Frage von jenniferk26,

Abmahnung vom Arbeitgeber

Sehr geehrte Damen und Herren,

mir wurde heute mündlich eine Abmahnung angedroht, die wahrscheinlich nächste Woche zu einer schriftlichen Abmahnung führt. Die angebliche Problematik: Ich bin als Verkaufsleiter in einen Verkaufsraum eines Großhändlers beschäftigt. Wir bieten innerhalb unserer Geschäftszeiten einen Abholservice für unsere gelisteten Geschäftskunden an. Da es hin und wieder bei Stammkunden vorkommt, dass es ihnen nicht möglich war bis zum Ladenschluss ihre Bestellte Ware abzuholen (durch Stau oder sonstiges), kam ich zum Entschluss eine mündliche Vereinbarung mit dem Inhaber einer KFZ-Werkstatt, der bei uns im Hause als Mieter ansässig ist zu treffen, dass bei Voranmeldung die Kunden bei ihm die Waren abholen können, da die Werkstatt 1,5 Stunden länger geöffnet ist. Die Kunden nehmen diesen Zusätzlichen Service natürlich dankend entgegen – nur mein Chef aus irgendwelchen Gründen (die mir bis dato nicht genannt wurden) nicht.

Selbstverständlich habe ich alles Gemäß Organisation-Anweisung per Lieferschein dokumentiert. Sogar ein Unterschriebenes Duplikat auf Erhalt der Ware habe ich bei den max. 8-10 Fällen. Der beschriebene Ablauf funktioniert bis jetzt tadellos! Es ist auch keine Ware verloren gegangen. Auch keine verärgerten Kunden. Das Gegenteil ist der Fall. Und das Angaschmo zwischen mir und der Werkstatt ist zudem noch für meinen Arbeitgeber kostenlos!

Ich sehe mein Verhalten absolut nicht als pflichtwidrig an!

Falls ich eine Abmahnung erhalten sollte, ist diese überhaupt rechtens?

Ich bitte um juristische Stellungnahme.

Danke

Antwort von amdros,
8 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich bitte um juristische Stellungnahme.

ich denke, daß Du mit dieser Bitte bei einem RA besser aufgehoben wärst!!

Antwort von schulle2,
7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Setz Dich da mal lieber mit einem Rechtsanwalt in Verbindung.

Kommentar von dogit,

Blödsinn, Reachtanwalt... Die Abmanhung ist rechtens.

Sorry, aber es ist auch nur eine Abmahnung, mehr nicht.

Antwort von dogit,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Die Abmahnung ist rechtens, das vorweg. Erklärung dazu: Du hast betriebsinterne Angelegenheiten nach extern (KFZ-Werkstatt) vergeben ohne vorher mit deinem Chef darüber zu Reden. Aber Reden allein bringt es ja nicht, denn hier sind viel zu viel Dinge die du sehr wahrscheinlich nicht beachtet hast.

  • Datenschutz -
  • Haftung -
  • Betriebsinternas - Das sind nur drei Dinge die du hättest vorher besprechen müssen.

Also, die Abmahnung wird kommen und du wirst sie auch so hinehmen müssen, denn grob gesehen kann man dir dafür auch eine Kündigung verpassen, somit nim mdas mildere Mittel in Kauf und spreche in Zukunft erst mit dem Chef bevor du eigenmächtig handelst.

Du kannst zu der Abmahnung eine Gegendarstellung schreiben, die ebenfalls in die Personalakte kommt. Ich weiss das diese Antwort eine Antwort ist die du überhaupt nicht lesen möchtets, aber, so ist das nun mal realistisch gesehen.

Antwort von PeterSchu,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich würde deine Aktion eventuell aus Sicht des Datenschutzes für fragwürdig halten. Eure Kunden, deren Daten und Waren haben erstmal nichts bei betriebsfremden Personen zu suchen. Von daher sehe ich es als problematisch, dass du diese Aktion ohne vorherige Rücksprache eingeleitet hast.

Andererseits hast du mit dem Vorsatz gehandelt, den Service deiner Firma zu verbessern. Und daher zweifle ich die Berechtigung einer Abmahnung in der Tat an.

Versuch doch mal, mit deinen Vorgesetzten die Sache zu besprechen. Man mag ja deine Idee vielleicht als unbrauchbar betrachten und dir untersagen, das weiter zu betreiben - dabei aber auf eine Abmahnung verzichten. Du solltest dabei gesprächsbereit sein und nicht unter allen Umständen auf deinem Konzept bestehen.

Solltest du trotzdem eine Abmahnung kriegen - ich könnte mir vorstellen, dass du das einfach gelassen hinnimmst. Denn eine Abmahnung, die auf wackeligen Beinen steht, muss man nicht allzu ernst nehmen. Notfalls kannst du sie später, falls mal eine Kündigung drohen sollte, immer noch anfechten.

Antwort von RBMannheim,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

So wie Du das schilderst, hast Du diesen "Service" offensichtlich eigenmächtig eingerichtet, ohne vorherige Absprache und ohne vorherige Zustimmung des Chefs. Dahingehend wird wohl auch die Abmahnung gehen. Überschreitung der Kompetenzen. Und damit wäre die Sache auch rechtlich vollkommen in Ordnung. Denn es ist zwar bisher alles ordnumgsgemäß verlaufen, wer aber sagt, dass das immer so ist? Was, wenn in der Werkstatt Ware versehentlich zu Schaden kommt oder verschwindet? Wer haftet dann? Die Werkstatt oder gar Du persönlich? Zu so einem Deal gehören so viele Nebenaspekte, dass ich auch zumindest "angepisst" wäre, wenn das einer meiner Mitarbeiter eigenmächtig veranstalten würde, auch wenn er Verkaufsleiter ist. Ich denke, Du solltest in aller Ruhe am Montag nochmal mit dem Chef reden. Eben Erklären, was die Vorteile sind und klar darlegen, dass es Dir nicht darum ging, eigenmächtig etwas zu machen, sondern alleine das Wohle der Firma und der Vorteil für den Kunden im Vordergrund stand.

Antwort von lenzing42,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Eine juristische Stellungnahme bekommst du bei einem Anwalt für Arbeitsrecht.

Antwort von mangobaeume,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Er muss begruenden, welchen Punkt deines Arbeitsvertrags du verletzt hast. Wenn er das nicht kann, duerfte die Abmahnung wohl kaum rechtens sein.

Kommentar von dogit,

Das dürfte in dem Fall wohl kein Problem sein.

Antwort von Ignatius,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Drei Möglichkeiten:

  1. Du kannst eine Gegendarstellung zur Abmahnung verfassen, die dein Arbeitgeber zusammen mit der Abmahnung in deiner Personalakte ablegen muss.

  2. Du kannst auf Entfernung der Abmahnung aus deiner Personalakte vor dem zuständigen Arbeitsgericht klagen.

  3. Du kannst dein Verhalten so ändern, wie dein Arbeitgeber es in der Abmahnung wünscht.

Kommentar von Maximilian112,

Punkt 1 und 2 würde ich nicht empfehlen. Kann nur Nachteilig für Dich sein.

Wenn Du Punkt 3 befolgst hat die Abmahnung keinerlei verwertbare Folgen Die Änderung des Verhaltens ist ja das Anliegen einer Abmahnung.

Antwort von cmjsr,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

ich kann keine juristishe stellungnahme machen, aber was ist mit betriebsrat oder gewerkschaft.

meist können die helfen.

auch wenn man rechtsschutzversichert ist und arbeitsrechtsschutz dabei hat, kann man eine anwalt kontaktieren und mit dem über die rechtslage reden.

Antwort von charly20000,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

dann geh doch zum arbeitsrichter wenn du juristischen rat benötigst

Antwort von SuicideSquad,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wichtig wäre zu wissen, welchen Grund er für die Abmahnung nennt.

Kommentar von Rentner39,

Er müsste das erst einmal verboten haben. Wenn es sein Wunsch ist, würde ich mich danach richten. Die Abmahnung würde ich zurückweisen, weil Du guten Glaubens sein konntest, im Sinne des Chefs gehandelt zu haben.

Kommentar von PeterSchu,

"Er müsste das erst einmal verboten haben."

Es muss nicht extra verboten werden, dass Kunden, deren Daten und Waren nichts außerhalb der Firma zu suchen haben. Und der gute Glaube nützt da auch nicht viel.

Antwort von Nussbecher,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Die Abmahnung ist absolut rechtens, denn du hast ausserhalb der Geschäftszeit verkauft und somit kommst du in Konflikt mit dem Ladenschlussgesetz und bevorteilst andere Kunden. Das ist gesetzlich verboten und dein Chef kann dafür richtig schwer bluten, wenn das rauskommt. Also unterlasse das bitte und nimm die Abmahnung deines Chefs ernst.

Antwort von Dejavue68,

Die Abmahnung ist aus meiner Sicht rechtens. Auch wenn der geschilderte Ablauf bis jetzt, wie du sagst, tadellos läuft, muss das nicht heißen, daß das auch so bleibt. Der AG haftet für die Waren, die Du bei diesem Autohaus in Verwahrung gegeben hast. Was ist wenn da irgend etwas davon wegkommt oder wenn es in dieser Werkstatt zum Verlust dieser Waren kommt (evtl. durch Brand) ? Da Du in gutem Glauben gehandelt hast kann ich Dir nur empfehlen eine Gegendarstellung zu verfassen und die Dinge aus Deiner Sicht zu schildern. Sollte es irgendwann zu einer Kündigung und anschließenden Gerichtsprozess kommen kann auch dann noch über die rechtmäßigkeit der Abmahnung durch das Arbeitsgericht befunden werden. Wichtig ist dabei: Zeitnah und zu Deiner Personalakte.

Antwort von Kaltenbecher1,

M. E. ist die Abmahnung berechtigt, Gründe haben andere Mitglieder schon ausgeführt. Aber eine Abmahnung ist zunächst doch erst einmal nichts schlimmes. Sie besagt nur das der Arbeitgeber ein Verhalten nicht duldet und im Wiederholungsfall den Arbeitsvertrag u. U. kündigt. Eine Abmahnung ist an viele Umstände gebunden. Kann hier nicht alle aufzählen, einige sind A das falsche Verhalten muss klar erwähnt sein. B das genaue Datum des Vergehens muss aufgeführt sein. C es muss klar daraus hervorgehen welche Konsequenzen ein falsches Verhalten zukünftig für dich hat. Ich weiß aus Erfahrung das mindestens die Hälfte aller Abmahnungen falsch formuliert sind und somit im Falle einer Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht nicht anerkannt werden. Eine Abmahnung ist nur zwischen 6 und 12 Monaten gültig, da gibt es Unterschiede in der Rechtsauffassung. Sie muss auf jeden Fall spätestens nach einem Jahr aus der Personalakte entfernt werden. Und spare dir die Mühe einer Gegendarstellung, das macht keinen Sinn. Wenn du die Abmahnung erhältst beachte das du nur den Empfang quittierst, nicht dein Einverständis. Solltest du die Unterschrift verweigern muss dein Vorgesetzter einen Zeugen (Kollegen) hinzuziehen. Must dir vorher überlegen wie du es handhaben willst. und noch eines da du neu bist: echte juristische Auskünfte wirst du hier nicht erhalten.

Antwort von doolboy,

Ist der Verkaufsleiter leitender Angestellter? Wenn ja, dann hat er einen entsprechenden Dienstvertrag und sollte da zuerst nachlesen, denn er geniesst als Leitender keinen Kündigungsschutz wie einfache Arbeitnehmer. Für Leitende ist der B-Rat auch nicht zuständig. Fragt sich halt, was der VL für Kompetenzen laut DV hat. Als Leiter müsste er diesen guten Service, der im Auftrag seiner Kunden veranlass wurde, einrichten dürfen. Entscheidend ist, dass dies der Auftrag im Sinne des BGB der Kunden ist. Alles Andere wäre mehr als seltsam. In diesem Fall ist er kein "Leiter", sondern ein normaler Angestellter, für den dann auch der B-Rat wieder zuständig ist. Insofern ist die Abmahnung rechtswidrig.

Der Hinweis auf das BDSchG ist nett, aber irrelevant, da es die Daten der Kunden und nicht die der Firna handelt und die Kunden in das Verfahren eingewilligt haben. Solange sich kein Kunde über diesen Service beschwert, was auch unlogisch wäre, gibt es für die Abmahnung keinen Rechtsgrund, denn als Leiter muss er über eine Handlungsvollmacht über derartige Peantus verfügen.

Wäre mal interessant zu wissen, was der Anwalt des Fragestellers zu dieser Sache meint.

Neben dem rechtlichen: am besten eine neue Herausforderung suchen.

Deutschland - eine Servicewüste - Führung mit dem Holzhammer

Antwort von Thassos,

Warte erst Mal ab, wie die Abmahnung formuliert ist. Dann mach eine Gegendarstellun, in der du deinem Chef die Vorzüge deiner Entscheidung beschreibst. Wenn ihr einen Betriebsrat habt, wende dich an ihn. Wenn alles nichts nützt, dann musst du deinen Arbeitgeber auf Entfernung der Abmahnung aus den Personalunterlagen verklagen.

Kommentar von PeterSchu,

"Dann mach eine Gegendarstellun, in der du deinem Chef die Vorzüge deiner Entscheidung beschreibst."

Mit Gegendarstellungen bei Abmahnungen sollte man vorsichtig umgehen. Eventuell reitet man sich noch weiter in den Schlamassel.

Antwort von johnnymcmuff,
  • Eine Abmahnung muss der Arbeitgeber begründen.

  • Man muss sie nicht unterschreiben.

  • Man kann Widerspruch einlegen.

Die Argumente die Du hier vorgetragen hast,würde ich noch mal mit dem Chef besprechen!

Antwort von Buchbinder,

Liebe(r) jenniferk26,

der Grund für die Abmahnung liegt auf der Hand:

du bist zwar Verkaufsleiter, dies beschränkt sich aber auf das eigene Geschäftslokal. Dein Engagement, den Kunden einen zusätzlichen Service anzubieten ist zwar lobenswert, jedoch hättest du dies im Vorfeld mit der Geschäftsleitung abklären müssen. und zwar deshalb, weil ein Fremdgeschäft, nämlich der KFZ-Betrieb mit einbezogen worden ist. Auch wenn diese dem zustimmen und der Service kostenlos ist, kann nur die Geschäftsleitung solche Absprachen treffen. Sicherlich würde die Geschäftsleitung auch nichts sagen, wenn dies einmal vorgekommen wäre. Nun hast du dies aber bereits 8-10 x praktiziert. Damit wird den Kunden suggeriert: es ist nicht schlimm, wenn man während der Geschäftszeiten die Ware nicht abholt...das kann man auch nebenan dann noch in der KFZ-Werkstatt.

Durch dein eigenmächtiges Handeln, auch wenn es noch so gut gemeint ist, bringst du deine Vorgestzten in arge Schwierigkeiten, denn was ist, wenn die Ware plötzlich nicht mehr da ist, oder eine Kunde diese reklamiert, weil sie in der Werkstatt zu Schaden gekommen sei? Auch wenns nicht stimmt, wie willst du das Gegenteil beweisen? Bis jetzt hattest du verdammtes Glück damit.

Also nimm dir die Abmahnung zu Herzen und sprich solche Aktionen im Vorfeld mit deiner Geschäftsleitung ab. Wenn die dann ihr ok geben, bist du immer aus dem Schneider.

Liebe Grüsse und Kopf hoch!

Antwort von jenniferk26,

Sorry, bin gerade bisschen durch den Wind.

Bitte vergesst das mit dem juristischen Rat.

Einen Betriebsrat haben wir nicht und gegen ein Ladenöffnungsgesetz wird auch nicht verstoßen.

Danke schon mal für eure Antworten.

LG Jenni

Antwort von GSG9Freak,

Erstens würde ich die Abmahnung nicht unterschreiben und zweitens würde ich schriftlich Widerspruch gegen die Abmahnung einreichen!

Kommentar von PeterSchu,

Ob man eine Abmahnung unterschreibt oder nicht, ist ungefähr so egal, als ob in China ein Fahrrad umfällt. Eine Unterschrift ist nie notwendig. Allenfalls eine Bestätigung, dass man sie erhalten hat.

Und für einen Widerspruch muss man schon rechtlich abgesicherte Argumente haben.

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