Frage von Mytrylive, 32

Ab wann wird es sehr schwer aus der Magersucht emraus zu kommen?

Hi,

Ja, also ich bin in Behandlung wegen Magersucht, aber naja die Motivation fehlt mir, aber denke nur, weil es ziemlich schwer ist, da raus zu kommen.

Nun weiss ich, dass es ca. Durchschnittlich 3 Jahre dauert, bis man ,,geheilt" ist. Und je länger man ja in der Magersucht ist, desto schwieriger wird es, da raus zu kommen. Also ab wie viele Jahren wird es ziemlichbschwer für jede DURCHSCHNITTLICH aus der Magersucht rauszukommen?

Ich weiss ja das jede Person individuell ist, aber so ist auch jede Person individuell bei der Heilung und dennoch dauert die Heilung meistens DURCHSCHNITTLICH 3 Jahre.

Ich bin nun auch schon 3 Jahre in der Magersucht.

Ab wie viele Monaten wird es immer schwerer durchschnittlich da raus zu kommen?

Antwort
von zahlenguide, 28

Vielleicht ist es besser zu ergründen, warum Du magersüchtig bist und was Du dagegen tun kannst.

Es könnte z.B. sein, dass Du das Gefühl hast, nicht genug Anerkennung, Liebe, Zärtlichkeit in Deinem Leben zu bekommen und das damit kompensierst - dann versuche mal mit Deinen Freunden oder Deiner Familie jeden Tag 10 Minuten zu kuscheln als feste Regel einzuführen.

Es kann aber auch sein, dass Du emotionale Probleme hast und Deine Gefühle entweder gar nicht auslebst, weil Du Angst vor Traurigkeit oder Wut hast oder Du Deine Gefühle völlig übertrieben auslebst - bei beiden kannst Du es mal mit der folgenden Strategie probieren:

Jeden morgen, wenn Du aufstehst, hörst Du in Dich hinein, wenn Du dich auch nur ganz leicht traurig fühlst, gehst Du zum Zähneputzen und spielst dabei traurige Musik/ traurige Filmszenen ab, die Dich zum Weinen stimulieren. Nach 10 Minuten brichst Du die Übung ab und machst den Rest des Tages nur nützliche oder spassige Dinge.

Wenn Du morgens aufstehst und Dich ganz leicht wütend fühlst, dann gehst Du wieder ins Bad zum Zähneputzen und spielst dieses mal dynamische Musik ab, die Dich zur Bewegung zwingt - also zum Tanzen oder wütend hin und her laufen. Nach 10 Minuten brichst Du auch hier die Übung ab.

Bei beiden Strategien hast Du den Rest des Tages Dich wieder auf Dein Leben konzentriert, Dir 10 Minuten gegeben um Deine Gefühle rauszulassen, bist viel negative Energie losgeworden und kannst den Rest des Tages positive Dinge in Deinem Leben gestalten. Sprich mit Deinem Therapeuten, ob er diese Strategie für sinnvoll hält. Dein Gehirn sollte durch diese Strategie innerhalb von zwei Monaten lernen, dass Gefühle nicht immer schlimm und überwältigend sein müssen, aber sie eben ihren Platz benötigen.

Es kann aber auch sein, dass Du von Stimmungen anderer Menschen heruntergezogen wirst, wenn sie z.B. schlecht gelaunt an Dir vorbei laufen. Da kann es helfen, sich auf positive Dinge zu konzentrieren und damit Dein Gehirn auszutricksen. So kannst Du z.B. sehr sehr lustige Witze auswendig lernen und sie Dir selbst erzählen, wenn Du merkst andere Menschen belasten Dich.

Antwort
von Ghanasoccer, 24

Also ich würde vermuten, dass ab dem Tag der Diagnose die schwerste Zeit ist. Danach kommt die Zeit inder du alles verarbeites und du aufgeklärt wirst. Je mehr du darüber mit deinem Betreuer sprichst desto mehr und desto selbstsicherer kannst du mit der Situation umgehen.

Also die schwierigste Zeit ist immer die inder dir bewusst gemacht wird, dass du etwas falsch gemacht hast.

Aber siehs mal so, so schlimm wie beim Ouroboros wirds bei dir nie.

Antwort
von kleinefrechemau, 26

Das kann man nicht pauschalisieren, sobald man eine Magersucht hat, ist es schon schwer, da rauszukommen. Natürlich gewöhnt sich der Körper mit der Zeit daran, so dass Hungergefühle gar nicht mehr wie sonst auftreten und dann ist es natürlich schwierig, sich wieder umzugewöhnen. Allerdings würde ich mal behaupten, dein Hauptproblem ist die mangelnde Motivation, denn wenn du es nicht selbst willst, wirst du die Magersucht nicht überwinden können. Denk auch daran, dass dein Gehirn ständig mit Nährstoffen unterversorgt wird, je länger du so weitermachst, desto mehr nehmen auch deine kognitiven Fähigkeiten ab. Klar kann man für alles einen Durchschnitt ausrechen, aber du solltest dich besser mal auf dich persönlich konzentrieren, statt auf Zahlen, die recht wenig aussagen. Zum Beispiel liegt das Durchschnittseinkommen eines Deutschen bei ca. 3000 €, aber es gibt Millionen Menschen, die nur 1500 oder weniger verdienen, während es einige wenige gibt, die Millionen verdienen...sowas kann einen "Durchschnitt" ziemlich verzerrt darstellen. Genauso ist es auch bei den Durchschnitten für Magersüchtige.

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