Frage von yakidarr, 79

Abberufung des Vorstandes?

Da unser Vereinsvorstand nicht mehr tragbar ist, soll dieser abberufen werden. Nun steht in der Satzung folgender Passus:

"Tritt ein Vorstandsmitglied aus, muss innerhalb von 4 Wochen neu gewählt werden. Ist ein Vereinsmitglied mit einem Vorstandsmitglied nicht einverstanden, so kann er bei der nächsten Jahreshauptversammlung einen Antrag auf Abwahl bzw. Neuwahl des Mitgliedes stellen."

Heißt das nun das dieser Antrag dann auch beschlussfähig ist? Muss über diesen Antrag erst noch abgestimmt werden? Oder kann der Vorstand diesen Antrag ablehnen? Eine außerordentliche Mitgliederversammlung wird vom Vorstand geblockt . Er verweigert uns die Herausgabe einer Mitgliederliste und nennt uns auch nicht die Anzahl der gemeldeten Mitgliedern. Da wir aber 40% der Mitglieder für ein Minderhetsbegehren benötigen, kommen wir nicht weiter. Wie sollen wir uns nun verhalten?

Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar. 

Antwort
von GuenterLeipzig, 40

Zu eurer Satzung sein angemerkt, dass dieser zitierte Passus sachlich absoluter Unsinn ist, wenn es darum geht, jemanden nur abzuwählen.

Extrembetrachtung: Du wählst satzungsgemäß alle ab.

Dann ist der Verein tot - nicht mehr handlungsfähig, weil keiner mehr da ist, der den Verein im Außenverhältnis vertreten kann und darf.

Eine andere Sache ist wenn im Rahmen einer Wahl mehrere Kandidaten für ein Amt kanidieren und einer das Rennen macht.

Hier sollte eure Satzung dringend nachgebessert werden.

Ist euer Verein in übergeordneten Organisationen?

Oft müssen dorthin Mitgliedsstärken gemeldet werden, wenn es darum geht Mitgliedsbeiträge des Vereins in diesen Organisationen zu begleichen oder auf der Grundlage von Mitgliederzahlen Fördergelder einzusammeln.

Manchmal schreibt der Verein so etwas auf die eigene WEB-Seite oder es wird in diversen Verzeichnissen im Landessportbund geführt.

Wenn ihr solche Organisationen kennt, wo euer Verein Mitglied ist, wäre das ein Ansatzpunkt indirekt zu erfahren, wieviel Mitglieder im Verein sind, wenn der Vorstand solch triviale Dinge verheimlichen will.

Das ist aber auf Dauer nicht möglich, da spätestens zur regulären Wahl der Wahlkommission eine Mitgliederliste zur Mandatsprüfung vorliegen muss.

Der Vorstand muss jedoch keine Mitgliederliste herausgeben (Datenschutz), wohl aber die Anzahl der Mitglieder benennen.

Das ist ein kleiner aber feiner Unterchied!

Günter



Kommentar von GuenterLeipzig ,

Der direkte Weg bei Blockade Vorstand außerordentlicher MV:

http://dejure.org/gesetze/BGB/37.html

Günter

Kommentar von irdenart ,

Manchmal ist es durchaus sinnvoll, nur den einen Vorstand abzuwählen, der quertreibt und den Verein geschädigt hat!

Kommentar von irdenart ,

§ 37
Berufung auf Verlangen einer Minderheit



(1) Die Mitgliederversammlung ist zu berufen, wenn der durch die
Satzung bestimmte Teil oder in Ermangelung einer Bestimmung der zehnte
Teil der Mitglieder die Berufung schriftlich unter Angabe des Zweckes
und der Gründe verlangt.


(2) Wird dem Verlangen nicht entsprochen, so kann das Amtsgericht die
Mitglieder, die das Verlangen gestellt haben, zur Berufung der
Versammlung ermächtigen; es kann Anordnungen über die Führung des
Vorsitzes in der Versammlung treffen. Zuständig ist das Amtsgericht, das
für den Bezirk, in dem der Verein seinen Sitz hat, das Vereinsregister
führt. Auf die Ermächtigung muss bei der Berufung der Versammlung Bezug
genommen werden.


Da spätestens knickt jeder quertreibende Vorstanf ein, denn wenn sie sich dem Gericht widersetzen, machen sie sich PERSÖNLICH strafbar!!

Antwort
von irdenart, 36

Der Vorstand ist verpflichtet, die Mitgliederliste herauszugeben! Also Einschreiben mit Rückschein an den derzeitig vertretungsberechtigten Vorstand! Weigert er sich, sofort Mitteilung ans Vereinsregister am Amtsgericht und ebenfalls Klage auf Herausgabe der Mirgliederliste beim Gericht einreichen. Strafanzeige zu stellen wegen der Weigerung wäre ebenfalls sinnvoll! Evtl. auch gleich zum Vereinsregister rennen und dort "petzen", damit die sich vielleicht auch ein bischen kümmern (bei uns mischen die sich gerne mal ein wegen Banalitäten und begründen das mit Aufsichtspflicht!!).Wieviel Mitglieder seid Ihr denn??, Kennst Du vielleicht genug???, um das 40% Quorum auch ohne Liste zu schaffen???, dann könntet Ihr gleich eingeschrieben Brief mit Fotokopien der Unterschriften an den Vorstand schicken und die außerordentliche MV verlangen.

Die Abwahl eines einzelnen Vorstands kann durchaus sinnvoll sein, wenn der auf längere Zeit gewählt ist!!!

Vermute, dass der Vorstand auf Zeit spielen will, aber droht den Jungs mal mit der Verweigerung der Entlastung für Ihr tun, dann könnt Ihr die Hinterher noch in Regress nehmen persönlich haftend für etwaige Vermögens- oder andere Schäden!!! Und auch mit der Starfanzeige drohen, wegen Vereinsschädigung, Vorteilsnahem oder was auch immer, eine Drohung ist oft wirksamer als die letztliche Ausführung!!! Mal sehen, wann die dann Muffe bekommen!!!

Kommentar von yakidarr ,

Danke für Deine Antwort. 

Das Einschreiben ist heute raus, mal sehen was passiert. Laut September müssten wir einen Zuwachs von ca. 20 Mitglieder haben bzw. haben diese den Antrag abgegeben. Wenn der Vorstand bei diesen Leuten keinen Beitrag abgebucht hat sind diese dann Mitglieder? Von diesen 20 Leuten hat er nur die ersten 3 beim Schützenverband angemeldet. Das verwirrt mich ein wenig. Nach der Satzung ist jedem Mitglied ein Mitgliedsausweis auszustellen. Den hat aber noch keiner bekommen, auch nicht nach mehrmaliger Aufforderung. Da in der Satzung steht dass der Vorstand über die Mitgliedschaft entscheidet aber keiner eine Bestätigung bekommen hat frage ich mich ob hier überhaupt eine Mitgliedschaft besteht. Vielleicht kannst Du mir da ja auch weiterhelfen.

Im Vorraus schon einmal Danke!

Antwort
von styxjr, 18

"Ist ein Vereinsmitglied mit einem Vorstandsmitglied nicht einverstanden,
so kann er bei der nächsten Jahreshauptversammlung einen Antrag auf
Abwahl bzw. Neuwahl des Mitgliedes stellen." Das ist wirklich eine sehr ungewöhnliche Möglichkeit in einer Satzung.

JEDES Vereinsmitglied kann also einen in der nächsten JHV zu behandelnden Antrag stellen ein Vorstandsmitglied abzuwählen ohne Quorum oder Mindestanzahl von Vereinsmitgliederunterschriften.

Der Antrag ist ohne wenn und aber in der nächsten JHV zu behandeln.Ob er in einer außerordentlichen MV zu behandeln ist, kann ohne Kenntnis der ganzen Satzung nicht beurteilt werden.

Antwort
von irdenart, 10

In der Satzung steht "Jahrehauptversammlung"!!!, nicht außerordentliche MV!!

Also abwarten und Tee trinken, oder eine außerordentliche MV mit einzigem TOP "Abwahl" satzungsgemäß beantragen.

Antwort
von michi57319, 44

Ja dann beruft eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein.

Die Vereinssatzung ist ja klar und deutlich geschrieben, nehme ich an.

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