Frage von Teoman79, 162

Abmahnung wegen zu spät eintreffen des Krankenscheins?

Hallo mal ne Frage in die Runde ich weiß das man die Krankmeldung spätestens am 3. Tag beim Arbeitgeber vorliegen muss. In meinem Fall war es aber am 5. Tag hatte aber am 1. Tag Telefonisch Bescheid gegeben das ich krank bin. Kann das zu spät eintreffen der Krankmeldung ein Abmahnungs Grund sein.

Antwort
von PeterSchu, 60

Wenn es nach den gesetzlichen Regelungen geht, muss die Krankmeldung gar nicht am dritten Tag im Betrieb vorliegen. Das Gesetz besagt vielmehr, dass man ein Attest erst braucht, wenn die Erkrankung mehr als drei Tage dauert. Dann muss die Bescheinigung am nächsten Tag vorgelegt werden. Somit wäre deine Bescheinigung nur um einen Tag verspätet.

Betrieblich wichtig ist zunächst, dass man sich umgehend telefonisch krank meldet. Die AU-Bescheinigung ist dann lediglich eine Angelegenheit für die Personalabteilung. Für die ist es zwar ärgerlich, wenn sie warten oder nachfragen müssen, aber ernstlich behindert wird der Betrieb dadurch nicht. Daher würde ich eine Abmahnung in diesem Fall für recht pingelig halten.

Kommentar von Familiengerd ,

Genau so - und besonders das "recht pingelig"! Da muss der Arbeitgeber eine Abmahnung schon unbedingt gewollt haben.

Antwort
von moreblack, 97

Es kann, muss aber nicht.

Du hast ja schließlich am 1. Tag Bescheid gesagt, dass du krank bist.

Wann warst du beim Arzt, ab welchem Krankheitstag gilt die Krankmeldung? Wenn die Krankmeldung z.B. ab dem 3. Tag gilt, diese aber erst am 5. Tag beim AG ankommt, glaub ich kaum, dass die dadurch Probleme machen.

Kommentar von DarthMario72 ,

Unverzüglich Bescheid sagen und die AU rechtzeitig vorlegen sind zwei unterschiedliche Dinge. Der AN hat üblicherweise beides zu tun.

Ob eine Abmahnung berechtigt wäre, ist hier also gar nicht die Frage. Wenn es überhaupt einen Diskussionspunkt gibt, dann die Frage, ob sie verhältnismäßig ist.

Antwort
von DarthMario72, 45

In  § 5 Abs. 1 des Entgeltforzahlungsgesetzes ist geregelt, dass bei einer länger als 3 Tage dauernden Krankheit die AU am 4. Tag beim AG vorliegen muss. Deine AU lag demnach zu spät vor und du hast damit gegen deine vertraglichen Pflichten verstoßen. Dafür kann (muss aber nicht zwangsläufig) der AG eine Abmahnung schreiben.

Kommentar von Familiengerd ,

Dafür kann (muss aber nicht zwangsläufig) der AG eine Abmahnung schreiben.

Der Arbeitgeber handelt zwar formal korrekt - oder besser: legal! -, aber doch (wie PeterSchu schreibt), "recht pingelig"! Da muss der Arbeitgeber eine Abmahnung schon unbedingt "gewollt" haben.

Kommentar von DarthMario72 ,

Da stimme ich dir zu. Deshalb hatte ich auch in einem anderen Kommentar geschrieben:

Ob eine Abmahnung berechtigt wäre, ist hier also gar nicht die Frage. Wenn es überhaupt einen Diskussionspunkt gibt, dann die Frage, ob sie verhältnismäßig ist.

Antwort
von Hexe121967, 91

ja, ist ein abmahnungsgrund. die regel lautet krankmeldung spätestens am 3. tag beim arbeitgeber. falls man das aus irgendeinem grund nicht swchafft, sollte man kontakt zum arbeitgeber aufnehmen damit man eben keine abmahnung bekommt.

Kommentar von Familiengerd ,

die regel lautet krankmeldung spätestens am 3. tag beim arbeitgeber.

Das ist so nicht richtig.

Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 5 Abs. 1 Satz 2 (wenn es keine andere arbeits- oder tarifvertragliche Regelung gibt) muss die Bescheinigung bei einer Erkrankung von mehr als 3 Tagen am nächsten darauf folgenden Arbeitstag vorzulegen.

Antwort
von Novos, 54

Ja, das wird es sein, wenn in der Abmahnung die Verfehlung so angegeben ist.

Antwort
von lastgasp, 69

Ja, es reicht für eine Abmahnung. Letztlich hängt allerdings alles einzig und allein davon ab, für wie entbehrlich Dich Dein Chef hält. Außerdem hoffe ich für Dich, dass die 3.Tag-Regelung in Deinem Fall sicheres Wissen ist. Viele Betriebe verlangen mittlerweile die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung am ersten Tag der Krankheit.

Kommentar von Maximilian112 ,

Wofür es mE keine gesetzliche Grundlage gibt die AUB AM ersten Tag vorzulegen.

Kommentar von lastgasp ,

In meinen Augen und nach Meinung der Geschäftsleitung der VVA, einer Bertelsmann-Tochter (deren Praxis mir bekannt ist), reicht § 5 des Entgeltfortzahlungsgesetzes

http://www.gesetze-im-internet.de/entgfg/__5.html ("Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen.")

vollkommen aus, um generell die AU-Bescheinigung am ersten Tag zu verlangen.

Das Bundesarbeitsgericht - Urteil vom 14. November 2012 - 5 AZR 886/11 - hat diese Praxis ausdrücklich bestätigt.


Kommentar von lastgasp ,

P.S. aus dem o.e. Urteil des BAG:

Die Ausübung des dem Arbeitgeber von § 5 Abs. 1 Satz 3 EFZG eingeräumten Rechts steht im nicht gebundenen Ermessen des Arbeitgebers.

Kommentar von Maximilian112 ,

In diesem Urteil geht es um die Vorlage der AUB AB dem ersten Tag, nicht am ersten Tag.

Der AG wird sich mit den Postlaufzeiten zufrieden geben müssen und natürlich der vorherigen telefonischen Krankmeldung.

Es ist dem AN nicht zuzumuten während seiner Krankheit am ersten Tag die AUB in den Betrieb zu schaffen oder zu organisieren.

Kommentar von Familiengerd ,

@ lastgasp:

Deine Antwort und Deine weitere Ergänzung haben mit der Frage nichts zu tun!

Da wird einmal wieder alles durcheinander geschmissen!

Hier geht es nicht darum, ab dem wievielten Tag der Erkrankung eine Bescheinigung vom Arbeitgeber verlangt werden kann: schon ab dem 1. Tag oder erst nach dem 3. Tag der Erkrankung, sondern darum, wann diese Bescheinigung beim Arbeitgeber auf dem Tisch liegen muss.

Kommentar von Familiengerd ,

@ Maximilian112:

Wofür es mE keine gesetzliche Grundlage gibt

Warum so bescheiden nur "mE"?? Du weißt es doch: Es gibt keine gesetzliche Grundlage!

Antwort
von DerBube01, 77

Ja! kann es! Eine Krankenmeldung muss in schriftlicher Form am 3. Arbeitstag vorliegen.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist so nicht richtig.

Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 5 Abs. 1 Satz 2 (wenn es keine andere arbeits- oder tarifvertragliche Regelung gibt) muss die Bescheinigung bei einer Erkrankung von mehr als 3 Tagen am nächsten darauf folgenden Arbeitstag vorzulegen.

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