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Ab wann kann man von zwanghaftem Verhalten bzw. Zwangsneurosen sprechen?

gefragt von lovelyrita am 13.06.2007 um 22:29 Uhr

Eine Freundin von mir war schon immer sehr penibel und ordentlich. Ich sehe sie nicht so oft, weil wir weit von einander entfernt wohnen, als ich sie nun besucht habe, war ich echt irritiert. Bevor wir ihre Wohnung verlassen haben, hat sie sämtliche eingestöpselten Elektrogeräte, Herd, Wasserhähne und ihren Tascheninhalt mehrmals überprüft. Sie ist total panisch, dass in ihrer Abwesenheit die Wohnung in Flammen aufgeht oder unter Wasser gesetzt wird. Aber genauso Angst hat sie etwas z.B. Schlüssel, Portemonnaie zu vergessen. Ich habe vorsichtig angedeutet, dass ich das nicht ganz normal und übertrieben vorsichtig finde. Das hat sie aber nicht an sich rangelassen.


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anonym
beantwortet von teilzeithexe am 13. Juni 2007 23:06
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Du vermutest ganz richtig, dass Du es hier mit einer Zwangsneurose zu tun hast. Hat mit mangelndem Vertrauen und Ähnlichem zu tun, würde den Rahmen hier sprengen, das ausführlich zu erläutern. Sehr viele Menschen leiden irgendwann in ihrem Leben an neurotischem Verhalten, das bringt das Dasein so mit sich. Sie wird es auch wissen, sonst hätte sie nicht abgeblockt. Du kannst weiter nicht viel tun, als zu versuchen, sie nochmals feinfühlig (!!) darauf anzusprechen. Selbst wenn sie im Moment blocken sollte, wird sie sich später daran erinnern und wenn der Leidensdruck zu groß ist, sich vielleicht / hoffentlich Hilfe holen. Es ist wichtig, nicht als 'Besserwisser' rüberzukommen, damit erschreckt man die Menschen nur, obwohl man es gar nicht so meint. Also bitte immer sich vorstellen: Wie würde dieser Hinweis auf mich wirken, wenn ihn mir jemand gäbe? Wie würde ich die Botschaft am ehesten annehmen, ohne mich erniedrigt zu fühlen?


anonym
beantwortet von mouna am 13. Juni 2007 23:55
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Der Drang, sich abzusichern, entsteht durch Angst vor Kontrollverlust, dabei ist es natürlich ein Teufelskreis: je mehr man sich gegen Eventualitäten abzusichern versucht, desto mehr Gefahrenquellen fallen einem auf. Es wäre wichtig, das Urvertrauen wieder herzustellen: mir passiert eh, was mir passieren soll- und was nicht, nicht. Und die Erkenntnis: den Dingen, auf die ich meine Aufmerksamkeit lenke, gebe ich Energie. Das hört sich vielleicht simpel an, funktioniert aber tatsächlich so. Unser Leben, die Welt und die Gefahren definieren sich letztlich nur durch den eigenen Fokus, sonst durch nichts. Und den kann man jederzeit ändern- notfalls durch therapeutische Hilfe. Schöne Grüße und alles Gute der Freundin!


pipiopa
beantwortet von pipiopa am 13. Juni 2007 23:37
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genau , mangelndes selbstbewustsein und übertriebene angst, aber es gab schon öfters wohnungsbrände durch defekte elektrogeräte,und ein schlüßeldienst ist auch teuer. deine freundin lebt alleine?


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