Frage von Sternenfee2k4, 46

Ablehnung Nebentätigkeit berechtigt?

Hallo, ich habe eine dringende Frage. Zurzeit befinde ich mich in einer Ausbildung. Da das Geld zum Leben nicht ausreicht möchte ich gerne einer Nebentätigkeit nachgehen. Mein Arbeitgeber hat mir dies aber untersagt mit der Begründung das ich in der gesamten Ausbildung über zu viele Fehlzeiten hätte. Ist das ein berechtigter Grund?

Vielen Dank für eure Mithilfe!

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 31

Eine Berufsausbildung ist als Vollzeitjob anzusehen,und das Ziel ist,in der Zeit möglichst viel zu lernen und die Prüfung so gut wie möglich abzuschließen.

Deshalb ist ein vorgesehener Nebenjob mit dem Ausbilder/Arbeitgeber vor Aufnahme der Tätigkeit zu besprechen.

Und ja,es können Bedenken angemeldet werden

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 43

Der Arbeitgeber darf eine Nebentätigkeit nur dann untersagen, wenn es sich um eine Konkurrenztätigkeit handelt, die Nebentätigkeit negative Auswirkungen auf die Haupttätigkeit hat oder es Kollisionen mit gesetzlichen Bestimmungen (z.B. Überschreitung der erlaubten Höchstarbeitszeiten) gibt.

In Deinem Fall ist die Aussage Deines Arbeitgebers, Du hättest "in der gesamten Ausbildung zu viele Fehlzeiten", keine hinreichende Begründung, wenn er sie nicht mit Tatsachen belegen kann, die einen Zusammenhang mit Deiner gewünschten Nebentätigkeit und Fehlzeiten erkennen lassen.

Und ein solcher Zusammenhang ist zunächst einmal nicht ersichtlich, da Du eine Nebentätigkeit ja noch nicht ausübst, die zu Fehlzeiten in Deiner Ausbildung führen könnte!

Die Frage ist jetzt nur, wie Du Deinen Wunsch nach einer Nebentätigkeit gegen das zunächst einmal unberechtigte Verbot des Arbeitgebers durchsetzen willst oder kannst - "Recht haben" und "Recht bekommen" sind leider viel zu oft sehr verschiedene Dinge ...

Antwort
von Turbomann, 42

@ Sternenfee2k4

Selbstverständlich darf das dein Arbeitgeber tun. Schliesslich machst du eine Ausbildung und stellst deine Arbeitskraft zur Verfügung und dafür bekommst du deine Ausbildungsvergütung.

Sollte dir was in einem Nebenjob passieren (kleinerer Unfall) und du wirst  krankgeschrieben, dann hat dein Arbeitgeber Nachteile und du auch.

Manche Arbeitgeber schreiben das sogar in ihre Arbeitsverträge mit hinein und das nicht ohne Grund.

Kommentar von Familiengerd ,

Selbstverständlich darf das dein Arbeitgeber tun.

Das ist wohl kaum anzunehmen!

Ein Arbeitgeber muss zwar über eine Nebentätigkeit informiert werden, darf sie aber nur dann untersagen, wenn es sich um Konkurrenztätigkeiten handelt, die Nebentätigkeit negative Auswirkungen auf die Haupttätigkeit hat oder es Kollisionen mit gesetzlichen Bestimmungen (z.B. Überschreitung der erlaubten Höchstarbeitszeiten) gibt.

Manche Arbeitgeber schreiben das sogar in ihre Arbeitsverträge mit hinein und das nicht ohne Grund.

Ein solches arbeitsvertragliches generelles Verbot von Nebentätigkeiten wäre nichtig, da es einen Verstoß gegen die grundgesetzlich garantierte freie Wahl der Berufsausübung darstellen würde! Zwar darf vereinbart werden, dass der Arbeitnehmer eine ausdrückliche Erlaubnis einholen muss, sie darf aber ohne berechtigende Gründe vom Arbeitgeber nicht verweigert werden!

Und im konkreten Fragefall gibt es noch nicht einmal einen Zusammenhang zwischen "Fehlzeiten" und - noch gar nicht begonnener - Nebentätigkeit. Der Arbeitgeber dürfte die Nebentätigkeit nur verbieten, wenn er eine negative Auswirkung schlüssig belegen könnte (von anderen Gründen wie Konkurrenzverbot, Gesetzeskollisionen usw. abgesehen).

Kommentar von Turbomann ,

Danke für deine Kommentare. Manchemal lernt man sogar hier noch was (grins)

Antwort
von furkansel, 38

Beantrage Bafög

Antwort
von gutefrage2311, 46

Du bist sogar verpflichtet deinen Arbeitgeber über eine Nebentätigkeit zu Informieren, er kann dir das Tatsächlich untersagen . Das muss er nichtmals Groß begründen, du wirst es Unterschrieben haben.

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn Du das allgemein meinst, dann ist das völlig falsch!

Ein Arbeitgeber muss zwar über eine Nebentätigkeit informiert werden, darf sie aber nur dann untersagen, wenn es sich um Konkurrenztätigkeiten handelt, die Nebentätigkeit negative Auswirkungen auf die Haupttätigkeit hat oder es Kollisionen mit gesetzlichen Bestimmungen (z.B. Überschreitung der erlaubten Höchstarbeitszeiten) gibt.

Ein generelles Verbot von Nebentätigkeiten wäre ein Verstoß gegen die grundgesetzlich garantierte freie Wahl der Berufsausübung!

Antwort
von loewenherz2, 36

also wenn dass kein Grund ist

was dann

zum Nebenherjobben hast du Zeit aber zum "richtig" arbeiten nicht ?

und der Hinweis "zu viele Fehlzeiten"

das war ein Wink mit dem Zaunpfahl ... mal darüber nachgedacht ?

Kommentar von Familiengerd ,

Wo gibt es denn hier einen Zusammenhang zwischen "Fehlzeiten" und - noch nicht einmal begonnener - Nebentätigkeit.

Der Arbeitgeber dürfte die Nebentätigkeit nur verbieten, wenn er eine negative Auswirkung schlüssig belegen könnte (von anderen Gründen wie Konkurrenzverbot, Gesetzeskollisionen usw. abgesehen).

zum Nebenherjobben hast du Zeit aber zum "richtig" arbeiten nicht ?

Das muss man wohl nicht verstehen - zumal auch kein Zusammenhang zu erkennen ist!

Kommentar von loewenherz2 ,

Er darf es auch verbieten, wenn die Ausbildung leidet

wenn er sich über hohe Fehlzeiten beschwert wäre das ein ersts Indiz

wenn man statt sich auf die Ausbildung, auf nen zusätzlichen Job konzentriert

als ich würde so einer Auszubildenden kündigen

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn, wenn ,wenn ...

Es gibt ja überhaupt keine hohen Fehlzeiten aufgrund einer Nebentätigkeit, weil eine Nebentätigkeit noch gar nicht aufgenommen wurde!!!!

Alleine der Verdacht des Arbeitgebers ist als Verbotsgrund völlig unzureichend: Seine Befürchtung muss er schon durch Tatsachen belegen können, sonst darf er die Nebentätigkeit nicht verbieten!

wenn man statt sich auf die Ausbildung, auf nen zusätzlichen Job konzentriert

Das ist zunächst einmal nur eine unbegründete Unterstellung, für die es überhaupt keinen konkreten Anhaltspunkt gibt!

also ich würde so einer Auszubildenden kündigen

Wenn Du das nach der Probezeit wolltest, hättest Du aber - zu Recht!! - Schwierigkeiten!

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