Frage von jennyalina88, 65

Ab wann steuern zahlen als Freiberufler?

Hallo, ich blogge nebenbei und habe bisher immer unter 400€ im Monat verdient (ist glaube ich die Grenze). Ich bin bald 17 und im nächsten Monat würde ich über 400€ verdienen, allerdings variiert das immer und für manche Kooperationen benötige ich auch eine Steuernummer. Nun meine Frage. Muss ich dann überhaupt steuern bezahlen (Krankenkasse &co), da das ja kein Gewerbe ist sondern mehr ein Freiberuf.

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Antwort
von kevin1905, 37

(ist glaube ich die Grenze)

Es sind 8.652,- € zu versteuerndes Einkommen p.a.!

Glauben und Rechtsthemen passen nicht zusammen.

Entweder weiß man es oder man überlässt die Sachen kostenpflichtig jemandem, der es weiß, z.B. einem Steuerberater.

Ferner würde ich genau nachprüfen woher das Geld kommt. Wenn dies von Werbung, Links oder Affiliates auf deinem Blog kommt, ist das NICHT freiberuflich sondern gewerblich!

Freiberuflich wäre höchstens die reine journalistische Tätigkeit, heißt das Schreiben der Artikel gegen Entgelt.

allerdings variiert das immer und für manche Kooperationen benötige ich auch eine Steuernummer.

Du hast dem Finanzamt die Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit schriftlich anzuzeigen. Meiner Meinung nach steht immer noch die Gewerblichkeit im Raum, womit eine Gewerbeanmeldung notwendig wäre.

Beides führt dazu, dass du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung erhälst. Diesen füllst du aus und erhälst deine Steuernummer.

Muss ich dann überhaupt steuern bezahlen

Wenn dein Gewinn 4.800,- € beträgt (400,- € x 12) und da keine weiteren Einkünfte hast, fallen keine Einkommensteuern an.

Wie bist du aktuell krankenversichert?

Kommentar von jennyalina88 ,

Als Privatperson bei der TK bin ich krankenversichert.

Und wenn ich monatlich mal 500€ verdiene, dann würde das wahrscheinlich auch nicht schlimm sein, da es ja auch unter der Grenze liegt. 

Okay, ich nutze Affiliates und co. werde demnächst also mal zum Finanzamt und diesen einem Besuch abstatten. Allerdings ist das mit der Gewerbeanmeldung unter 18 sehr komplex. 

Wissen Sie, ob man denn unter 18 und nur mit der Steueridentifikationsnummer schon eine Rechnung ausstellen darf? 

Kommentar von kevin1905 ,

Du bist nicht voll geschäftsfähig, heißt du kannst gegenüber Kunden, Auftraggebern etc. keinen wirksamen Willenserklärungen abgeben.

Du brauchst die Zustimmung des Familiengerichts als Vormundschaftsgericht.

Wenn du aktuell kostenlos familienversichert bist, endet dies, sobald du deiner Tätigkeit regelmäßig mehr als 415,- € im Monat (17/ der Bezugsgröße) entnimmst.

Grundlage zur Beitragsbemessung ist immer der aktuelle Einkommensteuerbescheid (außer im ersten Jahr), den du unaufgefordert einzureichen hast.

Unterlässt du dies, muss die Kasse davon ausgehen, dass du 4.237,50 € im Monat verdienst und entsprechend Beiträge erheben (ca. 700,- € im Monat).

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 28

Da wir Deine Tätigkeit nicht kennen, können wir nicht beurteilen, ob "freiberuflich" richtig ist, oder ob doch Gewerbe. Aber bei den Beträgen ist es egal.

Der Grundfreibetrag ist 8.652,- Euro, also solange der Gewinn darunter bleibt, keine Einkommensteuer.

Ausserdem bist Du mit den Umsätzen Kleinunternehmer, da wird gem. § 19 UStG keine Umsatzsteuer erhoben.

Wäre es ein Gewerbe, auch egal, die Gewerbesteuer beginnt bei einem Gewerbeertrag von 24.500,- Euro

Also, keine Gefahr.

Kommentar von jennyalina88 ,

monatlich darf man nicht mehr als 400 € auf das Konto kriegen, oder?

Kommentar von wfwbinder ,

Woher kommt denn das Märchen?

Der früher 400,-, heute 450,- Euro Job hat nur etwas mit abhängiger Beschäftigung als Arbeitnehmer zu tun. Mit selbständiger Tätigkeit nichts.

Antwort
von Hugito, 33

Wenn das Deine einzigen Einkünfte sind, dann musst Du noch keine Steuern bezahlen (Einkommenssteuern). Denn die werden erst ab einem Jahresgewinn von über ca. 8500 Euro fällig. (Gewinn nach Abzug der Betriebsausgaben und Krankenkassnbeiträge)

So lange Deine Einkünfte noch monatlich um die 400 Euro liegen, musst Du noch keine eigenen Krankenkassenbeiträge bezahlen. Wenn die deutlich größer werden, solltest Du das deiner Krankenkasse mitteilen, weil die ggf. einen Beitrag erheben werden.

Umsatzsteuer: Formal könnte es erforderlich sein, dass Du Dich von der Zahlung von Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) befreien läßt. Anruf beim Finanzamt sinnvoll. Die haben Formulare dafür. Wenn Du sowieso eine eigene Steuernummer brauchst, dann kannst Du das gleich mit beantragen. Dabei musst Du ein Formular ausfüllen, wo Du angibst wie viel Du voraussichtlich in den nächsten beiden Jahren verdienst. Dann gibst Du monatlich 400 Euro an.

Kommentar von Hefti15 ,

Ist es bei der Umsatzsteuer nicht genau andersherum? Wenn man Kleinunternehmer i.S.des § 19 UStG dann ist man der "Zahlung der USt" automatisch (!!), also Kraft Gesetz, befreit. Man muss doch ein Erklärung einreichen, wenn man diese Regelung nicht möchte!

Kommentar von Hugito ,

Ja. Du hast recht. Für Dich gilt automatisch die Befreiung. Du musst also nichts machen und keinen Antrag stellen.

Man muss nur einen Antrag stellen, wenn man auf diese automatische Regelung verzichten will. (Ich hatte andersrum im Kopf, aber habs jetzt nachgelesen.)

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