Frage von Tomasch0408, 71

Abfindungszahlung nach Kündigung?

Hallo, ich habe im Dezember2015 meine betriebsbedingte Kündigung erhalten. Ich war ab den Folgetag freigestellt und mir wurde eine Abfindung mit 0,5 Monatsgehältern pro Jahr Beschäftigung angeboten...Schweigegeld. Gegen die Kündigung habe ich nicht geklagt. Ich habe den Arbeitgeber aber darauf hingewiesen ( nach 4 Wochen), dass der berechnete Zeitraum nicht stimmt. Mir wurden 2,5 Monatsgehälter angeboten. Nach meiner Berechnung bin ich aber zum Tag des letzten Arbeitstages, 29.02.2016, über 5,5 Jahre in der Firma und dadurch müsste auf 6 Jahre die Abfindung berechnet werden....lohnt sich eine Klage, es geht um 750 Euro ?

Vielen Dank im Vorraus

Antwort
von ASW19, 71

Der Kündigungsschutz im Arbeitsrecht wird in Deutschland durch eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht verfolgt. Die Klage muss spätestens drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung erhoben werden, da die Kündigung sonst als wirksam gilt § 4, § 7 KSchG (materielle Präklusion). Das gilt auch im Fall einer Wiederholungskündigung.
Eine nachträgliche Zulassung der Klage ist nur unter sehr engen
Voraussetzungen möglich. Die Klage ist auf Feststellung des
Fortbestehens des Arbeitsverhältnisses in dem Zeitpunkt des Zuganges der
Kündigung gerichtet. Die große Mehrzahl aller Kündigungsschutzprozesse
enden durch Vergleich, bei dem einvernehmlich das Arbeitsverhältnis bei Zahlung einer Abfindung
beendet wird. Die Wirksamkeit einer Kündigung wird unter allen
rechtlichen Gesichtspunkten und insbesondere an den Vorgaben des Kündigungsschutzgesetzes
(KSchG) vom Arbeitsgericht überprüft, soweit sich die klagende Partei
auf rechtlich relevante Unwirksamkeitsgründe beruft. Das Gesetz spricht
von der "sozialen Rechtfertigung" der Kündigung.

Hallo,

oben stehend mal ein Auszug. Wird dementsprechend schwierig dagegen zu klagen..

Grüße

Antwort
von MarioKoblenz, 61

Ab Zugang der Kündigung beim Arbeitnehmer (also bei Dir) hast Du eine 3-Wochen-Frist zur Erhebung einer Kündigungsschutzklage...! Also wenn Klage dann nur wegen der Falschberechnung der Abfindung.

Wenn Du etwas über 5 Jahre da warst und man dir 0,5 Gehälter pro Beschäftigungsjahr angeboten hat kommt 2,5 Monatsgehälter als Abfindung ja annähernd hin. Wobei es in der Praxis wirklich so ist das ab 6 Mon aufgerundet wird.

Wenn Du eine Rechtschutzversicherung hast könntest Du natürlich diese in Anspruch nehmen und einen Anwalt damit beauftragen, mal schreiben zu lassen das da offensichtlich noch ein halbes Gehalt mehr gezahlt werden muss.

Nachtrag: http://dejure.org/gesetze/KSchG/1a.html

Halt das Deinem Ex-Arbeitgeber mal unter die Nase und drohe damit zum Anwalt zu gehen...

Antwort
von FrauFriedlinde, 38

Es gibt kein Recht auf Abfindung. Deshalb lohnt sich eine Klage nie! Eine Abfindung ist eine einvernehmliche Einigung! Die du Annehmen kannst oder nicht!

Antwort
von noname68, 47

lohnt nicht. einen verbrieften anspruch auf abfindung gibt es nicht, auch diese regelung mit 1/2 gehalt pro jahr ist eine lediglich durch hunderte prozesse eingefahrene praxis.

weiterhin rechnet man nur die vollendeten dienstjahre, angebrochene zählen nicht und aufgerundet wird auch nicht. da musst du schon stichhaltige argumente haben, damit dein arbeitgeber das auf 6 volle gehälter aufstockt. da die frist für eine kündigungsschutzklage abgelaufen ist, bleibt nur eine auseinandersetzung um die gegenseitigen leistungen.

aber ich verstehe nicht, warum es noch offene fragen gibt. so etwas wird in einem abwicklungsvertrag geregelt. wenn der nicht unterschrieben ist, könntest du klagen. aber es ist nicht ratsam, die klagefrist gegen die kündigung verstreichen zu lassen, wenn keine einigkeit über die abfindung herrscht.


Kommentar von MarioKoblenz ,

http://dejure.org/gesetze/KSchG/1a.html

Absatz 2 regelt die Aufrundung und Absatz 1 die von Dir angeführte Regelung mit 0,5 Gehalt/Jahr...

Kommentar von wurzlsepp668 ,

da steht aber MEHR als 6 Monate .....

wenn es genau 6 Monate sind, erfolgt keine Aufrundung

Antwort
von Ernsterwin, 44

Wogegen willst Du klagen?

Gegen die Kündigung? - Zu spät! 3-Wochen-Frist ist längst vorbei!

Gegen die Höhe der Abfindung? - Schau mal hier: http://www.abfindunginfo.de/abfindungsanspruch-nach-%C2%A7-1a-kschg-verfallt-bei...


Antwort
von Januar07, 41

"Pro Jahr" wird wohl so zu verstehen sein, daß nur volle 12 Monate als 1 Jahr Beschäftigung angesehen werden.

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