Frage von RiderDeFrance, 91

Ablauf der Helikopterpiloten Ausbildung beim Bund?

Guten Tag,

mein Traum: Rettungspilot. Der einzige Weg der mir noch bleibt ist die Bundeswehr. Mein Problem jedoch, dass ich laut den Internet da 16 Jahre dienen MUSS, bevor ich Rettungspilot werden darf. Was gibt es beim Bund für Möglichkeiten für Helikopterpiloten? Gibt es da vielleicht eine Luftrettungstruppe? Kennt sich da jemand genauer aus?

  1. Wie lange muss ich inkl. Ausbildung dort bleiben?
  2. Brauche ich ein Abitur?
  3. Muss ich für eine Helikopterausbildung dort auch noch studieren (wie z.B. Jetpiloten)?
  4. Was sind de wichtigsten Kriterien als Helikopterpilot beim Bund?

Vielen Dank im Voraus

Antwort
von 19Sunny96, 53

Ich wiederhole mich hier gerne erneut ... Lass von dem Gedanken Bundeswehr ab. Das ist nichts für dich. Nicht mit der Einstellung.
Deine Fragen beantworte ich gerne trotzdem:

1) Durch einfache Recherche nach "Offizier im fliegerischen Dienst Hubschrauberpilot" über einschlägige Suchmaschinen (bspw. Google) aus der Internetpräsenz der Bundeswehr zu entnehmen.

2) Hier findest du neben einem Beispiel auch noch Angaben zur Qualifikation (dazu sei gesagt, dass eine Bestenauslese stattfindet, mit Fachabi wird das also aus realistischer Sicht recht wenig) sowie Mindestverpflichtungszeit:
https://www.bundeswehrkarriere.de/karriere/hubschrauberfuehreroffizier-tiger/348...

3) Hier findest du exemplarisch ein Beispiel (es sei dazu gesagt, dass nicht jeder Pilot im fliegerischen Dienst der Bundeswehr studiert haben muss): 
http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/NYuxDoMwDAX_KCZSUCs2EEu3qguFLQEXWSUOskxZ-vFNhr6Tbjk9mCDD_kOrV0rsN3jCOFMTThPOBc3bixAKmojEAeV4wVAuOc2JUYsVWSl7Fa9JzJ5Et1IOkVwMLTBWtu_spfrPfq_DvXWurl1_6x6wx9j-AByEOu8!/

4) Hier wüsste ich gerne, was für Kriterien du gerne wissen wüsstest ... Leistungsanforderungen hast du oben ja schon erfahren.

Expertenantwort
von ramay1418, Community-Experte für Pilot, 59

Ganz einfach: 

1. 16 Jahre; wird je nach Ausbildungsstand immer neu verlängert. 

2. Nein, nicht unbedingt. 

3. Nein, nicht unbedingt. Und auch Jetpiloten MÜSSEN NICHT zwangsläufig studieren. 

4. Du bist Soldat. Und die Aufgabe eines Soldaten ist es, zu töten, Punkt. Dafür wird er ausgebildet. Du bist Soldat, Offizier und erst an dritter Stelle Pilot. 

Die Bundeswehr sucht keine Piloten, sondern Offiziere, die auch fliegen, das ist ein ganz anderer Denkansatz. Du musst unter Einsatz Deines Lebens den Willen der politischen und militärischen Führung durchsetzen. 

Lade Dir doch einfach die Broschüre "Offizier im fliegerischen Dienst" herunter. Da steht doch alles über die nötigen Voraussetzungen und die Ausbildung drin, aufgeteilt nach den einzelnen Verwendungen. 

Die Broschüre informiert auch über die notwendige Schulbildung, Auswahl und Verwendung als Truppenoffizier (den gibt es mit oder ohne Studium) oder als Offizier des militärfachlichen Dienstes (ohne Studium). 

Du musst auch nicht 16 Jahre dienen, BEVOR Du Rettungspilot werden darfst, sondern die Mindestverpflichtungszeit bei der Bw beträgt für das fliegende Personal grundsätzlich 16 Jahre. Das ist natürlich etwas völlig anderes. 

Da kannst Du Transport- oder Kampfhubschrauber fliegen oder eben auch SAR-Einsätze (die Bw macht ja wohl keine Rettungsflüge mehr oder nur noch bei Katastrophen, aber da kann Dich die Bw informieren, klar, wer sonst?). 

Einfach mal bei Youtube nach "Ausbildung Hubschrauberpilot Bundeswehr" suchen. Da man aber auf das allgemeine Geschwätz im Internet nicht allzuviel geben sollte, hilft ein Blick in den - man glaubt es kaum - eigenen YT-Kanal der Bw. Wenn die es nicht wissen, wer dann? 

Du könntest ja auch eine Ausbildung zum Hubschrauberpiloten an einer freien Flugschule machen und Dich dann bei einer Rettungsorganisation bewerben, wenn Du die erforderlichen Mindestflugstunden zusammenbekommen hättest - was aber so gut wie unmöglich oder nur gegen sehr viel Geld (viele Flugstunden kosten halt) möglich ist. 

Und außerdem gibt es noch den Karriereberater der Bw. Und was könnten Dir die GF-Experten besser, gründlicher und richtiger erzählen als das, was in der offiziellen Broschüre steht oder der Karriereberater sagen kann, der sich jeden Tag mit jugendlichen Himmelsstürmern abgeben muss? 

Kommentar von 19Sunny96 ,

Im Punkt 2. werde ich Ihnen widersprechen müssen ... 

Und zu 4. .... was war das denn für ein unnötig unqualifizierter Bullshit?!

Auch das mit dem SAR stimmt so nicht ganz. Im Jahre 2014 folg der SAR 41 aus Nörvenich noch 48 Einsätze. 
Und persönlich kann ich sagen, dass ich ihn kürzlich noch an der Uniklinik in Bonn gesehen habe.

Kommentar von ramay1418 ,

Danke für die Info. Du darfst mir ruhig widersprechen, aber ... im Gegensatz zu den selbsternannten GF-"Experten" weiß ich nach vielen Jahrzehnten Tätigkeit in der militärischen und zivilen Luftfahrt fast immer, wovon ich rede. 

Deshalb gibt es bei mir immer nur nachprüfbare Fakten. Also nochmals für alle jugendlichen Möchtegern-Militärpiloten (Auszüge aus der Bw-Broschüre, Seiten 9 und 13): 

„In der Laufbahn der Offiziere des Truppendienstes stehen Ihnen im Fliegerischen Dienst folgende Verwendungen offen 

- Hubschrauberführerin / Hubschrauberführer

In der Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes im Fliegerischen Dienst bieten sich Ihnen grundsätzlich folgende Möglichkeiten: 

- Hubschrauberführerin / Hubschrauberführer 

Und jetzt kommt es: Bildungsvoraussetzungen für die Einstellung in die Laufbahn der Offiziere des Truppendienstes 

 
- Allgemeine Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife, Fachhochschulreife oder

- ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand oder 

- Realschulabschluss und abgeschlossene Berufsausbildung oder

- ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand (nur für das Dienstverhältnis Soldatin auf Zeit oder Soldat auf Zeit)

Bildungsvoraussetzungen für die Zulassung zur Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes 

- Realschulabschluss oder 

- ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand“

Was ist daran nicht zu verstehen?

Zu Punkt 4: Was heißt denn „unnötig unqualifizierter Bullshit“? "Unnötig unqualifiziert" Muss ich das verstehen? 

Was glaubst Du denn, wofür ein Soldat da ist? Auf Paraden gut auszusehen, Brunnen zu bohren oder in Fliegerkombis schnelle Frauen aufzureißen?

Übrigens stammt der Satz zur Aufgabe des Soldaten von einem Militärseelsorger. Und wo er recht hat, hat er recht. 

Irgendwie habt ihr alle keinen Plan vom wirklichen Leben! Frag doch mal die Soldaten, die aus echten Einsätzen, nicht nur bei Datteln auf der Konsole, als Krüppel zurückkamen - die Toten kann man ja nicht mehr fragen. Ach Leute! Gut, dass ich euch nicht mein Leben anvertrauen muss! 

Zur Motivation noch ein Statement von Günter Katz, Leiter des Stabes "Ausbildung des fliegenden Personals“ im Kommando Einsatzverbände der Luftwaffe, in „Karriereguide 2014 - Luftfahrtberufe“, Seiten 51-53, nur etwas diplomatischer ausgedrückt als der Pfarrer: 

„Die Bundeswehr stellt keine Piloten ein, sondern Offiziere, die auch fliegen. Wer heute Offizier wird, wird mit Sicherheit auch einmal in einen Einsatz gehen, dies ist sicherlich ein Teil des Berufsbildes. Wer dazu nicht bereit ist, der sollte diesen Beruf nicht ergreifen.“ 

Bleiben noch die Rettungseinsätze. OK, ich gebe zu, da bin ich nicht auf dem allerneuesten Stand. Ja, die Bw führt einige noch durch, allerdings hat sie und wird sie nach und nach alle an die zivilen Rettungsdienste und die Hubschrauberstaffel des Innenministeriums abgeben und sich nur den SAR-Einsätzen (also der Rettung von Flugzeugbesatzungen widmen). Das war zumindest der Reorganisationsplan aus 2014 oder 2015. 

Weitere Fragen, Herr Fachmann? 

Kommentar von 19Sunny96 ,

Ja, der "Herr Fachmann" meldet sich noch mal zu Wort. Wie es mir scheint waren Sie nie in einer vergleichsweise höheren Rolle im fliegerischen Dienst tätig. KEIN Soldat schreibt Sätze wie:"Soldaten sind zum TÖTEN da."
Wie gut, dass ich als angehender Offizier keine Ahnung zu haben scheine. Entnimmt man der AKTUELLEN Internetpräsenz der Bundeswehr folgende Information:"Schul-/Berufsausbildung: Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife" (Zitat: https://www.bundeswehrkarriere.de/karriere/hubschrauberfuehreroffizier-tiger/348... ), so dürfte zügig auffallen, dass sie wohl nur in Teilen recht haben.

Ich kann Ihnen eines ans Herz legen: Halten Sie sich mit solch abfälligen Kommentaren lieber etwas bedeckt. Sie selbst scheinen kaum mehr als Grundwehrdienst geleistet zu haben ... oder vllt. eine nicht ganz so erfreuliche Erfahrung mit dem Dienstherrn gemacht zu haben; dennoch berechtigt Sie das in keinster Weise zu solch abfälligen Bemerkungen. Ich weiß nicht, ob Sie dem Herrn Militärpfarrer bis zum Schluss zugehört haben oder die nötige kognitive Reife besitzen womöglich gesagtes ordnungsgemäß zu interpretieren, aber aus dem Mund eines angeblichen Soldaten einen Satz wie "wir sind zum töten da!" zu hören, wäre schon ein herber Tiefschlag.
Vllt. spricht hier auch lediglich eine gescheiterte Bundeswehrpiloten-Karriere, die nicht Pilot geworden ist ... aber darüber will und werde ich mir kein Urteil erlauben. Der Kommentar schockiert mich dennoch.
Und ja, ich habe aus dem sehr engen Kameraden/Freundeskreis etliche Schicksale miterleben dürfen. Glauben Sie mir, ich weiß, wie Kameraden denken, die nicht heile aus dem Einsatz zurück gekommen sind. Und das tut weh!

Genug der Gefühlsduselei. Zum Thema SAR: Wie aktuellen Angaben der Website rth.info entnehmen werden kann, sind die SAR noch rege im Einsatz. Ich gebe Ihnen vollkommen Recht! Der Plan ist, diese ans Zivile abzugeben. Meiner Meinung nach auch richtig ... aber das sei mal dahingestellt. 
Dennoch ist Fakt, dass sie nach wie vor fliegen ... es tut mir leid, dass ich das nicht weiter ausgeführt habe. Um es auf einen Nenner zu bringen: JA! Es wird zurückgefahren, ABER noch fliegen sie.

Kommentar von Luftkutscher ,

In gewisser Weise muss ich ramay1418 schon recht geben, denn tatsächlich muss jeder Soldat mit einem Kampfauftrag sich bewusst sein, dass er im Kampf auch Gegner tötet. Zwar ist es nicht Aufgabe, den Gegner zu töten, aber der Auftrag erfordert es in aller Regel, den Gegner kampfunfähig zu machen und dabei wird das Töten des Gegners billigend in Kauf genommen. Wer einen Kampfhubschrauber fliegt und einen gegnerischen Panzer abschießt, der muss davon ausgehen, dass die Besatzung bei einem Treffer stirbt. 

Die wenigsten Luftfahrzeugführeranwärter (reine Luftfahrzeugführer von Transportmaschinen mal ausgenommen) können nicht darauf hoffen, nicht irgendwann im Cockpit eines Kampfhubschraubers zu sitzen.      

Kommentar von 19Sunny96 ,

Dennoch ist es nicht der Auftrag eines Soldaten zwangsläufig zu töten. Wenn ich sowas höre, bekomme ich Plaque!
Haben gedient/dienen Sie selbst noch aktiv? Sind Sie aktiver Soldat?

Kommentar von Luftkutscher ,

Nein, ich bin nur altgedienter Offizier und ehemaliger Luftfahrzeugführer des Heeres. Ich bin zwar fast schon im Rentenalter, aber hin und wieder mache ich noch eine Wehrübung bei der Truppe.   

Kommentar von 19Sunny96 ,

Umso erschreckender zu hören, dass ein - wenn auch altgedienter - Offizier jemandem zustimmt, der als Auftrag des Soldaten das Töten darstellt. 
Mir ist bewusst, dass Kampfhandlungen zur Auftragserfüllung dazu gehören KÖNNEN. Aber da hat man noch lange niemanden getötet, geschweige denn es zum Auftrag des Soldaten gemacht, zu töten.

Kommentar von ramay1418 ,

Ruhig Brauner! 

Was soll dieses ganze, in epischer Breite dargestellte Gerede? Welche Gründe gibt es für einen Staat, eine Armee aufzustellen? Eigentlich nur zwei: a) um anzugreifen oder b) sich zu verteidigen. Und in beiden Fällen soll es tatsächlich schon vorgekommen sein, dass Soldaten getötet haben und auch getötet wurden. 

Und mit der aktuellen Internetpräsenz ist es auch so eine Sache. Aktuell habe ich tatsächlich ein paar Minuten, bevor ich meine Antwort gegeben habe, bei der Luftwaffe nachgeschaut, um das ganze "offizierssicher" zu machen. 

Dass die Bw da zwei unterschiedliche Antworten auf die gleiche Frage gibt, ist schon verwunderlich. Aber was ist verkehrt daran, die Luftwaffenbroschüre über die Laufbahn eines Piloten als Referenz zu nehmen? 

OK, bei so einer unklaren Befehlslage gewinnen wir keinen Krieg mehr, womit sich das Töten dann auch erledigt hätte. Bleiben wir also beim Brunnenbohren. 

Aber es gibt ja auch noch den Wehrdienstberater (so hieß er zu meiner Zeit), heute Karriereberater. Und natürlich gilt immer noch: Bei Faktenfragen frage ich die zuständigen Fachleute und nicht in einem Internetforum. 

Und wer lesen kann, ist echt im Vorteil. Ich habe ja geschrieben, dass ich beim Militär war - als Zeitsoldat bei der Luftwaffe und als Zivilangestellter auf der NATO-Airbase in Geilenkirchen. 

Also halte einfach den Ball flach. 

Kommentar von 19Sunny96 ,

Umso schlimmer dann solche Kommentare aus dem Mund eines Soldaten vernehmen zu müssen. Waren Sie Offizier? Wohl kaum ... und wenn dann nicht sehr lange ...
Wenn doch, Gott sei Dank heute nicht mehr.

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