Frage von Gernd123, 36

Abmahnung wegen Warnstreikmerkblatt?

Moin,

bei mir in der Firma geht grade bischen die Post zwischen dem Vorstand und der IG Metall ab.

Das Problem : Die AN in der Produktion (eig. alle Technischen Berufe) verdienen bis zu 25% weniger. Weswegen der Betriebsrat einen beitritt der IG Metall verlangt.

Kurz zusammengefasst: Nach vielen erfolglosen gesprächen gibt es jetzt Warnstreiks.

Da der Betriebsrat an die Vorgesetzten der einzelen Abteilungen Merkblätter verteilt hat, wie man sich im Warnstreik zu verhalten hat, hat der Arbeitnehmer alle im Betriebsrat abgemahnt und den Lohn ''gekürzt'' mit der Begründung weil sie dieses Merkblatt während der Arbeitszeit gemacht haben.

Aber sind diese Abmahnungen nicht Rechtswidrig, zudem fällt dieses Merkblatt doch unter ''Betriebsrat Arbeit'' ?

MFG

Gernd

Antwort
von Interesierter, 19

Nun, ich bin selbst Betriebsrat und ich kann jedem, der dieses Amt innehat oder beabsichtigt, sich zur Wahl zu stellen nur raten, der Gewerkschaft beizutreten. Über die Gewerkschaft haben alle Mitglieder Rechtsschutz und können so mit Unterstützung der Gewerkschaft gegen die Abmahnungen, die rechtlich nicht haltbar sind, vorgehen. 

Grundsätzlich ist die Arbeit für den Betriebsrat Arbeitszeit. Was ich jetzt nicht verstehe, ist, dass der Betriebsrat den Beitritt der IG Metall verlangt. Zunächst mal stellt sich die Frage, ob euer Arbeitgeber im Arbeitgeberverband ist. Ist er das nicht, sind die Tarifverträge für ihn eh nicht bindend. 

Ungeachtet dessen, hat jeder Arbeitnehmer das Recht, der Gewerkschaft beizutreten. In eurem Fall würde ich dazu raten. Nach deiner Schilderung regiert hier der Chef nach Gutsherrenart. 

Die Gewerkschaft ist die Vertretung der ihr beigetretenen Mitglieder. Der Chef kann dagegen gar nichts machen. 

Antwort
von PeterSchu, 13

Das ist in der Tat ein heikles Thema. Nach dem Betriebsverfassungsgesetz §74 darf der Betriebsrat nicht im Arbeitskampf aktiv werden. Das darf nur die Gewerkschaft. Wenn nun ein BR-Mitglied gleichzeitig Gewerkschaftsmitglied ist, dann darf es solche Aktivitäten nur außerhalb der Arbeitszeit machen und in der Regel auch nicht auf dem Firmengelände.

Jetzt kann man darüber streiten, ob ein einfaches Infoblatt gleichzusetzen mit einem Aufruf zum Streik ist. Die BR-Mitglieder sollten sich auf jeden Fall gut bei der Gewerkschaft infrmoieren, was se tun dürfen und was nicht.

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