Frage von bolshoi, 48

Meine Abmahnung auf einem öffentlichen Ordner abgelegt, ist das erlaubt?

Hallo zusammen,

ich fasse mich kurz: befinde mich aktuell etwas im Clinch mit meinem Chef.

Nachdem er mir letzte Woche eine Abmahnung geschickt hat, weil ich meine Krankmeldung einen Tag zu spät abgegeben habe, möchte ich nun eine Gegendarstellung schreiben.

Auf der Arbeit haben wir auf dem öffentlichen Laufwerk, welches für jeden Mitarbeiter im Unternehmen ersichtlich ist, eine Briefvorlage mit dem Briefkopf der Firma abgelegt. Zufälligerweise brauchte ich diese und habe gesehen, dass mein Chef die Vorlage mit meiner Abmahnung überschrieben hat. Heißt: meine Abmahnung ist nun für Jedermann ersichtlich.

Ich gebe nichts darauf, ob jemand weiß, dass ich abgemahnt wurde, aber selbstverständlich wäre es eine Genugtuung, wenn ich ihn in der Gegendarstellung darauf hinweisen dürfte, dass er diese doch bitte vom öffentlichen Laufwerk nimmt.

Ist dies so erlaubt? Weil es handelt sich hier ja wohl um vertrauliche Daten, oder? :)

Vielen Dank im Voraus!

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Antwort
von SiViHa72, 48

ja klar darfst Du.

Kannst Du das mal aufrufen und nen Screenshot machen?

Am besten,d ass man z.B. auch den Pfad sieht (z.B. Computer> Laufwerk Z> Alle Miterabeiter 

darunter dann die dort ersichtbaren Dokumente

Und: Screenshot. Das Dokument selber auch.

Dann hast Du nämlich einen Beweis dafür, dass er gegen Datenschutz verstoßen hat.

Im Prinzip blöde Aktion, das verbessert die Situation definitiv nicht...

Aber es scheint ja egh schon mau zu sein und tatsächlich hat Deine Abmahnung NICHT öffentlich für jeden einsehbar zu sein.

Antwort
von NSchuder, 47

Natürlich ist es nicht ok wenn Deine Abmahnung sozusagen für alle Mitarbeiter öffentlich sichtbar und einsehbar ist. Hier hast Du selbstverständlich das Recht Deinen Arbeitgeber darauf hinzuweisen und zu verlangen dass die Abmahnung da verschwindet.

Allerdings kann sich Dein Chef evtl. darauf berufen dass die Sekretärin oder Mitarbeiterin XY die Abmahnung geschrieben hat und nicht er selber. 

Sofern er die Abmahnung dann umgehend dort entfernt., sehe ich auch keinen Gegenanspruch Deinerseits - insbesondere auf Schadenersatz oder ähnliches.

Selbstverständlich hast Du das Recht eine Gegendarstellung zu verfassen. Diese muss nach dem Gesetz ebenso Deiner Personalakte hinzugefügt werden wie die Abmahnung selbst.

Du kannst aber auch vor dem Arbeitsgericht gegen die Abmahnung vorgehen wenn sie aus Deiner Sicht ungerechtfertigt war - aber vorher solltest Du das Gespräch mit Deinem Chef suchen. 

Wenn Du eine Gegendarstellung verfasst, dann muss sich diese auf den konkreten Einzelfall der abgemahnt wurde beziehen und sachlich absolut korrekt sein.

Das bedeutet, dass Du in die Gegendarstellung also nichts schreiben darfst im Bezug darauf, dass Deine Abmahnung auf diesem Laufwerk lag. Du musst Dich auf das beziehen was Dir vorgeworfen wurde.

Nachdem er mir letzte Woche eine Abmahnung geschickt hat, weil ich meine Krankmeldung einen Tag zu spät abgegeben habe, möchte ich nun eine Gegendarstellung schreiben.

Hast Du die Krankmeldung zu spät abgegeben oder nicht? Das und nichts anderes ist hier die Frage.

Deine Gegendarstellung könnte also lauten:

"Aus meiner Sicht habe ich die Krankmeldung fristgerecht abgegeben, weil ..."

Weitere Infos zur Gegendarstellung findest Du hier:

http://www.abmahnung.org/gegendarstellung/

Antwort
von Maximilian112, 41

In der Gegendarstellung weise ich nur darauf hin, warum ich so gehandelt habe. 

Das bringt keine Punkte. Damit gibst Du Dein Fehlverhalten schriftlich zu. In irgendeiner Betriebsvereinbarung oder auch im Gesetz steht, wann die AUB vorzuliegen hat.

Man sollte auf solche Abmahnungen erst Antworten, wenn sie als Grund für eine verhaltensbedingte Kündigung genommen werden.

Kommentar von bolshoi ,

Mein Fehlverhalten gebe ich auch zu, wenn ich die Abmahnung einfach kommentarlos hinnehme.

Trotzdem ist es mir wichtig, auch meinen Standpunkt zu erklären/vertreten!

Und sofern nichts gegen eine Gegendarstellung spricht (schaden wird sie nicht), werde ich dies auch so tun.

Kommentar von PeterSchu ,

"...schaden wird sie nicht..."

Das solltest du nicht so leichtfertig behaupten. Angenommen, dein Betrieb mahnt dich für etwas ab, wofür er keine dokumentierbaren Beweise hat. Du schreibst einen Gegendarstellung "ich habe...., weil....",, dann hast du quasi ein Geständnis abgelegt und ein Eigentor geschossen. Ohne die Gegendarstellung wäre die Abmahnung evtl. anfechtbar gewesen, mit deinem Geständnis aber nicht mehr,

Antwort
von Glueckskeks01, 40

Gehen wir erst einmal davon aus, dass dein Chef das nicht absichtlich gemacht hat. Meinst du, wenn du ihn weiter provozierst, wird das Verhältnis zum Chef besser???? Und ,,Nachdem er mir letzte Woche eine Abmahnung geschickt hat, weil ich meine Krankmeldung einen Tag zu spät abgegeben habe, möchte ich nun eine Gegendarstellung schreiben." verstehe ich nicht. 1 Tag zu spät abgegeben ist 1 Tag zu spät abgegeben. Was für eine Gegendarstellung? Manchmal muss man es einfach einsehen, wenn man etwas falsch gemacht hat.

Kommentar von bolshoi ,

Geht mir auch gar nicht darum, dass die Abmahnung gerechtfertigt ist. Das schreibe ich auch so in meiner Gegendarstellung. 

Vor ca. 4 Wochen gab es ein Gehaltsgespräch mit meinem Chef, welches etwas ausgeartet ist. Ich habe meine Meinung zu vielen Dingen, die schief laufen im Unternehmen kundgetan, was ihm nicht geschmeckt hat.

Bei Krankheitsfällen war es in der Vergangenheit immer so, dass der Mitarbeiter seine Krankmeldung abgegeben hat, wenn er wieder gekommen ist und da hat es keine Rolle gespielt, ob er nur 1 oder 4 Wochen krank war. Das alles ist auf einer Vertrauensbasis geschehen und war bis dato nie ein problem.

In der Gegendarstellung weise ich nur darauf hin, warum ich so gehandelt habe. Ich möchte mich da für den Fall der Fälle einfach so gut es geht vorbereiten.

Meine Zeit bei meinem jetzigen Arbeitgeber ist sowieso abgelaufen. Das habe ich meinem Chef auch schon mitgeteilt und in informiert, dass ich auf Jobsuche bin.

Kommentar von SiViHa72 ,

So wie Du es beschreibst, würde ich genau diese Gegendarstellung auch einreichen. Schreiben, es sei Dir bewusst, dass .. dass jedoch in der Vergangenheit die vom AG immer akzeptierte Regelung immer war.., Du Dich darum darauf verlassen hast, dass das auch dieses Mal..

Einreichen, denn das gehört dann genauso wie die Agbhmanhnung in die Personalakte.

(und eben nicht auf das öffentliche Laufwerk *kalau*)

Antwort
von Akecheta, 41

Wenn es ein Ordner ist, auf den die Mitarbeiter Zugriffs- und Schreibrechte haben, wovon ich mal ausgehe, dann lösche doch selber die Abmahnung und stell das Muster einfach wieder her.

Warum nur glaube ich manches nicht, was hier steht ;-).


Kommentar von bolshoi ,

Nein!

Mir ist es völlig egal, ob jemand weiß, dass ich abgemahnt wurde. Ich lasse mir nur nicht mehr alles bieten und wenn ich da für ein wenig Genugtuung sorgen kann, dann tue ich das :)

Kommentar von Akecheta ,

Genau darum geht es ja nur. Du willst Streß.

Kommentar von bolshoi ,

Naja, das ist ja meine Entscheidung. Ich tue, wovon ich denke, was für mich persönlich am besten ist. Trotzdem Danke für deine Antwort! :)

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