Frage von grandpied, 141

Ab wann wurden Pferde als privates Verkehrsmittel in Europa verboten?

kennt da jemand genauere Daten? und mit welcher Begründung? außer dem technologischen Fortschritt.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 57

Kutschen gehören nach wie vor zum Stadtbild vieler Städte, auch lerne ich auf einem (Kutschen) Fahrkurs wie ich mein Gefährt im Staßenverkehr zu handeln habe, und mache einen Kutschenführerschein.

Auch ist das Reiten im Straßenverkehr nicht verboten und hat sogar seine eigenen Regeln.

Es kann also als privates Verkehrsmittel nicht verboten sein. Es ist nur nicht mehr so üblich.

Antwort
von Michel2015, 51

Das Pferd hat zu Zeiten der Industriellen Revolution (zweite Hälfte 18.Jhd) angefangen seinen Löffel abzugeben, wenn es auch in dieser Zeit auch noch viel dazu beitragen musste. Mit dem Ottomotor von Carl Benz (29.01.1886) kam das Ende. In Amerika durch Henry Ford mit der Lizzy (1908). Im Preußenstaat hatte das Pferd bis zu seinem Untergang 1945 noch eine bedeutende Rolle. Dann endet die Geschichte in den Industriestaaten. Die Entdeckung des Reitens und nicht die des Rades war für die Kulturelle Revolution verantwortlich.

Das Pferd war nicht nur Transportmittel, es war auch Prestige, es war ein Zeichen der Männlichkeit, Macht, Status, Wohlstand. Dieses evolutionäre Denkschema gibt es noch heute in unveränderter Form. Statuszeichen bedeuten Gewinn, Erfolg, Frauen, Nachkommen und Geld. Das Pferd war Männersache und wurde durch das Auto abgelöst. Sitzt den Mann wieder mal auf dem Pferd, entscheidet im Gegensatz zu den Frauen auch wieder nur der Erfolg, die Weite, die Größe und die Höhe der Hindernisse.

Selbst wenn man wollte, die Infrastruktur ist nicht mehr da. Das ist wie mit den Dampflocks wenn man damit wieder Züge ziehen wollte, es gibt nicht genug Koks und Wasser an den Bahnhöfen. Kurzgefasst, man kann sie unterwegs nicht mehr füttern.

Es gab mal Zeiten. Da bin ich sonntags zum Kaffee zur Oma geritten, satt mit dem Auto, das war noch bis vor einem Jahr. Das geht aber jetzt nicht mehr, weil ich das Pferd jetzt nirgends mehr grasen lassen kann. Das gilt wohl auch für viele andere Omabesuche.

Verboten ist nichts, nur nicht mehr möglich und zum Teil gefährlich. Aus Tierschutzgründen u.a. sind Pferde allerdings in einigen Großstadtzentren im Straßenverkehr verboten worden und das ist auch gut so.

Kommentar von ponyfliege ,

also: dein erster absatz... dass es anders ist und auch die zusammenhänge anders sind, kannst du sehr schön in der materialsammlung über diese zeit nachlesen. das buch heisst "das letzte jahrhundert der pferde". da ist sehr gut recherchiert und querverwiesen, so dass man jede recherche nachvollziehen kann.

zweitens: das pferd war transportmittel, ARBEITSTIER für die bauern und prestigeobjekt - übrigens mehr für die frauen als die männer.

der satz mit dem evolutionären denkschema ist schlichtweg falsch (ich erspare mal die bösen ausdrücke dafür, war nah dran, einen hinzuschreiben).. wenn du dich in der menschlichen evolution hinsichtlich kultur und verhalten auch nur rudimentär auskennen würdest, dann wüsstest du, dass es anders ist. das männliche "evolutionsdenken" beruht auf der annahme der körperlichen überlegenheit und darauf, dass es auf die intelligenz nicht so sehr ankommt. auf der einen seite wird damit argumentiert, dass in der vorgeschichte der mann auf die jagd ging...;-))

erstens gingen die auf die jagd, die die notwendigen fähigkeiten dafür hatten (bei den wenigen noch traditionell lebenden aborigines dürftest du ein ähnliches schema finden, wei bei europäischen frühmenschen), unabhängig vom geschlecht. zweitens hat der mensch ein allesfressergebiss. SO von entscheidender bedeutung war der jagderfolg also doch nicht.

statuszeichen bedeuten gewinn, erfolg, FRAUEN...

ähm... nein. das ist eine offene beleidigung der hälfte der bevölkerung. du reduzierst frauen auf den status einer WARE!

das pferd war auch nicht männersache mit der ausnahme, dass die luxuspferdchen meist von männern versorgt wurden. aber die waren meist auch noch zugleich schmied, wagenmacher, gärtner und tischler. auf den kleinen bauernhöfen, die keinen knecht hatten, war alles direkt am haus frauensache. und dazu gehört auch die versorgung des pferdes, wenn möglich einer stute, damit man wertschöpfung betreiben konnte.

genauso, wie übrigens bis in die 30er jahre das auto vorwiegend frauensache war, jedenfalls was das auto als luxusartikel betraf. ;-)) das kannst du in jeder historie des autos nachlesen.

anfang des 20. jahrhunderts, so ab etwa 1920 gab es drei besonders beliebte "sportarten" bei den jungen frauen der gehobenen schichten. die dressurreiterei blieb lange vorwiegend eine männliche domäne.

das sportreiten (springen, military), das fahren von autorennen und die fliegerei. ;-))

https://de.wikipedia.org/wiki/Irmgard_von_Opel

(wobei jeder wiki artikel auch nur so gut ist, wie sein verfasser. man sollte wiki immer sehr kritisch sehen - aber in diesem fall taugen die weiterführenden links)

und es gibt jetzt noch den bereich, mit dem du dir die zweite hälfte der bevölkerung auch noch verärgern dürftest.

die letzte behauptung deines zweiten absatzes ist schlichtweg aus der luft gegriffen. wenn DU das für DICH so siehst, bleibt es dir überlassen, aber leute wie einen pfister, einen parelly, einen roberts und viele viele andere, die pferde reiten, fahren, ausbilden, züchten, damit verrühren zu wollen - damit tust du 95% aller männer, die sich dem pferd als berufs- oder freizeitpartner verschrieben haben, bitter unrecht!!!

sitzt der mann wieder mal auf dem pferd, entscheidet im gegensatz zu den frauen auch wieder nur der erfolg, die höhe, die weite und die grösse der hindernisse.

was soll sowas?

du reduzierst nicht nur den reitenden mann auf nicht nachgewiesenes "evolutionäres" instinkverhalten, sondern du gehst sogar noch einen schritt weiter und lässt sie ALLE zu springreitern werden.

das geht dann, nach der diffamierenden äusserung über die frauen, entschieden zu weit!

------------------

zu deinem letzten absatz: in nicht verkehrsberuhigten grossstadtzentren braucht man gewöhnlich zur durchquerung mit dem pferd eine sondergenehmigung. dasselbe gilt für wanderschäfer mit ihren schafherden.

allerdings nicht aus gründen des tierschutzes. du brauchst in diesen zentren nämlich auch eine genehmigung, wenn du mit einem 20km/h traktor (vielleicht sogar noch mit anhänger) oder ähnlichem da durch willst. ich glaube kaum, dass für traktoren der tierschutz in irgend einer weise von bedeutung ist.

dies allgemeine verbot viel raum einnehmender, langsamer verkehrsteilnehmer ist dazu gedacht, um den verkehrsfluss zu gewährleisten und einen "verkehrskollaps" zu vermeiden, da der verkehr in den innenstädten auf eine bestimmte fliessgeschwindigkeit hin ausgelegt ist. kommt ein störfaktor unvermutet dazu, bricht das ganze zusammen (s. stadtentwicklungsplanung, innerstädtische raumordnungsverfahren, verkehrsplanung etc.).

etwas grosses oder zweispuriges, das nicht im verkehrsfluss gefahrlos überholt werden kann, besarf einer sondergenehmigung.

Kommentar von ponyfliege ,

wenn nicht alle zumindest annähernd gleichschnell sind, sieht es regelmässig so aus:

http://www.handelszeitung.ch/sites/handelszeitung.ch/files/imagecache/teaser-big...

Kommentar von Michel2015 ,

Schön wie so ein Artikel die Gemüter bewegt.

Kommentar von ponyfliege ,

;-))

ja, ne?

aber zumindest von mir gibts für solche "artikel" einen kommentarroman. andere klicken einen downvote, von dem dann doch wieder keiner weiss, wofür eigentlich.

falls du welche hast - NICHT von mir. ;-)

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 77

sind sie nicht.

nur die infrastruktur passt nicht mehr auf das reisen zu pferd.

Kommentar von grandpied ,

das war aber nicht die Frage ;)

Kommentar von EdnaImmers ,

Naja, die Antwort passt doch genau zu Deiner Frage - zuminso wie Du sie gestellt hast

Antwort
von Goodnight, 58

Die sind immer noch ein Verkehrsmittel.

Kommentar von grandpied ,

Klar für Polizisten. Ich meine für 'Otto-Normal-Verbraucher'; wann fing das mit der 'Auto-Revolution' an? Jahrtausende bis hin zur Neuzeit waren Pferde Transportmittel... wo ist da das Recht?

Kommentar von Goodnight ,

Pferde sind auch für Private ein Verkehrsmittel.

Kommentar von ponyfliege ,

"otto normal verbraucher" verbrauchen otto normal. otto normal ist übrigens kraftstoff für motorfahrzeuge, und zwar für die sogenannten ottomotoren.. ;-))

Antwort
von WesternCalimero, 15

Warum verboten ?

Pferde sind immer noch Bestandteil der STVO.

LG Calimero

Antwort
von claushilbig, 15

Konkrete Antwort auf Deine konkrete Frage:

Nie.

Für Reiter gelten die "üblichen Verkehrsregeln":

StVO §28(2): "Wer reitet, Pferde oder Vieh führt oder Vieh treibt, unterliegt sinngemäß den für den gesamten Fahrverkehr einheitlich bestehenden Verkehrsregeln und Anordnungen."

Antwort
von grandpied, 38

Anscheinend versteht hier niemand worauf ich hinaus will ...

Kommentar von ponyfliege ,

worauf du hinauswillst,musst du in die frage schreiben.

oder einfach selber googlen.

pferde sind als transportmittel nicht verboten. es ist nur nicht mehr üblich, sie allgemein einzusetzen und daher ist die infrastruktur nicht mehr auf sie ausgelegt. du kannst z.b. an einer tankstelle nicht die pferde deiner postkutsche wechseln.

weil eben die infrastruktur nicht mehr auf sie ausgelegt ist.

übrigens: auch ochsen, esel, maultier, ziegen und hunde sind als transportmittel nicht verboten.

Antwort
von EdnaImmers, 38

Wer sagt, dass Pferde verboten sind?

Verkehr wird durch StVO geregelt - also zB auf der Autobahn sind Pferde verboten, aber auch Fußgänger und Radfahrer.

Also bitte präziser fragen.

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