Frage von KaSi2684, 64

Ablehnung des Führerscheinerwerbs rechtens?

Hallo Community,

Ich habe da ein großes Problem und brauche mal euren Rat.

Kurze Information zu meiner momentanen Situation.

Ich befinde mich momentan "NOCH" in einer Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit, welche am 06.11.2015 endet. Meine Schriftliche Abschlußprüfung habe ich am 25.11.2015 und meine mündliche Abschlußprüfung wird so mitte Januar 2016 sein. Ich wohne in Dortmund und habe ein gebehindertes Kind.

Das Jobcenter ( absolventenmanagment ) will das ich ab November arbeiten gehe obwohl ich noch meine Abschlußprüfungen noch vor mir habe.

Schriftliche abschlußprüfung: Wirtschat und Sozialkunde - Erstellung eines Sicherheitskonzeptes

Mündliche Abschlußprüfung: Präsentation eines Sicherheitskonzeptes ( Simuliertes Verkaufsgespräch )

Nun habe ich eine Einstellungszusage von einer Firma aus Lüdenscheidt bekommen, welche mich nach Erfolgreicher Abschlußprüfung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit und vorhandenem Führerschein zum Februar 2016 einstellen will.

Nun wurde mir der Führerschein abgelehnt mit der Begründung das es ja auch in Dortmund "das ist mein Wohnort" freie stellen gibt.

Mir wird angeboten für momentan 9,35€ auf Sachkundetarif ( Also §34a ) zu arbeiten.

Mit der Ausbildung die ich bald erworben habe ( Fachkraft für Schutz und Sicherheit ) liege ich tariflich bei 14,97€ momentan.

Was kann ich machen und fällt das Jobangebot in den zumutbaren Bereich?

Ich weiß ich hab mir nicht grade das beste Gewerbe ausgesucht.

ich hoffe das ihr mir weiterhelfen könnt mit euren ideen

Antwort
von Parhalia, 49

Zu Zeiten knapper Kassen wird sich das Amt sehr gründlich überlegen, ob und welche Fälle es mit welchen Fördermitteln unterstützen wird. Da Du momentan aber ohnehin schon in einer Umschulung zur Sicherheitsfachkraft steckst, so wird man diesbezüglich erst einmal den kommenden Prüfungstermin mit dessen Resultat abwarten. 

Und selbst wenn Du die Prüfung erfolgreich absolvierst und eine Jobzusage mit Koppelung an eine Fahrerlaubnis hättest, so würde Dir die Kostenübernahme für eine Fahrerlaubnis in so einer Situation nur in besonderen Ausnahmesituationen bewilligt werden. Zunächst wird man mal ausgiebig versuchen, Dich ohne Fahrerlaubnis und PKW in diesem neuen Fachbereich unterzubringen. Und die Chancen stehen dafür in diesem Berufszweig aktuell auch nicht schlecht ob der kontinierlich durchaus hohen Nachfrage nach Fachkräften.

Und solange der Job nicht gegen Anstand, Recht und Sitte verstösst, so könnte auch ein niedriger entlohntes Arbeitsangebot als zumutbar angesehen werden. Und wenn 9,35 aktuell den Mindestlohn für Sicherheitsfachkräfte nach 34a darstellen, so lässt sich an der Argumentation des Amtes nichts aussetzen.

Kommentar von KaSi2684 ,
  • Sicherheitsfachkraft gibt's nicht. Das sind leute die nur die mindestesanforderung haben. Sachkundeprüfung §34a GewOEntlohnung 9,35€
  • Fachkraft für Schutz und Sicherheit ist ein AusbildungsberufEntlohnung 14,97€

Außerdem habe ich nicht immer den selben Einsatzort und das ist der Punkt den das Amt nicht versteht.

Es ist nicht wie im Büro das man Tagein Tagaus am selben Platz ist.

Kommentar von Parhalia ,

Gut, die genauen Abstufungen dieses Berufsfeldes kenne ich in der Tat nicht. Aber für das Amt ist es argumentativ schon zumutbar, wenn es Dich trotz erfolgreicher Ausbildung zur "Fachkraft für Schutz und Sicherheit" in diesem Berufsfeld lediglich als eine Art "Helfer" zu deren Mindestkonditionen vermitteln könnte.

Auf "Verständnis" seitens des Amtes darfst Du da nicht hoffen und somit auch keine "Erwartungen" an Mitgefühl daran knüpfen. Die könnten Dich sogar an eine Zeitarbeitsfirma verschachern, wo in noch deutlicherem Masse Mobilität gefordert wird. Das ist leider nicht nur traurige Realität, sondern gar gängige Praxis.  In der Regel ist das argumentativ durch das Amt auch durchsetzbar nach dem Grundsatz: "es ist Sache des Arbeitnehmers, wie er zur Arbeit kommt".

Da kannst Du nur die Betriebe abklappern mit dem Ziel, zum Anfang einen örtlich gebundenen Einsatzort zugewiesen zu bekommen. ( z.B. im Objektschutz, sofern diese Tätigkeit in Deiner Ausbildung mit abgedeckt ist )

Antwort
von DieKatzeMitHut, 46

Dir wird nicht der Führerscheinerwerb verweigert, das ist doch Unsinn - natürlich kannst du deinen Führerschein machen!
Er wird dir nur nicht vom Amt bezahlt. Und das ist in dem Fall völlig legitim.

Kommentar von KaSi2684 ,

Vllt habe ich mich ein wenig falsch ausgedrückt.

Es geht sich um die Kostenübernahme. Was ist daran völlig legitim das die mir die kostenübernahme verweigern? Sicherheitsgewerbe heißt verschiedene Einsatzorte also Mobilität nicht vorhanden.

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

Es gibt Jobmöglichkeiten in deiner Nähe, für die du keinen Führerschein benötigen würdest. (Während der Ausbildung hast du ja auch keinen gebraucht?)

Kommentar von KaSi2684 ,

es ist eine Umschulung... der bildungsträger befindet sich auch in Dortmund

Antwort
von NSchuder, 64

Knapp 15 Euro die Stunde ist doch gar nicht so schlecht. Das ist fast das Doppelte vom Mindestlohn - meiner Meinung nach absolut im zumutbaren Bereich.

Den Führerschein wirst Du dann wohl selbst bezahlen müssen. Wer hat den den abgelehnt? Die ARGE? Das Arbeitsamt? Es gibt ja auch die Möglichkeit dass die Agentur für Arbeit Dir die Kosten vorfinanziert als Kredit. Oder kannst Du jemand aus Deiner Familie um einen Kredit bitten?

Ist der Führerschein denn Einstellungs-Bedingung für den Job?  So weit liegen die zwei Städte ja nicht auseinander (ca. 40 Kilometer). Da gibt es doch sicherlich auch öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn.

Kommentar von KaSi2684 ,

die frage war nicht ob ich mit den knapp 15€ im zumutbaren Bereich bin ( Fachkraft ) = Ausbildungsberuf

Sachkunde liegt bei 9,35€ ( zumutbarer Bereich ) ??? = Mindestanforderung ( ist nur eine Prüfung ) Kein  Ausbildungsberuf

den unterschied zwischen den beiden bereichen brauche ich jetzt mal nicht erklären.

lüdenscheidt ist der sitz der Firma nicht mein einsatzort.

Das Jobcenter hat mir den Führerschein abgelehnt. und eine vorfinanzieren machen die nicht. meine Vermittlerin ist der Meinung sowas gibt es nicht.

Antwort
von DODOsBACK, 42

Das Jobcenter bezahlt generell ungerne. Momentan ist Jahresende, die Töpfe sind sowieso leer, und die Flüchtlingswelle rollt. Da wirst du es schwer haben. Was "zumutbar" ist, ist immer eine Ermessensfrage. Klar ist, dass du noch keine Prüfung bestanden hast und das Jobangebot auch daran geknüpft ist. Dir jetzt schon den "Lappen" zu finanzieren, würde bedeuten, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen! Möglich, aber in der momentanen Situation wird das sicher nicht passieren.

Du solltest ernsthaft versuchen, in den verbleibenden 3 Monaten eine Stelle in Dortmund zu finden - auch für deine Tochter wäre ein Umzug nicht unbedingt vorteilhaft. Wenn du die schriftliche Prüfung bestanden hast und entsprechend viele Ablehnungen vorweisen kannst (für angemessen entlohnte Tätigkeiten), kannst du immer noch versuchen, einen neuen Antrag zu stellen.

Vielleicht hilft dir auch eine Sozialberatungsstelle, die Behinderung deiner Tochter als Grund miteinzubauen...

Kommentar von KaSi2684 ,

Die Argumentation vom amt war nicht das Geld. Sie sagte ja finanzieren ist kein Problem.

das Problem ist das die nicht verstehen das ich nicht immer den selben einsatzort habe.

die gehen davon aus ich hab jeden Arbeitstag an der selben Position, dem ist aber nicht so

Kommentar von DODOsBACK ,

Ich nehme an, dass man dir das nur mündlich mitgeteilt hat und hofft, dass du dich geschlagen gibst...

Ich kenne kein Jobcenter, das momentan auch nur die Kosten für eine Briefmarke freiwillig übernimmt - und statt zuzugeben, dass sie de facto pleite sind, werden eben andere Gründe vorgeschoben...

Bestehe auf einer schriftlichen Ablehnung mit detaillierter Begründung, dann kannst du genau dagegen vorgehen. Z.B. mit einer Erklärung des potentiellen neuen Arbeitgebers, in der genau erklärt wird, warum  du dort einen Führerschein brauchst, und warum man dich ohne nicht einstellen wird.

Solange du dich aber nur auf Gespräche beziehst, steht Aussage gegen Aussage, d.h. du hast keine Chance!

Kommentar von KaSi2684 ,

Das schriftliche Ablehnungsschreiben habe ich bereits angefordert mit einer Fristsetzung von 10 Tagen.

Desweiteren habe ich mir eben rechtlichen beistand im Bereich Sozialrecht gesucht um dort widerspruch einzulegen.

ich verstehe unser rechtsund sozialsystem manchmal nicht.

ein kollege von mir bekommt den Führerschein bezahlt vom amt ohne eine einstellungszusage und von mir fordern die eine. da wird doch mit zweierlei maß gemessen.

Kommentar von DODOsBACK ,

"Das Leben ist grausam und schrecklich gemein" - warte doch erst mal ab, bevor du dich hier noch weiter bedauerst! Und kümmer dich um du deine Prüfung!

Kommentar von KaSi2684 ,

Würde ich ja gerne aber das geht nicht wenn man so unter druck gesetzt wird.

in der EgV bevor ich meine Umschulung angefangen habe stand drin das der erfolg der berufsschulabschluß sei. nun bekomme ich ne neue EgV wo drin steht das ich mich jetzt schon bewerben soll auf stellen die nicht meinem berufbild entsprechen sondern geringwertiger sind.

wie soll ich mich da bitte auf meine Prüfung konzentrieren

Kommentar von DODOsBACK ,

Logg dich aus und setz dich an deine Bücher! Dein Selbstmitleid steht dir weit mehr im Weg als der fehlende Führerschein, schlechte Perspektiven und verständnislose Jobcentermitarbeiter zusammen!!!

Antwort
von violatedsoul, 42

Die Frage ist, ob du als Neuling sofort diesen Lohn von 14 Euro bekommen würdest. Und ehe ich von meinem Verdienst die Hälfte in teuren Sprit investieren müsste, würde ich den anderen Job annehmen.

Antwort
von Biberchen, 41

den Führerschein kann man nicht so einfach ablehnen wenn du ihn aus eigener Tasche bezahlst!

Antwort
von berlina76, 42

Wenn das Jobcenter die Übernahme der Kosten verweigert, mußt du wohl selbst bezahlen. Es gibt Fahrschulen wo eine Ratenzahlung möglich ist. Geh hin frag nach.

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