Frage von NoDoubts, 40

Ab wann zählen bestimmte Verhaltensmuster als Zwangsstörung?

Ein Bekannter bringt mich teilweise wirklich zur Weißglut mit seinem Verhalten. Er meint es immer nur gut, heißt es, doch in meinen Augen ist sein Verhalten nichts anderes, als zwangsgestört.

Wenn er Dinge fragt, dann fragt er sie immer mit einem Hintergedanken, damit er das, an was er denkt, umsetzen kann. Wenn er fragt und man nein sagt, dann macht er es trotz allem, wenn man weg ist. Als hätte er keine andere Wahl. 

Zum Beispiel, wenn er der Meinung ist, irgendwo müsste ein Nagel in die Wand. Man könnte eine halbe Stunde diskutieren, warum da keine rein muss - in der Zeit, wo man weg ist, hat er es trotz allem gemacht "weil so ist das besser". Irgendwie kann er gar nicht anders. Ständig setzt er sich Sachen in den Kopf und muss sie quasi sofort tun. 

Total wechselhaft und teils aus dem Nichts kommt er auf seltsame Ideen. 

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von HeinzHubert, 9

Ich denke auch, daß es kein normales (im Sinne von "sozial akzeptiertes") Verhalten mehr ist. Allerdings kannst du nichts machen, um deinen Vater davon abzubringen. 

Mit "er meint es doch nur gut" finden deine Mitmenschen eine Entschuldigung, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen. Das hilft weder ihm noch dir und ich finde es eher lieblos.

Falls du es schaffst, frag deinen Vater mal so ganz nebenbei, ob ihm sein Verhalten auffällt und nenne ihm die Beispiele, die du hier geschrieben hast. An seiner Reaktion erkennst du vielleicht, ob er sein Verhalten auch als problematisch ansieht und gerne Hilfe möchte.

Falls er alles weit von sich weist, versuche solchen Situationen mit einem "Danke, Papa, das ist lieb." zu begegnen und dich nicht aufzuregen. Das ist sicher schwer, bringt aber niemanden weiter.

Kommentar von NoDoubts ,

Genau so sehe ich es nämlich auch. Also besonders dieses Rausreden mit "er meint es doch nur gut". Klar, es ist nett, wenn jemand Dinge für einen tun möchte, doch wenn man sagt, dass es nicht nötig ist, dann ist es schon eine Art "aufzwingen" in meinen Augen. 

Lieblos würde ich nicht behaupten. Alle anderen kommen ja damit klar, denn sie sehen es als seine Persönlichkeit. Ich persönlich befasse mich relativ viel mit solchen Themen, sprich Psychologie und ähnliches und da mache ich mir eben andere Gedanken.

Schönen restlichen Donnerstag noch!

Antwort
von empixx, 7

Ich hatte mal eine zwangsstörung... die hat sich dadurch ausgezeichnet das ich sachen (die jetzt nicht erwähnenswert sind) gemacht habe mit bestimmten wiederholungen... zb. 25x bis 10 zählen ... hab ich mich einmal verzählt musste ich von neu anfangen... 

zeichnet sich das bei deinem vater ab? muss er zwanghaft irgendwelche handlungen durchführen bis er seines erachtens nach perfekt ausgeführt worden sind? 

ansosnten würde ich sagen das dein vater kürzlich eine schwere zeit durch gemacht hat? ( vater gestorben, autounfall, nahtod etc.) 
dann wäre sein verhalten dadurch geprägt das er zwanghaft versucht das beste für dich zu tun nur damit es dir gut geht, so zwanghaft das er nicht bemerkt wie er dich einengt oder belastet (wie zb. in einer beziehung) 

Ansonsten würde ich sagen dein vater hat vor kurzem etwas schlimmes gemacht welches ihn von dir trennen wird und er versucht für dich da zu sein

Antwort
von heide2012, 16

Von Neurose würde ich hier noch nicht sprechen, eher von einer Zwangsstörung. Die kann man nicht selbst in den Griff bekommen. Da hilft wohl nur eine Verhaltenstherapie, aber die muss dein Vater auch selbst wollen.

Kommentar von empixx ,

kann man ;)

Antwort
von Joergi666, 5

es gibt da genaue / offizielle Diagnosekriterien - hier kannst du abgleichen: http://www.icd-code.de/icd/code/F42.-.html

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