Frage von HazelLudgard, 44

Ab wann sollte ich den Namen des Charakters in meinem Buch nennen?

Hallo liebe Community!

Ich schreibe zu Zeit an einem kleinen Eigenprojekt, nennen wir es mal "Buch", und stehe noch recht am Anfang. Nun stellt sich mir doch glatt die Frage, wann ich bei einem auktorialen Erzähler den Namen des Protagonisten nennen soll.

Schon Mal im Voraus vielen Dank für jede hilfreiche Antwort!

LG Hazel

Antwort
von lillian92, 11

Da gibt es viele Möglichkeiten.

Bei einem auktorialen Erzähler kannst du den (vollen) Namen einfach einbauen, sobald du das erste Mal von einem Charakter sprichst. Harry Potter ist da ein gutes Beispiel, wie das gemacht werden kann.
Es gibt aber auch Bücher, in denen das erste was man vorgesetzt bekommt, der elends lange Name des Protagonisten ist (in einem Erzählsatz), den man sich dann zu merken versucht, nur um dann das ganze Buch nur von einem "Max" zu lesen, der hätte man den Namen nicht vorgesetzt bekommen, laut Verlauf der Geschichte nicht mal einen Nachnamen hätte.

Andere bauen den Namen in ein Gespräch ein, lassen den Charakter gerufen werden, oder (was ich besonders nett finde) lassen den Charakter den Anruf eines Unbekannten (im Büro, auf dem eigenen Telefon, oder in alten Büchern noch auf dem Haustelefon ohne Nummernanzeige) abheben, wodurch der Charakter natürlich gezwungen, sich mit seinem vollen Namen (oder zumidenst Ruf- und Zuname) zu melden.

Aber wie gesagt, bei einem auktorialen Erzähler kann man ohne Problem den Namen im Fließtext nennen, sobald man das erste Mal von einer Figur spricht. Das ist dann dir überlassen :)

Habe in einem Kommentar unten auch dieses Beispiel hier (leider auf Englisch) gepostet: http://innkeeper.ilona-andrews.com/2016/01/25/chapter-1/  (Die ersten Kapitel von 3 Romanen einer Reihe sind online, womit man einen schönen Vergleich hat, wie der gleiche Charakter auf mehrere Arten vorgestellt werden kann. Der aktuelle, sich entwickelnde  Band ist gratis als Bloggeschichte zugänglich – also alles gratis.)

Kommentar von Elfi96 ,

Hey Illian92, kann es sein, dass du auch im SSF bist/warst? LG 

Antwort
von Elfi96, 20

Idealerweise stellst du deinen Hauptprota ziemlich am Anfang deines Projekts vor, damit sich der Leser mit deinem Prota anfreunden kann. Achte aber darauf, dass du die Beschreibung deines Protas nicht als Infodump im Text knallst: damit erschlägst du den Leser und schlägst ihn in die Flucht. 

Wer deinen Prota in dein Projekt einführt, solltest du vom Erzählstil abhängig machen. 

Den Anfang mit wörtlicher Rede zu beginnen, ist nicht schlecht, aber ein idealer Anfang fängt mit einem 'Wumms' an, also mit einem Ereignis, das den Lesee von Anfang an an den Text fesselt. LG und viel Erfolg beim Schreiben 

Antwort
von Leon5000, 29

Durch wörtliche Rede einer anderen Person, die diese Person beim Namen ruft. Und dann noch mal das Aussehen beschreiben, das Stelle ich mir sehr gut vor :)

Kommentar von Elfi96 ,

Bloß nicht eine Beschreibung einfügen!  Nachfolgender Anfang dient als sehr schlechtes Beispiel:

 ' "Sascha, kommst du endlich?" Der Angesprochene schaute mich mit seinen bauen Augen an und fuhr sich mit der rechten  Hand durchs volle braune Haar. Heute war er modisch gekleidet, trug zu einem blauen Pullover eine enge Jeans. An den Füßen  trug er weiße Sneaker, die eher grau aussahen. Er kam näher und als er vor mir stand, musste ich zu ihm aufschauen, weil er mit seinen 1m89 bald 20 cm größer war als ich. Aber er war sehr schlank.....'


' Sascha stand regungslos vor dem Wagen, dessen Motorhaube unnatürlich den Baumstamm umschlung. Im Schein des fahlen Mondlichts sah ich, wie weißer Rauch am Baumstamm hinauf kroch und aus dem Motorraum drang ein zischendes Geräusch.

'Das kann nur das Kühlwasser sein!', schoss mir durch den Kopf.'


LG

Kommentar von lillian92 ,

Die Beschreibung finde ich auch viel zu ausführlich – vor allem die Zahlen und mit welcher Hand er sich durchs Haar fährt (das ist ja offensichtlich nur dazu da, um seine Haarfarbe zu zeigen).

Ich finde, aber in den Inhalt einfließen lassen, kann man Beschreibungen sehr schön, wie ich finde. Am Anfang der Inkeeper-Chronicles (Ilona Andrews), erzählt die Protagonistin in einem Absatz warum sie an diesem Morgen schon auf den Beinen war, und deshalb die Situation miterlebt. Der Absatz endet mit (frei übersetzt): "Also habe ich meine blonden Haare zu einem Zopf gefasst, meinen Blumenrock und ein paar Sandalen angezogen und bin die halbe Meile zum Laden geflitzt." (Original in Englisch hier: http://innkeeper.ilona-andrews.com/2016/01/25/chapter-1/)
Finde das ist ein sehr gutes Beispiel, wie man Namen mit wörtlicher Rede und auch eine schnelle Charakterbeschreibung einbauen kann, ohne es aussehen zu lassen, wie einen massiven Infodump.

Antwort
von MeliS1998, 24

Es gibt Bücher, in denen man den Namen des Protagonisten gar nicht erfährt.

Antwort
von Zuckerwattemaus, 3

Gute frage bei einem ich-erzehler. Entweder du machst es zu anfang und làsst ihn/sie sich selbst vorstellen oder dass irgendjemand ihn/sie mal anspricht :)

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