na ja, 80 € bei 80 m² und dann noch die vielen Extras, das ist schon arg wenig. Balkone dürfen laut Wohnflächenverordnung bis zu 50 % der Grundfläche angerechnet werden.

Miss die Wohnung doch mal nach oder lass sie von einem Fachmann ausmessen. Bei einer Differenz ab 10 % kannst Du die Miete kürzen.

Grundflächen mit lichter Höhe mindestens 2,00 m = 100 % Wohnfläche

Grundflächen mit lichter Höhe mindestens 1,00 - unter 2,00 m = 50 % Wohnfläche

Alle Grundflächen unter 1,00 m = 0 % Wohnfläche

Kommentar von albatros ,

Hat man versucht mit wenigen Nebenkosten Mieter zu finden?

Das ist eine übliche und zulässige Verfahrensweise. Wenn allerdings realistisch das Doppelte anfällt, wäre das schon Täuschung gegen die man  vorgehen dürfte. Der Vermieter hat wohl nicht das erste mal vermietet und müsste wissen, was tatsächlich Sache ist.

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