Frage von russkij2, 50

Ab wann läuft die Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer?

Hallo zusammen,

ich möchte kündigen.Laut Zusatzklausel im Vertrag habe ich als Arbeitnehmer die gleichen Kündigungsfristen als Arbeitgeber.2005-2007 habe ich hier Ausbildung absolviert.2007-bis jetzt bin ich hier beschäftigt.

  1. Bei 10 Jahren Betriebszugehörigkeit gilt also 4 Monate Kündigungsfrist.Zählt Ausbildung dazu? Wenn nicht bin ich noch unter 10 Jahren und dem entsprechend ein Monat Frist weniger.

  2. Es heißt: "zehn Jahre bestanden hat, vier Monate zum Ende eines Kalendermonats"Angenommen ich gebe die Kündigung am 1.6 ab, zählt der Juni dann noch als Kündigungsmonat? Also wann kann ich bei neuem AG anfangen, am 1.10 oder erst 1.11?

Danke im Voraus

Alex

Antwort
von Familiengerd, 24

In Deinem Fall beträgt die Kündigungsfrist bei einer Betriebszugehörigkeit von 10 Jahren (einschließlich der Ausbildungszeit) 4 Monate zum Monatsende.

Die Ausbildungszeit wird nur dann nicht mitberechnet, wenn sie im Arbeitsvertrag oder einem anzuwendenden Tarifvertrag ausdrücklich nicht als Zeit eines Arbeitsverhältnisses definiert ist!

Angenommen ich gebe die Kündigung am 1.6 ab, zählt der Juni dann noch als Kündigungsmonat? Also wann kann ich bei neuem AG anfangen, am 1.10 oder erst 1.11?

Um Deine neue Arbeitsstelle am 01.10. antreten zu können, muss der Arbeitgeber Deine Kündigung spätestens am 31.05. erhalten (in seinen Verfügungsbereich gelangen).

Erhält er sie erst am 01.06., kannst Du frühestens zum 31.10. kündigen, die neue Stelle also erst am 01.11. antreten.

Unabhängig davon kannst Du das Arbeitsverhältnis zu jedem beliebigen Zeitpunkt beenden, wenn Du Dich mit Deinem Arbeitgeber über einen Aufhebungsvertrag darauf einigen kannst!

Antwort
von Jewi14, 27

Wenn du von Vertrag redest, meinst du Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag?

Denn laut §622 BGB beträgt die Frist für Kündigungen durch den Arbeitnehmer 4 Wochen zum 15. oder Monatsende. Davon darf nach oben hin nicht abgewichen werden.

Für Kündigungen durch den Arbeitgeber gelten aber je nach Betriebszugehörigkeit längere Fristen. Eine Klausel im Arbeitsvertrag, dass der Arbeitnehmer genauso lange Kündigungsfristen hat, ist nicht erlaubt.

Kommentar von Familiengerd ,

Davon darf nach oben hin nicht abgewichen werden.

Das ist schlicht und einfach falsch!

Selbstverständlich dürfen arbeitsvertraglich längere als die gesetzlichen Kündigungsfristen auch für den Arbeitnehmer vereinbart werden.

Eine solche Vereinbarung kann also auch beinhalten, dass für den Arbeitnehmer die gleichen längeren Fristen gelten sollen, die der Arbeitgeber je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit einzuhalten hat!

Lediglich die Vereinbarung kürzerer als der gesetzlichen Fristen ist nur tarifvertraglich erlaubt (von 2 besonderen Ausnahmen abgesehen).

Kommentar von russkij2 ,

so kenne ich es auch. Kannst du vielleicht meine Fragen beantworten? Ob Ausbildung dazu zählt und wie es genau mit den Fristen ist?

Antwort
von Ufea2000, 25

Wie alt bist du? Ich frage, weil die Betriebszugehörigkeit vor dem vollendeten 25. Lebensjahr nicht zählt! Schau mal ins BGB §622!

Kommentar von Familiengerd ,

Die Aussage ist falsch!

Diese Regelung steht zwar noch im genannten Paragraphen - sie darf jedoch seit langem schon nicht mehr angewendet werden, weil sie nach europäischem Recht eine mittelbare Altersdiskriminierung (gegenüber jüngeren Arbeitnehmern) darstellt.

Kommentar von russkij2 ,

die Regelung spielt bei mir so wieso keine Rolle, ob gültig oder nicht, bin schon älter, habe die Ausbildung (ist meine zweite) erst mit 28 angefangen

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