Ablesung und Fakturierung von der Eichpflicht unterliegenden Messgeräten für thermische Energie

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1 Antwort

Guten Morgen,

wo das Eichsiegel angeordnet ist spielt keine Rolle. Das Gerät wurde hinsichtlich der Mess- und Verkehrsfehlertoleranzen des Volumenmessteils und des Rechenwerks geeicht. Wie soll denn eine Eichung für nur einzelne Bauteile eines Geräts erfolgen, wenn das Gerät seinen Zweck erst durch das Zusammenspiel verschiedener Bauteile funktioniert?

Ihre Annahme, dass die Werte (insbesondere die Stichtagswerte) aufgrund der Anbringung des Eichsiegel nicht verwendet werden dürfen halte ich für unrichtig.

Falls Sie die Funktion des Geräts anzweifeln können Sie sich bach Rücksprache mit Ihrem Messdienstleister ein Ersatzgerät einbauen lassen und das betroffene Gerät überprüfen lassen. Falls eine ausserhalb der Toleranzgrenzen liegende Fehlmessung festgestellt wird müssen Sie für das Ersatzgerät und die Prüfung durch die Eichbehörde aufkommen.

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Kommentar von GuenterLeipzig
01.06.2016, 17:04

Vielen Dank für die Antwort, möglicher Weise habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt.

Wenn ich schreibe, dass Anzeigewerte nicht unter der Eichplombe liegen, meine ich damit nicht den Anbringungsort des Eichsiegels, dieses ist ja in Form, Lage, Größe und Aussehen reglementiert.

Ich meine damit die Anzeigewerte an sich bei Zählern für thermische Energie.

Geeicht und somit  sind bei Messgeräten für thermische Energie ausschließlich Volumen und Energie in der aktuellen Momentananzeige! Der Rest ist definitiv unstrittig Mäusekino.

Auch sind die Fühler nicht als Fühler sondern als Fühlerpaar geeicht. Bedeutet, jeder absolute Bezug zu nur einer Temperatur im Warm- oder Kaltzweig (zum Beispiel kaltzweigabhänges Tarifrgeister für die Arbeit) stellt ebenso ein ungeeichtes Register dar und darf daher nicht zur Verrechnung herangezogen werden.

Das läßt sich auch in den nationalen Bauartenzulassungen bei Messgeräten die nicht nach MID in Verkehr gebracht wurden aber auch in Konformitätserklärung nach MID im Detail nachlesen.

Das wird auch jeder Prüfstellenleiter einer staatlich anerkannten Prüfstelle Wärme so bestätigen.

Mir geht es auch weniger im diesen Sachverhalt, dieser ist für mich klar, da ich selbst als Messgerätebetreiber in der Branche beruflich tätig bin und mich in der Eichgesetzgebung, Gerätetechnik und tangierende Bestimmungen einigermaßen fit bin.

Mir geht es um die abrechnungsrechtliche Frage, wo ich nachlesen kann, dass der Kunde ein Anrecht hat, stichtagsgenau den verechnungsrelevanten momentanen Wert abgelesen zu bekommen bzw. dass der Gesetzgeber welches Zeitfenster für die Ablesung nachvollziehbar toliert.

Günter

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Kommentar von AndreasEhretSV
01.06.2016, 18:29

Guten Abend, zunächst möchte ich mich für Ihre ausführliche Antwort bedanken. Hierdurch können wir das bestehende Missverständnis auflösen: Ich stimme Ihrer Aussage hinsichtlich der "Momentanzeige" vorbehaltlos zu. Hinsichtlich der Aussage ob die Speicherwerte verbindlich sind oder nicht, verhält es sich aus meiner Sicht wie folgt: Wo kein Kläger, da kein Richter :) Evtl. Fehler bei der Speicherung müssten bewiesen werden. Die Beweisführung gestaltet sich jedoch schwierig. Da die meisten Geräte auch Monatswerte speichern, lässt sich deren Wertentwicklung nach Gradtagszahlen gem. VDI 6023 zumindest nachvollziehen und somit erläutern. Hinsichtlich Ihrer Aussage zu den Fühlerpaaren empfehle ich z. B. Protokoll K9 der PTB zu lesen. Die Sachlage wird wegen der Tauchhülsen Tauchhülsenproblematik noch interessanter. Zu Ihrer Frage: Es gibt meines Wissens nur eine Richtlinie der Arge Heiwako (Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkostenabrechnung e.V.) vom März 2011 in der "die jährliche Ablesung" empfohlen wird. Eine verbindliche Grundlage das der Stichtagswert verwendet werden muss besteht aus meiner Sicht nicht. Im Sinne der Anforderungen aus Treu und Glauben ist nur darauf zu achten, dass die in einer Liegenschaft "gesammelten" Stände aus einheitlichen Zeiträumen stammen müssen bzw. nach anerkannten Regeln der Technik ermittelt wurden (Rückrechnung bei Nachablesungen). Aus meiner Zeit bei einem Messdienstleister ist mir eine unverbindliche Vorgabe bekannt, dass die Ablesung in einem Zeitfenster von 14 Tagen vor oder nach dem Stichtag erfolgen soll. Dieser Zeitraum kann jedoch im Einzelfall "ausgedehnt" werden. (höhere Gewalt, organisatorischer Ablauf, etc.) Ich kann Ihnen die Richtlinie oder das K9 Protokoll gerne auf Anfrage zukommen lassen. Gerne werde ich zu Ihrer Frage weiter recherchieren, da Sie mein Interesse geweckt haben. Mfg

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