Abmahnungswelle zur Bereinigung des Stammpersonals um Niedriglohn Empfänger einzustellen. Ist das ein altbewährter Trick oder eine Neuerscheinung?

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3 Antworten

Bei unseriösen Betrieben ist das nicht verwunderlich. Geld regiert die Welt (der unternehmerische Aspekt der Agenda 2010).

Gegenwehr:

1. Mitgliedschaft in einer branchentypischen echten Gewerkschaft (i.d.R. ist eine Arbeitsrechtschutzversicherung im Mitgliedsbeitrag inbegriffen). Dort erhält man auch entsprechende (Arbeitsrechts-)Beratung. Diese dürfen auch einen Streik organisieren.

2. Betriebsrat (unter Mithilfe einer Gewerkschaft) gründen, wenn dieser noch nicht besteht. Selbstverständlich erzeugt das erst einmal aggressive Kündigungsfantasien beim Arbeitgeber. Sollte dieser aber erfolgreich implementiert werden, hat dieser ein erhebliches Mitspracherecht bei Kündigungen und die Mitglieder des Betriebsrate haben erhebliche Kündigungsschutzprivilegien.

3. Bei Abmahnungen / Kündigungen umgehend arbeitsrechtliche Beratung durch einen entsprechenden Fachanwalt einholen. Bei Abmahnungen gibt es verschiedene Strategien. Bei Kündigungen gibt es nur kürze Fristen (3 Wochen) für eine Kündigungsschutzklage. Diese auch unbedingt erheben (wird sicherlich sehr erfolgsversprechend sein bei den o.g. Vorgaben).

4. Wenn eine Kündigung ausgesprochen wurde Kündigungsschutzklage kurzfristig erheben. Sollte das Weiterarbeiten dort durch Klimazerstörung unerträglich werden, sollte zumindest bei längeren Betriebszugehörigkeiten eine entsprechende Abfindung angestrebt werden. (üblich sind immer noch 1/2 Monatsgehalt pro Jahr, kein Gesetz, aber praktizierte Richtline)

5. Zusammenschluss vertrauenswürdiger Mitarbeiter zum koordinierten Vorgehen. Einzelkämpfer haben es bis auf die ganz Geschickten unheimlich schwer. Das scheitert oft an den fehlenden Nerven.

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Diese Strategie ist bei weitem nicht neu. Es gibt sogar Rechtsanwälte, die Seminare für Arbeitgeber veranstalten, in denen mehr oder wenige legale Methoden gelehrt werden, um zu teure, zu alte oder sonstwie unliebsame Mitarbeiter loszuwerden. Als besonders unliebsam gelten natürlich Mitarbeiter, die gerwerkschaftlich aktiv sind, einen Betriebsrat einrichten wollen oder Mitglied eines bereits existierenden Betriebsrates sind.

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der versuch von arbeitgebern, jeden winzigen verstoß gegen irgendwelche regeln im betrieb mit abmahnungen zu ahnden, um sie im wiederholungsfall zur grundlage von massenhaften kündigungen zu machen, ist absurd.

unser arbeitsrecht schützt die abhängigen arbeitnehmer vor willkür von arbeitgebern. ein arbeitgeber kann 20 oder 100 absurde abmahungen aussprechen, die aber vermutlich in einem streitfall über eine kündigung vom gericht in der luft zerrissen werden.

nur handfeste wirtschaftliche gründe werden von gerichten als grund für betriebsbedingte kündigungen anerkannt, alles andere (siehe erster absatz) ist für einen umfangreichen personalabbau das völlig falsche instrument, weil auch neben den wirtschaftlichen problemen das innere verhältnis zu den mitarbeitern dadruch nachhaltig gestört wird.

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