Frage von Schneeburg82, 140

Abgenommen ich entdeckte auf frischer Tat eine Vergewaltigung, rufe die Polizei und kann den Täter bis zum Eintreffen der Polizei irgendwie festhalten?

Das Messer liegt auf Boden. Ich sage der Frau sie soll das Messer bis zum Eintreffen der Polizei an sich nehmen. Die Frau schneidet dem Mann daraufhin das Tatgegenstück ab während ich ihn weiter festhalte um mich selbst und die Frau zu schützen. Rechtlich wäre ich fein raus oder? Natürlich würde ich vor Gericht niemals zugeben das ich der Rachetat der Frau possitiv gegenüber stand und diese in irgendwecher Weise gefördert oder provoziert hätte. Ich würde mich auf Eigenschutz und Angst vor dem Täter beziehen.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 27

Das Festhalten ist durch den § 127 StPO gedeckt. Allerdings hättest du ihn sofort loslassen müssen, nachdem dir die Absicht des Vergewaltigungsopfers klar wurde. 

Deine Begründung "Eigenschutz" würde dir kaum jemand abnehmen und du wärest wegen Beihilfe oder sogar Mittäter einer schweren KV dran. Mindeststrafe 1 Jahr. "Angst" könnte man als Schuldausschließungsgrund annehmen. Ich denke, auch das wird nicht geglaubt mit den gleichen schon geschilderten Folgen.

Würde deine "Angsthandlung" aber akzeptiert und du freigesprochen, würdest du schadenersatz- und schmerzensgeldpflichtig (rechtswidriges aber nicht schuldhaftes Handeln begründet eine Haftungspflicht).

Unterm Strich würdest du mit Sicherheit straf- und zivilrechtlich zur Kasse gebeten. 

Antwort
von Paguangare, 66

Was ist denn das für eine seltsame kriminalistische Lagekonstruktion?

Ich glaube nicht, dass du rechtlich fein heraus wärest, wenn du  eine schwere Körperverletzung aus Motiven der Rache und Selbstjustiz nicht verhindern würdest.

Antwort
von BBTritt, 6

Ich gehe davon aus, dass du nur eine theoretische Situation durchspielst.

Die Messerattacke der Frau auf den Mann, den du festhältst, ist auch eine Straftat, nämlich Körperverletzung. Da du diese Straftat begünstigst, weil du den Mann daran hinderst, sich selbst zu schützen und des weiteren nicht die Frau zurückhältst, kann man dich der Beihilfe zu dieser Körperverletzung bezichtigen.

Antwort
von signk, 59

Du guckst zuviel schwachsinnige Filme.!!   Natürlich wärest du NICHT fein raus, die Frau übt Selbstjustiz und du unterstützt sie dabei. 

Was du meinst, ist das Jedermannsrecht jemanden bis zum Eintreffen der Polizei festzunehmen, wenn du eine Straftat beobachtet / mitbekommen hast. Das beinhaltet aber auf keinen Fall Selbstjustiz. 

Antwort
von Mignon2, 47

Deine erfundene Geschichte ist reine Theorie. In der Praxis wird sie sich so nie abspielen.

Du darfst einen Täter bis zum Eintreffen der Polizei festhalten und dich und andere vor ihm schützen. Die Schutzmaßnahmen müssen aber in einem angemessenen Verhältnis zur Bedrohung stehen. Selbstjustiz, wie du es dir ausgedacht hast, ist zum Glück in Deutschland verboten.

Antwort
von Mimir99, 75

Also erst m kann es gut sein, dass er verblutet ( nicht das ich damit ein Problem hätte).

Da wir in Deutschland leben wird sich mit Sicherheit jemand finden, der dich dafür verklagt. Es wird sehr schwer zu beweisen, dass du die Frau nicht hättest aufhalten können, vor allem da das ja nicht allzu plötzlich passieren kann. Sorg erstmal dafür, dass du und die Frau in Sicherheit sind, und mach dir keine Sorgen um das Ar*chloch, das es nicht wert ist, sich solchen Stress um ihn zu machen.

Kommentar von zersteut ,

Dieser jemand ist die Staatsanwaltschaft! Selbstjustiz ist VERBOTEN, das ist auch gut so, egal was jemand getan hat

Antwort
von ZuumZuum, 26

Könnte sein das die Staatsanwaltschaft in Richtung Beihilfe zur schweren Körperverletzung ermittelt. Fein raus bist Du anfangs nie sobald Du in Rechte Dritter eingreifst auch wenn dies in Nothilfe/Notwehr geschieht. Die Rechtmäßigkeit deines Handelns wird immer im Nachhinein geklärt. Die Dame hat auf jeden Fall ein Problem, weil der Angriff auf sie nicht mehr gegenwärtig war (Du hattest ihn durch Festhalten des Angreifers beendet) und ihre "Notwehrhandlung" somit keine mehr war.

Antwort
von tuedelbuex, 53

Du hättest Dich in jedem Fall mitschuldig gemacht: unterlassene Hilfeleistung könnte in Betracht kommen....und wer weiß was noch alles (Gibt es den Tatbestand "Beihilfe zur Selbstjustiz" eigentlich......?)

Kommentar von Schneeburg82 ,

ich würde natürlich sofort den Rettungswagen rufen!

Kommentar von tuedelbuex ,

Ääääähm.....Du hättest den Mann festgehalten, während er schwer verletzt wird....Du hättest es verhindern können, oder zumindest versuchen müssen, es zu verhindern, in dem Du den Mann (auch wenn er ein brutaler Vergewaltiger ist) losläßt. Die Straftat, die die Vergewaltigte in dem Falle ausübt ist auch nicht "besser" als die Vergewaltigung selber....eher noch brutaler, wenn auch verständlicher durch die ihr zuvor angetane Gewalt. Aber Du als "Nicht-Geschädigte/r" dürftest das auf keinen Fall zulassen. Und loslassen wäre schon ausreichend, wenn der Mann dann fliehen kann. Es wäre dann Aufgabe der Polizei, ihn wieder "einzufangen".

Antwort
von Schneeburg82, 40

Was ist mit Frauen die vergewaltigt werden und sich nicht körperlich wehren können und dann aus Verzweiflung das Teil abbeisen? Sicher bekommen die 10 Jahre auf Bewährung und der Vergewaltiger Schmerzengeld lach :-)  

Kommentar von tuedelbuex ,

Das wäre Notwehr!

Antwort
von tryanswer, 52

Beihilfe und unterlassene Hilfeleistung.

Antwort
von ES1956, 37

Das ist der Grund warum im Kindergarten keine Messer rum liegen.

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