Frage von pipepipepip, 42

Abneigung gegen kranke Menschen?

Vorab entschuldige ich mich für den seltsamen Fragetitel, zum besseren Verständnis erkläre ich die Situation mal näher. Wenn Menschen in meiner Gegenwart wegen Schmerzen ,,rumjammern" bzw. meistens reicht es schon sie bloß zu erwähnen, reagiere ich sofort gereizt und wechsle das Thema. Wenn dann jemand sich auch noch besorgt erkundigt könnte ich tatsächlich die Krise kriegen :( Besonders schlimm ist es zum Beispiel bei meiner besten Freundin: Sie ist eh nie krank und dann kommt sie einen Tag mal nicht und ich bin sofort wütend... Ich will das wirklich nicht, ich weiß dass es egoistisch ist und ich versuche mir auch immer einzureden ,,sei froh dass du nicht krank bist" aber es hilft nichts, die Wut bleibt. Ein ,Gute Besserung' bekomme ich gar nicht erst über die Lippen :/. Ich selber rede nie über meine Schmerzen, wenn ich welche habe. Und wenn ich es doch tue muss es schon sehr, sehr schlimm sein... Habt ihr Ideen woher das kommen kann? Ich möchte nicht so gefühlskalt sein... Jede Theorie ist willkommen!

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Antwort
von Soleilyne, 1

Hallo allerseits,

bin irgendwie erleichtert, dass ich nicht die Einzige bin, der es auch so geht. Gejammer wegen Beschwerden egal welcher Art hervorruft bei mir massivste Abneigung derjenigen Person gegenüber. Ebenso, wenn sich jemand an der Arbeitsstelle krank meldet hervorruft es Hassgefühle, die nur schlecht in Griff zu bekommen sind. Ich erkläre mir es mit meiner Kindheit, wo ich als ältere und kräftige Tochter meiner ebenso gesunden und starken Eltern immer auf meine 2,5 J. jüngere Schwester Rücksicht nehmen musste. Sie war zwar nicht wirklich krank, war nur anfälliger und zierlicher wie ich und hat dadurch bei meinem Vater das Beschützersyndrom ausgelöst. Dadurch musste ich viel mehr leisten und verzichten als meine "arme schwache " Schwester. Bin sogar über 1000 km weg von zu Hause weggezogen um mit dem Gejammer und dem ewigen Verständnis für die Schwäche nicht mehr in Kontakt sein zu müssen. Selbst wenn meine Kinder klein waren, habe ich sie ermutigt stark zu sein und nicht zu jammern, weil ich es auch bei ihnen gespürt habe, wie "unsympathisch" es auf mich wirkte. Meine Abneigung hat sich aber extrem manifestiert in der Beziehung zu meinem Freund. Überlege ihn sogar zu verlassen, weil seine "schwache", jammernde Art auf mich sehr unmännlich, würde fast schon sagen abstoßend wirkt.

Antwort
von Denise1993i, 9

Da du selber keine "Heulsuse" bist-sag ich mal ganz frech 😊- nervt es dich wahrscheinlich wenn andere ihre schmerzen erkenntlich machen und du es nicht nachvollziehen kannst - weil du in ihrer Situation und mit ihren Schmerzen in die Schule gegangen und nicht gejammert hättest. Also ich kann das schon nachvollziehen allerdings solltest du wissen das jeder Mensch ein anderes Schmerzempfinden hat, was du für übertrieben hält's, kann für den anderen sehr schmerzhaft sein

Antwort
von soissesPDF, 4

Gehört zu den archaischen Verhaltensweisen.
Frei übersetzt "nur die Starken überleben", die Schwachen werden diskriminiert und abgelehnt.
"Ein Indianer kennt keinen Schmerz" (Germanen auch nicht).

Dir wurde im Verlauf Deiner Biographie abgewöhnt Schmerzen wahrzunehmen, die anderer Menschen, und über Deine Schmerzen nicht zu reden.
Innerhalb Deines sozialen Umfeldes wirst Du nur akzeptiert wenn Du hart bist, gegen Dich selbst und gegen andere.
Bist Du es nicht wirst Du selbst als schwach angesehen, ein Weichei eben.

Antwort
von musso, 23

Wie war das in deiner Familie, dürfte man da mal schwach oder krank sein?

Kommentar von pipepipepip ,

Ja meine Eltern sind sehr fürsorglich. Aber auch das stresst mich sehr... Ich will nicht gefragt werden wie's mir geht oder ob ich was brauche... :(

Kommentar von musso ,

Du hast einfach Schiss, schwach zu erscheinen. Dabei weißt du eigentlich in deinem Inneren, dass kein Mensch aus Stahl ist. Es zählt in dieser Welt -auch wenn es manchmal den Anschein hat, es sei anders - eben doch auch der innere Wert, der Humor, das Mitgefühl, nicht nur vorgeschobene Stärke

Antwort
von linksgewinde, 20

Deine Offenheit finde ich gut, gehört habe ich sowas in 30 Jahren Medizin noch nie. Es ist ein Teil im Sozialverhalten, aber warum? Keine Ahnung.

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