Frage von Zeynep44, 106

Abfindung will der Arbeitgeber außergerichtlich nicht zahlen - wie sollte ich am besten vorgehen?

Hallo zusammen.

Ich bin Berufskraftfahrer und wurde durch AG zum 31.7.15 gekündigt. war beim Anwalt wegen einer Abfindung und waren auch vorm Gericht doch der wurde geruht. Mein Anwalt schrieb den meines AG an. Abfindung 2000,-€. Als Antwort erhilten wir kurzgefasst dies: Im Mai des Jahres viel mir eine Palette im LKW um das einen Schaden von 2250€ meier Firma belastet wurde. Ich habe kurze zeit darauch weitergearbeitet aber weder wurde mir der schaden belastet vom lohn abgezogen oder eine erstattung verlangt. Dies ist auch nicht der Kündigungsgrund. Der Grund ist nur betriebsbedingt vermerkt. Kann AG dies als Grund durchgesetzt bekommen um keine Abfindung zu zahlen? Ich meine als Transporteur müsste die Versicherung eingetreten haben und die Palette selbst war auch Versichert. Ich sehe es als ein Arbeitsunfall was jedem passieren kann. Fahrer fahren auch lkws kaputt oder mehrere Palletten kaputt. Ich habe auch keine Abmahnung wegen dies bekommen. wie würde das Gericht dies sehen? Zu dem habe ich auch noch 24 Tage Urlaub gut gehabt zur Kündigungszeit. wie sollte ich am besten vor gehen? Gericht wegen Abfindung und Urlaubsabgeltung?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von BrutalNormal, 106

Nein, das ist Blödsinn und dazu gibt es genug Gerichtsurteile! Die Sache ist doch die, du wärst doch niemals in die Situation geraten, wenn du nicht für einen reichen AG die Arbeit verrichten würdest, für die er sich zu schade ist und lieber jemand anderem einen Hungerlohn zahlt. Das zumindest der O-Ton :)

Hoffentlich blickt dein Anwalt durch, das ist ja lächerlich, wie dein AG sich wegen 2000€ anstellt! Wie kommt es, dass du überhaupt so wenig bekommst? Das ist ja nicht einmal 1 Monatsgehalt oder?

Kommentar von pn551 ,

Wenn er nur ein Jahr in der Firma war und pro Jahr gibt es ein halbes Gehalt, dann paßt das doch.

Kommentar von Zeynep44 ,

also ich finde es auch total blödsinnig. Das ist ja die Sache um uns einigen zukönnen haben wir uns auf 2000 festgesetzt warum mein anwalt dies wollte kein plan. 4,5 Jahre beschäftigt gewesen im dez 13 gab es eine übernahme aber die jahre davor werden auch mitberücksichtigt oder?  Brutto betrug der MG 1900€ plus Spesen und Zulagen aber können ja nicht berücksichtigt werden da diese steuerfrei waren? Also meine eigene grenze ist ehrlichgesagt 2000 abfindung plus Urlaubsabgeltung von 24 resttagen käme eventuell auf 3500-4000

Kommentar von BrutalNormal ,

Wenn ihr euch darauf geeinigt habt, dann ist das eben so, da mische ich mich auch nicht ein. Kam mir persönlich nur wenig vor. Also schnell erledigen und nie mehr was mit den Leuten zu tun haben.

Wegen Urlaub kann ich nichts sagen, meiner Meinung nach musst du den ja nehmen und bist selbst für verantwortlich. Wenn du gekündigt wirst, arbeitest du auch normalerweise nicht mehr bis zum Ende, sondern nimmst die Urlaubstage.

Wieso stellst du die Fragen aber nicht deinem Anwalt? :)

Viel Glück 

Kommentar von Zeynep44 ,

Ich wurde in der Krankzeit gekündigt und habe es erst nach einem Monat erfahren das ich gekündigt wurde.Der A....l... wollte die 3Wochen Wiederrufsrecht überwinden aber mein Anwalt hat es hinbekommen doch noch einzugreifen daher hatte ich überheupt keine Zeit die Urlaubstage zu nehmen. Deshalb bin ich der Meinung das ich schon Glück hätte was die Urlaubstage betrifft. Habe morgen mein Termin beim Anwalt 

Kommentar von BrutalNormal ,

Klar, wenn du krank bist und die Urlaubstage nicht nehmen konntest, auszahlen lassen!

Schreib mal rein, das der Anwalt meint, bitte

Viel Erfolg und alles Gute für den weiteren Lebensweg

Kommentar von Zeynep44 ,

Mach ich auf jeden Fall. Bin gespannt was so passieren wird weil es gibt gerade ein caos ehrlich:))) Ich werde ein ausführlichen text schreiben;)

Kommentar von Ifm001 ,

Es gibt genug Leute, die sich mit unter 2.000 EUR pro Monat durchs Leben schlagen.  Kraftfahrer gehören oft dazu

Kommentar von Zeynep44 ,

war heute beim Anwalt ich versuche es klein zu halten ok:) also:  Wenn es eine grob fahrlässig enstandener Schaden ist kann der AG Schadensansprüche geltend machen aaaber laut gesetz hängt es davon ab wie die haftpflichversicherung des Ag geregelt ist. Höchstens kann er es aber nur bis zur Hälfte auf mich belasten quasi 1125€. Nächster schritt meines Anwalts ist nochmals einen Schriftwechsel mit dem Anwalt des AG um erneut ausergerichtlich uns in der Mitte zu treffen, denn wenn wir erneut vors Gericht gehen und wir schaffen es nicht die richter davon zu überzeugen das so ein Schaden auch LEICHT fahrlääsig sein kann würden wir mit 0 ausgehen. er sagte aber auch das wir noch meine Urlaubsabgeltung auf Lager hätten falls es mit einer Abfindung klappt. Letztendlich würden wir mit einer Klage nur für das Uralubsabgeltung besser vorm Gericht stehen als sonst!!! 

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 70

Wie Du am besten vorgehen sollst? Das sollte Dir Dein Anwalt sagen. Mich wundert sowieso schon, warum dieser Deinen Resturlaub nicht schon lange geltend gemacht hat.

Den Unfall mit der Palette musst Du nur dann bezahlen, wenn Du grob fahrlässig gehandelt hast und das muss der AG beweisen.

Die Abgeltung Deines Resturlaubs hätte man schon längst verlangen sollen. Da schreibt man zuerst eine Mahnung an den AG und setzt eine Zahlungsfrist. Wenn der AG nicht bezahlt, geht man zum Arbeitsgericht.

Schau mal in Deinen Arbeitsvertrag ob es dort Ausschlussfristen gibt. Oft wird in den Verträgen die Ausschlussfrist nach § 195 BGB von drei Jahren auf drei Monate begrenzt. Danach kann keine Seite mehr Ansprüche stellen. Das gilt dann sowohl für Deinen Urlaub als auch für den "Schadensersatz" des AG, auch wenn der rechtens wäre.

Wenn die Drei-Wochen-Frist zur Kündigungsschutzklage versäumt wurde und es keine Chance auf die Zulassung einer verspäteter Klage nach § 5 Kündigungsschutzgesetz gab, hätte man dennoch schon lange wenigstens Deine Urlaubsabgeltung einklagen können.

Da würde mich schon interessieren, was Dein Anwalt Dir so erzählt oder erzählt hat.

Antwort
von Kalivero, 64

Ich hatte auch mal einen Arbeitgeber, der mich kündigte und mir meine Abfindung nicht bezahlen wollte. Dass manche AG versuchen, dem AN schlechte Arbeitsleistungen anzudichten, ist dabei nicht selten, zeigt aber auch, dass diese wenig Ahnung von Arbeitnehmerrechten haben. Hinzu kamen noch andere Verstöße meines ehemaligen AG´s, die ich damals bei Verdi eingeklagt hatte, und am Ende musste mir die Firma die Abfindung auszahlen. Meines Erachtens nach (so war es zumindest früher) ist eine Abfindungszahlung eigentlich Pflicht des AG´s, wenn dieser einen AN kündigt, der mehr als zwei Jahre in einem unbefristeten Arbeitsvertrag steht. Sicherlich ist es also ratsam, dass Du weiter vor dem Arbeitsgericht klagst, denn Du bist im Recht und hast kein Risiko dabei.

Kommentar von Zeynep44 ,

Genau ich finde es auch so. 

wie beschrieben ca4,5 Jahre beschäftigung davon waren natürlich die ersten 3 mon Probe aber danach unbefristet

Kommentar von Kalivero ,

Bei mir ist es auch schon mehr als 15 Jahre her. Früher war eine Abfindung nach 2 Jahren fester Beschäftigung Pflicht. Heute bekommt man ja fast nur noch Zeitverträge... da bekäme man natürlich keine Abfindung, wenn man sich nach mehr als 2 Jahren immer noch in einem befristeten Vertragsverhältnis befindet. Aber in Deinem Fall, soviel ich weiß, hast Du bei einem unbefristeten Vertrag ein Anrecht darauf, wenn Du schon 4,5 Jahre fest dort arbeitest!

Antwort
von Ernsterwin, 31

Wenn ich es richtig verstehe, hast Du rechtzeitig Klage gegen die Kündigung eingereicht, aber das Verfahren "ruht" derzeit. Dann wäre zumindest die Klagefrist eingehalten. Doch Dein Anwalt scheint kein großes Interesse (und keine Ahnung?) zu haben, um etwas für Dich zu tun.

Ich würde mir umgehend einen anderen (Fachanwalt für Arbeitsrecht) mit guten Referenzen suchen. Ansonsten wartest Du bis zum Sankt Nimmerleinstag.

Antwort
von Maximilian112, 71

Die Abfindung hat mit dem Arbeitsunfall nix zu tun.

Aber sich um eine Abfindung zu streiten wird es wohl zu spät sein. Diese wird im Rahmen einer Kündigungsschutzklage erstritten. Und da kommt die 3 Wochen Frist wieder ins Spiel.

Urlaub der nicht genommen werden konnte ist auszuzahlen. Aber das wird Dein Anwalt bestens wissen.

Kommentar von Zeynep44 ,

Bin mal gespannt was der Anwalt sagen wird.

Was klar ist Hätte ich auch nur 1 Tag Resturlaub muss er mir vollen Urlaub auszaheln da das halbjahr vorüber ist 

Kündigung zum 31.07.15

Kommentar von Ifm001 ,

Du gemischt da die Dinge zu sehr. Bei der Ermittlung, wie viel Tage Urlaub dir insgesamt zusteht ist es unerheblich, wie viel Du davon schon vor der Kündigung genommen hast.

Antwort
von ALEMAN2015, 65

Normalerweise gibt es keinen Rechtsanspruch auf eine Abfindung, nur in Ausnahmefaellen. Du kannst aber, wenn es dafuer Ansatzpunkte gibt, eine Kuendigungsschutzklage einreichen. Dann laesst sich der AG oft auf eine Abfindung ein, um das Prozessrisiko zu vermeiden.

Kommentar von Zeynep44 ,

Dies haben auch getan. Es schien das er zahlen würde was auch sein Anwalt behauptet hat deshalb wurde nichts vorm Gericht festgesetzt. Als mein Anwalt dann die gegenseite anschrieb kommen die jetzt mit so einem mist. fahrlässig umgekippte palette schaden 2250 euro keine abfindung

Kommentar von ALEMAN2015 ,

Dann sollte dein Anwalt die Kuendigungsschutzklage weiterverfolgen. Der Arbeitsunfall kann nicht mit einer Abfindung aufgerechnet werden.

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