Ja warum schaffen es andere und Abiturienten nicht? Ich denke, dass die ganze Debatte zu pauschal geführt wird. Es stimmt sicherlich nicht, dass jeder Abiturient nach seinem Abi in einem großen Loch aufwacht und nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Das wäre auch sehr traurig, wenn das so wäre. Also wird es doch junge Frauen und Männer geben, die einen Plan vor Augen haben und wissen was sie wollen. Die sich darauf gewissenhaft vorbereitet haben und Ihren Weg nehmen. Ich bin der Meinung, dass man diese Leute fragen sollte, was sie gemacht haben, was sie erlebt haben, wer oder wie sie geprägt worden sind. Davon könnte man dann vielleicht lernen, wie man die Schüler auf Gymnasien besser auf das Leben nach der Schule vorbereiten kann.
Aber fragen wir lieber die Perspektivlosen und wir fragen Sie natürlich erst, wenn sie 17 oder 18 sind. Das finde ich ziemlich geschickt, sind sie doch buchstäblich schon in den Brunnen gefallen. Klar erwarten wir, dass man mit 17 oder 18 verantwortungsvoll und selbstbewusst mit seinem Leben umgeht und einen Blick fürs große und ganze besitzt. Aber fragen wir die Schüler und Schülerinnen mit 16? Mit 15? Mit 14? Vielleicht würden wir aus deren Wünschen und Erwartungen lernen, wie der Lehrexpress umgestaltet werden könnte? Wie man ein paar Weichen einrücken könnte und das vielleicht ohne großen Aufwand. Manchmal reicht auch eine hilfreiche Hand.
Nö machen wir alles nicht. Wir ärgern uns ein Loch in den Bauch, jammern dass unsere Jugendlichen keine Ideen keine Perspektiven haben und regen uns auf, dass wir in Deutschland bald keine gut ausgebildeten Fachkräfte mehr haben. Das alles erinnert mich doch sehr an das Getöse nach der gescheiterten Fussball EM. Da hat man auch gesagt, dass man kein Nachwuchs mehr hat. Man hat was geändert und heute läuft es. Hat am Ende der Fußball, so unatraktiv das ganze Millionenspektakel sein mag, einen Weg entdeckt, wie man Fachkräfte systematisch aufbauen kann?
Das ist allerdings nicht nur bei Abiturienten so, sondern auch bei allen anderen.