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Ab wann, wird aus nachdenken, philosophieren?

Frage von Kassettenkopf Kassettenkopf

Oder, was macht Philosophie aus?

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Antworten (11)

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    Antwort von oxnzeam oxnzeam

    Philosophieren beinhaltet auch eine Änderung des Blickwinkels: du nimmst dabei sozusagen die Position des Mann-im-Mond ein statt wie gewohnt aus deinem alltäglichen lebensweltlichen "Sumpfloch" nur die Begrenzung deiner geistigen Kleingartenhecke zu betrachten. Das heißt auch, dass deine Reflexionsarbeit soweit als möglich von deinen privaten Intentionalitäten (= eigene Wünsche, Absichten, Sorgen, Lebensmotive etc.) gelöst ist und einem abstrahierenden und Möglichkeits-vernetzenden 'Historisch-kritischen Rationalismus' Platz macht.

    Kommentar von GALLARIAOY GALLARIAOYGALLARIAOY

    Wenn es die gelingt, ohne zu denken zu philosophieren, indem du nur das wiedergibst, was dir in der Meditation bewusst wurde, bist du ein mystischer Philosoph, der allen anderen überlegen ist. GALLARIAOY

    Kommentar von nubduk nubduknubduk

    ich moechte dir klar widersprechen. Inhalte der Meditation sind keine philosophischen. Ein Meditierender kann allerdings Einsichten gewinnen, die auch seine Philosophie beeinflussen, gar befruchten und zu ihrer Grundlage werden. Die Meditation versucht aber gerade HINTER die Konzepte zu gehen, hinter Denken, hinter Fuehlen, Wahrnehmung etc. Der Philosoph arbeitet genau diese Konzepte aus. Zum Teil scheint es gar unvereinbar, und ein ernstzunehmender Mystiker wuerde nicht beides zusammen betreiben. Der Ueberlegenheitsanspruch, den du als Ergebnis dieser Kombination vermeintlich siehst, ist eine "Zen-Sickness", eine der Fallen, in die unser Mind gelangen kann, wenn wir statt meditieren unseren Gedanken nachhaengen...eine spirituelle "Krankheit". Serioese Meditationslehrer sind genau dafuer ausgebildet, diese zu verhindern, respektive Wegsuchenden daraus wieder rauszuhelfen. Sie sind ein Hinderniss fuer die spirituelle Entwicklung. Ich empfehle Dir, persoenlichen Rat zu holen bei einem erfahrenen und serioesen Begleiter spiritueller Praxis. Das Ergebnis der meditativen Praxis kann nicht darin muenden, sich fuer ueberlegen zu halten. Es gibt auf der ganzen Welt in allen spirituellen Richtungen keine derartige Aeusserung. Im Gegenteil entsteht Bescheidenheit und Einblick in die eigene Relativitaet. Dadurch ensteht Gelassenheit, Gleichmut und Mitgefuehl. Diese sind die Kriterien, ob du auch wirklich noch auf dem Weg bist, oder dich ein wenig im Dickicht deiner persoenlichen Verstrickungen verirrt hast. Nur Mut, diese Verirrungen koennen wiederum zu einer wirklich tiefgehenden Erfahrung fuehren....

    Kommentar von GALLARIAOY GALLARIAOYGALLARIAOY

    Das ist deine persönliche Meinung, die mit der wahren Realität nichts gemeinsam hat. GALLARIAOY

  • 3
    Antwort von Baiana Baiana

    Philosophieren beginnt für mich dann, wenn nicht von vornherein klar ist, wie die richtige Lösung aussehen kann. Wenn ich nachdenke, dann habe ich ein klar umrissenes real-praktisches Problem. Sobald ich die Lösung habe, dann weiß ich, dass dies die Lösung ist und das Problem gelöst ist. Ich wende die Lösung an, setze sie handelnd um - und gut ist.

    Philosophieren geht weiter. Philosophieren hangelt sich entlang an den vier großen philosophischen Fragen (Immanuel Kant in seiner Logikvorlesung): Was soll ich tun? Was kann ich wissen? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?

    Philosophieren geht auf etwas Tieferes, Grundlegenderes. Die Philosophie fragt nach dem Anfang, nach Urgründen, sie Fragt auch nach Handlungsgrundsätzen, nach ethischen Maßstäben. Sie beantwortet nicht die Frage "Wie genau soll ich reagieren?", sondern die Frage "An welchen grundsätzlichen Maßstäben soll sich mein Handeln orientieren - und wie kann ich das begründen?".

    Philosophie fragt nicht danach, was 1+33 ist - sondern danach, was Zahlen eigentlich sind.

    Es ist eine Meta-Wissenschaft, eine Wissenschaft, die Grundlegung aller anderen Wissenschaften ist.

    .

    Kinder philosophieren schon sehr sehr früh - kennst Du diese von Eltern manchmal gehasste "Warum?"-Phase? Das ist der Beginn. In dieser Phase beginnen Kinder, sich ihre eigenen Theorien über die Welt zusammenzudenken. Sie bringen alles, was sie wissen und erfahren in einen größeren Zusammenhang. Das diese ersten Theorien meist nicht sonderlich haltbar sind, ist dabei erstmal egal. Sie werden entwickelt, an ihnen misst sie die weiterhin erfahrene Wirklichkeit - und entsprechend werden die Theorien wieder modifiziert.

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    Wenn Du eine gute, kurze und leicht verständliche (weil ohne Rückgriff auf "die großen Philosophen" auskommende) Einführung suchst, dann kann ich Dir das Reclam-Heftchen "Was bedeutet das alles?" von Thomas Nagel ans Herz legen. Dort hast Du in kurzen Aufsätzen die Grundthemen der Philosophie mit ihren Hauptdenkansätzen dargestellt.

    Kommentar von GALLARIAOY GALLARIAOYGALLARIAOY

    Es fragt sich nur, was ist die richtige Lösun!? Wer bestimmt, was richtig oder falsch ist? Wir irdischen Menschen!? Wir irdischen Menschen, sind Erfahrungsmenschen, die nur auf Grund von Erfahrung lernen können, unser irdisches Leben, sinnvoller zu gestalten. Die wahren WEISEN, wir denken an LAOSTE, BUDDHA oder JESUS, wussten im Voraus, was wahrlich dem GANZEn dient, und damit auch dem einzelnen irdischen Menschen. GALLARIAOY

    Kommentar von Baiana BaianaBaiana

    Da stimm ich Dir zu. :-) Weise Menschen haben schon immer versucht begreiflich zu machen, dass das Ganze als solches nie vollständig zu begreifen ist, dass man sich als Mensch der Wahrheit nur annähern - immer aus einer irdischen und damit subjektiven und durch Wahrnehmung geleiteten Perspektive - und sie nie fassen kann.

    Selbst bei so einer scheinbar einfachen Sache wie einem Apfel sehe ich nie den ganzen Apfel. Ich kann nicht wissen, wie es ist, ein Apfel zu sein. ;-)

    Die Welt ist so wie Du sie siehst, jedenfalls für Dich. Eine richtige Lösung als solchen gibt es nur innerhalb des Systems, in dem ich mich gerade bewege, mit meinen Überzeugungen, Werten und Erfahrungen. Objektive Wahrheit ist in meinem Weltbild nicht gegeben.

    Was das Ganze ist, kann ich nicht wissen. Ich kann eine Ahnung, eine Idee davon haben und versuchen diese durch mein Handeln und Sprechen auszudrücken und mich ihr zu nähern.

    Doch auch wenn das für mich der richtige Weg ist, dann ist es immer nur mein Weg. Der Deine kann ein ganz anderer sein - ehrlich gesagt muss er es sogar, da zwei Individuen nie denselben Weg gehen können. :-)

  • 2
    Antwort von Felixguido Felixguido

    WEnn du nicht mehr nur nachdenkst, sondern nachzuforschen beginnst - über das Menschsein, das Leben und die Welt usw.

  • 1
    Antwort von GALLARIAOY GALLARIAOY

    Wenn du aufhörst eu denken, und von DEM denken lässt, der dir dieses irdische, einmalige Leben schenkte, beginnt die mystische Philosophie. GALLARIAOY

    Kommentar von coeleste coelestecoeleste

    exakt: mystische philosophie

    guter ausdruck

  • 1
    Antwort von Tobias87 Tobias87

    Philosophieren nenne ich das tiefgründige, kritische Nachdenken über philosophische Themen, die meist die Abstracta hinter den konkreten Ausprägungen sind (Nachdenken über die Liebe an sich ist weit philosophischer als Nachdenken über die Liebe zwischen A und B, Nachdenken über das Leben an sich ist philosophischer als Nachdenken über mein Leben usw.)

  • 1
    Antwort von LeoJA LeoJA

    Gerade das Nachdenken macht die Philosophie aus. Das Philosophieren ist ein entschiedenes Erwägen, das Verweilen in der Grundhaltung des Fragens. Wo Antworten sind, verstehen sich Philosophierende auf Bedenken. Wo Gedanken zur Entscheidung stehen, lässt Philosophie sie mit dem längsten Atem in der Schwebe. Deshalb ist der Punkt nicht anzugeben, ab wann aus Nachdenken Philosophieren wird. Philosophen liegt vielmehr am meisten daran, dass das Nachdenken nicht aufhöre, Theorie ein Zweck in sich selber sei. Diesen Geist gibt jedes an einem anderen Zweck orientierte "Denken" (in Wahrheit: Nichtdenken) früher oder später auf.

  • 1
    Antwort von wernilein wernilein

    Philosophie,..ist ganz tief im inneren,..das lässt dich was nicht mehr los,..

    Kommentar von nubduk nubduknubduk

    philosophieren wuerde hier jetzt bedeuten, dass du dieses" Etwas, das ganz tief im Inneren dich nicht mehr loslaesst", so beschreiben wuerdest, dass dabei das Wesentliche herausgearbeitet wird. Dazu musst du dich auch hinterfragen, was denn ueberhaupt "tief, innen, loslassen etc " als Konzepte sagen sollen, und ob es geeignete Konzepte sind, etwa zu umschreiben, einen Zusammenhang herzustellen... Warum Tief Innen, wo ist was tief innen, meinst du 50 cm unter dem Scheitel und 10 cm hinter dem Brustbein? Warum? Verwendest du koerperliche Ausdruecke fuer nichtkoerperliche Zustaende? Was passiert da genau? Es geht also um "Analogien". Wie funktionieren Analogien, was fuer Fehlschluesse entstehen aus Analogien etc... Herzlich Willkommen auf der Leiter der Philosophie....Und dann lese ich bei anderen Autoren, wie sie mit aehnlichen Konzepten und Fragestellungen umgegangen sind, und versuche meine eigenen Konzepte da einzufuegen, abzugrenzen, hinterfragen, sich selbst wie auch die anderen, und dies aber argumentativ zur Diskussion stellen....Dann kann ich die Konsequenzen dieser Konzepte und Implikationen (was unausgesprochen mitgedacht ist) ausdeutschen und so wird sich diese Arbeit ueber laengere Zeit vertiefen, bis sie sich sowohl einfuegt in die ueberlieferte Philosophie, wie auch davon als Neues abhebt. Und wir wissen dann auch, worin das Neue besteht, und inwiefern es relevant ist etc...

  • 1
    Antwort von Chaotika Chaotika

    wenn du statt kurz und knapp zu antworten.. eine antwort benutzt für die es einen DH gibt ;-)

    Kommentar von nubduk nubduknubduk

    DH!

  • 1
    Antwort von Rudi2009 Rudi2009

    Grenze ist sehr schwammig!

  • 0
    Antwort von 8rosinchen 8rosinchen

    hallööchen,

    1. ich denke, wenn ein mensch beginnt,

    2. seinem verstand den platz zu geben, der ihm gebührt

    3. und sein herz wieder zum CHEF macht

    4. und auf die allumfassende herzensweisheit vertraut

    5. dann wirst du zum philosphen,

    6. weil du immer besser erkennst,

    7. WER UND WAS DU BIST

    8. und du beginnst andere menschen anzustecken und beim erwachen hilfreich sein, alleine durch dein SOSEIN

    9. alles klar?

    10. alles gute

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    Antwort von johmarie johmarie

    ich habe bei der arbeit mit kindern philosophiert und geübt aus ganz alltäglichen situationen zb. wofür gibt es gartenzäune -grenzen... - philosophische fragen zu vormulieren. der vorgang des philosophierens ist für mich schon "gegebenheiten" in frage zu stellen. die philosophie freilich ist eine lehre des denkens und der weisheit -klar.

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