Frage von Iyane, 105

Ab wann stellt man eine Depression fest?

Außer das es dir ein Psychologe sagt!:) Danke im voraus

Antwort
von einfachichseinn, 33

Eine Diagnose kann ein Mensch gar nicht selbst einschätzen oder bestimmen. Selbst ein Psychiater hätte vermutlich pro sich selbst die Diagnose Depression zu stellen, da er seinen Fall nicht wirklich objektiv betrachten kann.

Bei Depressionen gibt es oft auch zwei extreme. Die Betroffenen fühlen sich teilweise gar nicht so schlecht und reden ihre Symptome klein andere wiederum sind absolute Dramatiker und sehr wehleidig.

Von Internettests ist nicht nur deswegen abzuraten sondern auch wegen der Unstimmigkeiten bezüglich Aussagen der Häufigkeit.

Ok das ist doof ausgedrückt. Es gibt dann Fragen, wie zum Beispiel :"ich fühle mich oft niedergeschlagen"

... Sehr häufig
... Häufig
... Selten
... Nie

Für Person A ist es sehr häufig, wenn er sich drei Tage die Woche niedergeschlagen fühlt.

Für Personen B ist es sehr häufig, wenn er sich mehrfach am Tag niedergeschlagen fühlt.

Kurz um zu deiner Frage : es ist gar nicht anders möglich.

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 38

Grunsätzlich ist es nicht möglich eine Eigendiagnose zu erstellen. Internet-Tests sind beispielsweise sehr unzuverlässig. Das was man hingegen machen kann ist sich mit dem internationalen Diagnoseverzeichnis (ICD-10) zu beschäftigen. Es ist das gleiche Diagnoseverzeichnis, welches auch Ärzte brauchen, obwohl diese natürlich für weiterführende Abklärungen noch weitere Möglichkeiten haben.

Damit es zu einer Diagnose Depression kommt müssen gemäss ICD-10 bestimmte objektive Kriteren erfüllt werden. Für leichte Depressionen mind. 2 Haupt- und mind. 3 Nebensymptome. Für mittelschwere Depressionen mind. 2 Haupt- und 4-5 Nebensymptome und für schwere Depressionen mind. 3 Haupt- und 5 oder mehr Nebensymptome. Diese müssen alle während mind. 2 Wochen dauerhaft (also ohne Unterbruch) vorhanden und in ausreichender Stärke ausgeprägt sein.

Bei der ausreichenden Stärke haben wir schon das erste Problem. Was heisst ausreichende Stärke. Normalerweise wird ausreichende Stärke so definiert, dass die Beschwerden den Patienten massiv in seinem Alltag beeinträchtigen und ein überdurchschnittlicher Leidensdruck ensteht.

Hauptsymptome sind:

  • Freudlosigkeit und/oder Interessensverlust. Anmerkung von mir: Nichts was früher einmal Freude bereitet hat bereitet einem noch Freude. Man ist unfähig Freude zu empfinden. Nichts einem Interessiert einem mehr was einem früher mal interessiert hat.
  • Antribeslosigkeit und/oder erhöhte Ermüdbarkeit. Anmerkung von mir: Man hat keine Energie mehr alltägliches zu erledigen. Alles ist einen riesen Berg, sei die Aufgabe auch noch so klein und banal. Dies kann soweit gehen, dass man keine Energie mehr hat zu kochen oder zu duschen.
  • Stimmungseinengung bis hin zum Gefühl der Gefühlslosikeit. Anmerkung von mir: Man fühlt sich innerlich tod. Nichts dringt zu einem hindurch, nur noch die negativen Gedanken der Depression.

Nebensymptome sind:

  • Schlafstörungen
  • Psychomotorische Aktiviertheit oder Hemmung
  • Veränderter Appetit
  • Negative Zukunftsperspektive bzw. Hoffnungslosigkeit
  • Suizidgedanken
  • Vermindertes Konzentrationsvermögen
  • Vermindertes Selbstwertgefühl und/oder Schuldgefühle

Somit solltest du ein Bild bekommen. Wenn du unter diesen Symptomen leidest suche unbedingt einen Facharzt oder Psychologen auf.

PS: Ich leide an einer schweren Depression, es ist die Hölle.

Antwort
von helfertantchen, 60

-wenn man sich schwach und antriebslos fühlt
-wenn man oft weint (ohne Grund)
-wenn man zu lange oder zu kurz schläft
-wenn man keine Lust auf essen hat oder regelrecht alles essen könnte aus Frust
-negatives denken über die eigene Person, das Leben, die Zukunft..
-Suizidgedanken
-selbstverletztendes Verhalten
-psychosomatische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit..

Aber beachte bitte, dass man sich selbst nicht damit diagnostizieren kann!

Antwort
von Kitharea, 39

Sicher feststellen kann das maximal ein Psychologe oder Therapeut. Ansonsten wenn du dazu neigst zu viel negativ zu denken und dich in diese Gedankenwelt oft zurückzuziehst. Wenn du ab und an nicht "fähig" bist Dinge zu tun die du eigentlich magst - quasi "nicht aus den Puschen" kommst. Wenn du das Gefühl hast alles ist dir zu viel. Wenn du oft vor lauter "Sorgen" nicht schlafen kannst.

Antwort
von Kiri1999, 37

Heyyy also ich hab meine MSA Präsentation über Depressionen gehalten und es gilt als Depression wenn man über mehrere Wochen Symptome zeigt die Symptome kannst du ganz einfach googeln Hoffe ich konnte helfen

Antwort
von Dinahmaus14, 38

Meistens können Familie oder Freunde sowas am schnellsten sagen. Da kommt dann sowas wie "du hast dich verändert, bist ganz anders, wwas is los mit dir, gehts dir gut".

Antwort
von simonii, 39

Wenn keine Glücksgefühle mehr kommen, man fühlt sich antriebslos, keine "Kraft" arbeiten/zur Schule zu gehen, zum Teil Suizidgedanken, negatives Denken, Selbstwert bzw. Selbstbewusstsein massiv angeschlagen usw. alles auf einmal.

Es gibt im Prinzip keine allgemeinen Symptome, es kommt immer individuell auf den Menschen an

Antwort
von perledersuedsee, 32

Man kann sich nicht selber diagnostizieren. Das kann ausschließlich ein Arzt. Und selbst der kann es nur vermuten. Es gibt keine "eindeutige" Diagnose. Dafür ist diese Krankheit zu vielschichtig und hat zu viele Abstufungen in der Intensität. Nicht jeder, der traurig ist, sich antriebslos fühlt und schlechte Gedanken hat ist gleich depressiv. 

Antwort
von anniii20, 44

Meine oma war als sie jung war mal depressiv. Bei ihr hat es sich bemerkbar gemacht indem sie wirklich nicht mehr lachte und sie fing mit dem rauchen an. Sie wollte auch nichts mehr unternehmen und schlief seeehr viel. Oft kann man einfach ansehen, dass sie traurig sind, aber dass ist natürlich nicht immer der fall.

Antwort
von LittleMistery, 17

Man selbst kann und darf es nicht. Das kann und darf entweder nur ein Psychologe oder auch Psychiater.

Antwort
von FelinasDemons, 40

NUR wenn es dir ein Psychologe/Psychiater diagnostiziert. Alles andere wäre laienhaft und dementsprechend gefährlich und vor allem extrem dumm.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Der letzte Satz gefällt mir gar nicht.. was ist daran dumm? Um eine Therapie anzufangen, muss man nun mal erkennen, dass man ein Problem hat und dazu gehört nun mal, dass man eine Krankheit oder Symptome erkennt. Man kann keine -Diagnose- selbst erstellen, aber dennoch kann man eine Depression bei sich selbst erkennen und sich hundertprozent sicher sein, dass es eine Depression ist. Das war bei mir der Fall.

Kommentar von FelinasDemons ,

Das "extrem dumm" ging an die, die sich selbst diagnostizieren und sich in die Krankheit hinein steigern, aber keinen Finger krumm machen, um eine Therapie zu finden. Es gibt einen Unterschied zwischen feststellen und vermuten. Vermuten kann man es selbst, aber feststellen kann nur ein professioneller Facharzt. Und zu 100% kann man sich nie allein sicher sein. Es kann ja auch nur eine depressive Episode sein.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Naja, dazu habe ich eine andere Meinung.
Vielleicht können das die meisten nicht, aber ich wusste zu 100% das ich eine Depression hatte. Aber will nicht hier ein zweites Mal diskutieren und mich verletzen lassen.

Kommentar von FelinasDemons ,

War nicht meine Absicht jemanden zu verletzen,sorry. Ich wollte dem/der Fragesteller/in nur klar machen, dass man bei einer Vermutung lieber zum Arzt soll. Du musst meine Meinung ja nicht teilen.

Antwort
von TheTrueSherlock, 42

- Mache Depressionstests im Internet. Ja, die sind kein kompletter Ersatz für eine ärztliche Diagnose, aber du kannst mit 2-3 Testergebnissen schon gut abschätzen, wie groß dein Problem ist und ob du Depression hast.

- Schau auf deine Gefühlslage. Fühlst du dich seit mindestens zwei Wochen antriebslos, traurig (vielleicht sogar ohne ersichtlichen Grund?), hast du Stimmungsschwankungen? Denkst du negativ über dich selbst und die Welt? Ziehst du dich vielleicht sogar schon von deinem Freundeskreis zurück? Fühlst du dich einsam?

- Google nach Depression und schaue, ob du dich in den Texten wiedererkennst.

- Depression kann sich sehr unterschiedlich äußern. Es gibt nicht DIE Depression. Als Faustregel gilt: Wenn du eine Veränderung an deinem Verhalten oder in deiner Gefühlswelt feststellst, die dir nicht als gesund vorkommt und wenn du dir nicht mehr zu helfen weißt, dann würde ich Hilfe in Anspruch nehmen. Gehe einfach zum Hausarzt und schilder dem deine Symptome. So habe ich es auch gemacht :) Er wird dich dann zu einem Psychotherapeuten überweisen und du kannst eine Therapie anfangen. Neuerdings ist die Überweisung nicht mehr notwendig, trotzdem finde ich es nicht so schlecht zum Arzt erst zu gehen. Dieser kann eine körperliche Ursache der Depression ausschließen.

LG :)

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ich muss den Leuten hier entschieden widersprechen!
Natürlich kann man sich selbst diagnostizieren. Vielleicht kann das nicht jeder, aber ich konnte es sehr gut. Ich habe mich noch mit relativ klarem Verstand betrachten können, habe wie gesagt Online-Tests gemacht, mir viel dazu durchgelesen, YT-Videos dazu geschaut, Dokus, ... Wenn man so viel weiß, dann kann man es sehr gut abschätzen, ob man depressiv ist. Ich wusste schon 100 %ig, dass ich depressiv bin, als ich zum Hausarzt ging. Und was kam raus? Ja, ich bin mittelgradig depressiv.

Kommentar von einfachichseinn ,

herzlichen Glückwunsch! Das kann allerdings auch einfach nur Zufall sein. Es ist nicht möglich sich selbst eine Diagnose zustellen. Vor allem als Laie!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Wenn man sich informiert, dann ist man kein Laie.
Sehr witzig. Das war sicherlich kein Zufall.
Aber wenn du von meiner Wahrnehmung keine Ahnung hast, dann brauchst du auch nicht über mich urteilen ;)

Kommentar von einfachichseinn ,

Wer sich Dokumentationen anschaut und ein bisschen im Internet liest ist sicherlich immer noch ein Laie und ich muss dich auch nicht kennen, um dir sagen zu können, dass es unmöglich ist sich selbst eine Diagnose zu stellen!

Kommentar von einfachichseinn ,

meinst du echt ein Psychiater/Psychologe studiert aus Spaß ein bisschen?

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ich habe nicht nur ein bisschen darüber gelesen, sondern über Jahre hinweg immer wieder was. Es war bei mir so, dass ich hundertprozentig sagen konnte, dass ich Depressionen hatte. Also feinde mich hier nicht an, das verletzt mich.

Kommentar von menz84 ,

Iyane, du stelltst die die Frage ab wann man eine Depression feststellt, außer das es dir ein Psychologe sagt... TheTrueSherlock hat dir darauf eine richtige Antwort gegeben + begründet!!

Und du feindest sie an und verletzt sie damit! Das ist armseelig von dir! Überdenke mal deine Frage und deine Kommentare!

Kommentar von menz84 ,

Entschuldigung Iyane!

Dachte der/die FS hätte sich in den Kommentaren an TheTrueSherlock gewendet. Bin etwas durcheinander gekommen... Sorry nochmal!

Kommentar von einfachichseinn ,

Ich feinde niemanden an. Ich sage nur, dass es unmöglich ist sich eine Diagnose zu stellen, egal, wie viel man weiß. Und @ Thetrueshorlock noch mal die Frage: meinst du Psychologen studieren nur zum Spaß?

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Sorry, aber es ist defintiv nicht unmöglich! Ich bin schließlich der lebende Beweis, das es geht. Nein, die studieren nicht zum Spaß, aber trotzdem kann man sich eigenständig daheim Wissen aneignen.

Du feindest mich hier natürlich an, wenn du mir immer wieder unterstellst, dass das nicht möglich ist, obwohl ich dir das Gegenteil beweise.

Ich stimme dir insofern zu, dass eine eigene "Diagnose" keine ärztliche Diagnose ersetzt. Aber trotzdem kann man selbst schon sehr gut abschätzen, was man hat. Vielleicht nicht bei jeder Krankheit und nicht jeder kann das, aber wenn man genug recherchiert und in den nicht depressiven Phasen sich noch recht gut einschätzen/beurteilen kann, dann geht es.

Klar muss man trotzdem zum Psycholgen oder Psychotherapeut und das bin ich auch.

Meine Psychotherapeutin sagt oft, dass ich sehr genau weiß, was ich will und meine Gefühle sehr genau einschätzen und wiedergeben kann. Das zeigt doch auch schon, dass meine eigene Wahrnehmung recht gut ist.

Nochmal: In meinem Fall konnte ich selbst zu hundertprozent (!) sagen, dass ich depressiv bin. Glaub es oder nicht, es war so. Vielleicht ist es in der Regel "unmöglich" sich selbst eine Diagnose zu stellen, aber es gibt auch vereinzelte Ausnahmen. "Unmöglich" ist immer ein schweres Wort, da es Aussagen pauschalisiert. Es ist für alle Menschen unmöglich - aber das ist es meistens nicht.

Also glaub was du willst, das reicht mir hier. Du brauchst mich nicht anzufeinden oder über mich zu urteilen, wie das mit der Diagnose war. Ich habe hier nur meine Erfahrungen geteilt und wollte dem Fragesteller helfen. Du brauchst mir nicht zu unterstellen, dass ich das mit der Diagnose nicht hingekriegt hätte. Ich weiß es ja wohl besser als du, oder?!

Kommentar von einfachichseinn ,

nochmal es ist unmöglich! Es kann sein, dass du dachtest :"meine Symptome gleichen einer Depression!" oder sogar:" ich bin mir 100%ig sicher, dass ich an Depressionen leide!", dann kann es sein, dass du recht hattest, dennoch ist das erstellen einer DIAGNOSE unmöglich!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Hängst du dich gerade am Wort "Diagnose" auf? Wenn das der Fall ist, dann ja, nur der Arzt kann das erstellen. Aber dennoch kann man selbst zur Erkenntnis kommen / das Urteil fällen, dass man depressiv ist. Sag doch gleich, dass dich nur der Begriff stört -.-

Kommentar von einfachichseinn ,

Mir geht es nicht direkt, um den Begriff sondern, um deren Bedeutung. Du kannst eine Vermutung oder ähnliches aufstellen, die kann auch zutreffend sein, mehr kannst du allerdings nicht. Dazu fehlt dir einfach das nötige Know-how, da kannst du dich auf den Kopf stellen, aber du wirst trotz Tausender Dokus usw nicht wissen,wie eine Diagnose gestellt wird..

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Du vielleicht nicht ^^

Kommentar von einfachichseinn ,

richtig ich könnte das genauso wenig, wie du und jede andere unausgebildete Person.

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