Frage von Aluki, 164

Ab wann kann ich in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie, Was muss ich machen, Hat jemand Erfahrungen mit der KJP in Dortmund?

Hallo zusammen!

Ich würde gerne in eine stationäre Therapie in einer KJP. Ich bin 15 und wurde 9 Jahre lang gemobbt, leide unter wiederkehrenden Depressionen, konnte die Erfahrungen mit dem Mobbing nie verarbeiten und habe deswegen ziemliche Probleme mit den hochkommenden Erinnerungen, Ängsten usw. Zusätzlich habe ich ADHS, was für ziemlichen Stress mit der Schule sorgt (HAs, fehlende Konzentration...), weswegen ich da auch öfter in Panik gerate. Bei uns zu hause läuft auch einiges schief.

Ich war seit Sommer 2014 in ambulanter Therapie, welche mich aber nicht weitergebracht hat, da ich mit der Therapeutin nicht so gut klarkam und die Termine alle ein bis drei Wochen einfach viel zu selten waren um groß etwas zu verändern. Deswegen wurde die Therapie unterbrochen. Stattdessen wurde angefangen die ADHS zu behandeln. Aber das reicht nicht. Da sind immer noch diese furchtbaren Erinnerungen... Jetzt halte ich es langsam nicht mehr aus.

Ich habe demnächst ein Gespräch bei einer Psychologin (nicht meiner Therapeutin, sondern bei einer schulischen/studentischen Beratungsstelle) und Ende Februar noch einen bei meinem Kinderpsychiater. Soll ich das da einfach ansprechen? Bei wem? Schon bei der Psychologin? Oder erst beim Psychiater? Einfach direkt nachfragen oder besser nicht so offensichtlich?

Und kann ich einfach so in die Psychiatrie, also reicht es für einen stationären Aufenthalt, dass es mir schlecht geht und die ambulante Therapie ergebnislos war? Wie lange würde ein Aufenthalt bei diesen Symptomen ungefähr dauern? Und dann komme ich doch auf die offene Station, solange ich nicht vorhabe mich oder irgendwen anders umzubringen/zu verletzen/..., oder?

Dann zum nächsten Teil meiner Frage(n). Wenn ich in eine KJP komme, dann in die LWL Elisabeth-Klinik in Dortmund Aplerbeck. War schon mal jemand von euch da? (Wenn ja, wegen welchen Krankheiten/Problemen?) Wie ist es da? Welche Therapien gibt es da? Wie stark wird die Familie eingebunden? (Das ist mir nämlich sehr wichtig.) Auf welche Station würde ich kommen? Vom (biologischen) Alter her wahrscheinlich in Haus 1, oder? Gibt es auch eine Möglichkeit in Haus 2 oder so zu kommen, obwohl ich schon 15 bin? Ich mag nicht so gerne unter älteren sein. Ich bin seelisch auch eher jünger. Wie sehen die Tagesabläufe in der Klinik aus? Gehe ich dann auf jeden Fall zur Frieda-Kahlo-Schule oder wäre es auch möglich weiter zu meiner normalen Schule zu gehen, da diese auch in der Nähe ist? Wie lange sind eurer Erfahrung nach die Wartezeiten bei dieser Klinik?

Ich weiß, das sind ne Menge Fragen, aber ich brauche wirklich Hilfe. Bitte, antwortet ernsthaft. Keine Scherzantworten. Ich hoffe, jemand kann mir ein paar Tipps geben und seine Erfahrungen teilen.

Gruß, Aluki

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von langsamreichts, 102

Hallo Aluki,

ob die Kinder- und Jungendeinrichtung die richtige ist, wie du untergebracht wirst, dann wird dir keiner beantworten können. Das sprichst du am besten bei einem 'Kennenlerngespräch' an, falls die so eines anbieten. Wichtig ist immer, dass du ehrlich bist und deine Sorgen und Ängste ansprichst, hab den Mut, denn nur so kann die adäquat geholfen werden!

Zu deiner Psychotherapeutin .. du weisst sicherlich wie viele es von denen gibt. Aber man sich seine Therapeuten aussuchen, und das musst du auch. Gib dich nicht zufrieden, du bist alt genug um einschätzen zu können ob du mit ihrer Hilfe weiterkommst, oder auch nicht. Die Sympathie muss stimmen! Ich habe schon oft gehört, dass Leute 4, 5 Psychotherapeuten 'ausprobieren' mussten. Das mag vielleicht Rückschläge bedeuten, aber wenn der richtige gefunden ist, geht es Bergauf! :)

Ich beneide Leute wie dich, weil sie wirklich Mut haben zu ihren Ängsten zu stehen und gleichzeitig den Willen etwas ändern zu wollen. Denk daran dass du dich wohlfühlen sollst, beim Therapeuten, in einer Klinik ..

Du packst das! LG :-)

Kommentar von Aluki ,

Danke! :)

Ich war zwischenzeitig auch noch bei einer anderen Therapeutin, aber das hat auch nicht viel gebracht. Sie war zwar besser als die erste, aber naja...

Ich habe leider ein totales Problem damit, persönlich mit jemandem über meine Probleme zu reden. Besonder, wenn das dann so ein Termin ist und ich das sozusagen "auf Knopfdruck" abrufen soll. Deswegen bin ich so unsicher, wie und ob ich das ansprechen soll. :/

Kommentar von langsamreichts ,

Darin liegt ja die Kunst eines Psychiaters .. ich könnte das nicht .. all meine Gedanken und Probleme auf Knopfdruck abrufen. Deswegen finde ich das auch so toll, dass du dem ganzen dennoch eine Chance gibst. Vielleicht fängst du damit an wie du dich jetzt fühlst, in der Gegenwart und dass du gemobbt wurdest. Auf die Ursachen und Gründe wird er dich lenken .. vielleicht schlägst du von dir aus ein Kennenlerngespräch vor. Viele Psychiater wollen natürlich Klienten gewinnen und möglichst wenig Zeit investieren .. sind ja auch teuer die Sitzungen und ich kann mir denken, dass die Krankenkasse die nicht unbegrenzt übernimmt.

Kommentar von Aluki ,

Ich habe ja schon seit 2014 einen Psychiater. Aber bis ich mit dem sprechen kann dauert es noch eine Weile.

Und ich habe in der ganzen Zeit da kaum über meine eigentlichen Probleme sprechen können, weil mir in der Therapiesitzung oder dem Gespräch mit dem Psychiater nicht mehr einfiel, was ich jetzt aktuell besprechen wollte, oder weil ich es einfach nicht aussprechen konnte.

Ich habe demnächst einen Termin bei einer Psychologin, bei der ich erst einmal war, eigentlich wegen einer schulischen Beratung, aber ich hab ihr auch gesagt, dass ich schon mal in einer Therapie war, die mir nichts gebracht hat. Soll ich ihr dann auch von diesen Sachen erzählen? Bei ihr fällt mir das etwas leichter, glaube ich. Aber kann sie überhaupt irgendetwas machen? Sie ist ja kein Arzt, wie der Psychiater...

Kommentar von langsamreichts ,

Wichtig ist, dass sie weiß wie sie dir helfen kann. Vielleicht kann sie dir keine Psychopharmaka verschreiben aber wichtig ist es doch, dass sie dir zuhört und sich wirklich aktiv mit dir auseinandersetzt. Ich war selbst nie bei einem aber ich denke die sollten von selbst wissen wo sie ansetzen. Du hast viel durchgemacht, klar.. erzähl ihr einfach dass, was dich am meisten belastet und sag ihr das auch so. Seh die 'Kleinigkeiten' erstmal als Nebensache. Gib ihr grob zu verstehen was dir wiederfahren ist. Sie muss dich ja auch erst richtig kennenlernen .. und wenn sie dir dann doch nicht weiterhelfen kann im Sinne von weiteren Therapien, hat sie sicherlich die nötigen Kontakte. Wichtig ist, dass du jemanden hast bei dem es dir nicht unangenehm ist dich auszusprechen .. Das ist doch schon die halbe Miete würde ich sagen :) Den Rest bekommt ihr dann auch hin!

Antwort
von Sanja2, 76

Für das Problem das du beschreibst ist eine KJP der falsche Ansprechpartner. Die machen keine Therapie im eigentlichen Sinn. Eine KJP hat den Auftag massive Krisensituationen zu deeskalieren, die entlassen aber nicht geheilt, sondern nur in einem leicht runtergefahrenen Zustand. Die meisten KJP machen das vor allem durch Medikamente. Ich will jetzt nicht sagen, dass nicht auch Medis und eine gute Einstellung auf die Medis Hilfe und Unterstützung für dich sein könnten. Aber an einer ambulanten Therapie wirst du nicht vorbei kommen, denn dein Problem löst sich nicht in der KJP. Vielleicht musst darüber nachdenken dich ans Jugendamt zu wenden und Hilfe in der stationären Kinder- und Jugendhilfe zu bekommen. Da hast du nämlich ständig Fachpersonal um dich die dir bei Krisen helfen können. Dafür wäre dann auch die Empfehlung der KJP oder eines Psychiaters hilfreich.

Kommentar von Aluki ,

Also im Flyer der KJP sind Psychotherapie, Verhaltenstherapie, etc und Familieneinbezug in Therapien angegeben, deswegen glaube ich schon, dass da auch auf so etwas eingegangen wird.

Das mit der Stabilisierung wäre doch eher das Gebiet, auf dem die geschlossene Station arbeitet, oder? Aber ich würde ja wahrscheinlich eher in eine der offenen Stationen kommen...

Kommentar von Sanja2 ,

Eine KJP macht natürlich die angegebenen Therapien, nur eben um einen Startschuss zu setzen und nicht um endgültig zu heilen.

Kommentar von Aluki ,

Ja, das ist klar. Auf so etwas folgt ja wahrscheinlich eine ambulante Therapie. Aber man muss halt erst einmal diesen Anfang bekommen, einige Zeit intensiver daran arbeiten, als es in alle paar Wochen stattfindenden maximal einstündigen Therapiegesprächen nötig ist. Darauf kann man dann ja aufbauen in der ambulanten Behandlung danach. Das wäre doch die Vorgehensweise oder?

Kommentar von Sanja2 ,

Das ist eben der Haken an Therapie, die Beziehung von Patien und Therapeuten muss erst wachsen, es muss Vertrauen entstehen. Das ist nicht schnell da. Eine KJP macht auch nur maximal 1 mal die Woche, wenn du Glück hast 2 mal die Woche Gesprächstherapie. Dazwischen Arztvisiten, kreativ Therapien, Freizeitangebote, Beobachtungen und Testungen. Da du nach vergleichsweise kurzer Zeit die KJP aber schon wieder verlassen musst ist halt einfach noch nicht viel passiert. Dann fällst du aus dem geschützen Raum in der KJP wieder ins normale Leben und musst mit einem ambulanten Therapeuten wieder neu anfangen und auch da muss die Beziehung wieder aufgebaut werden. Vielleicht arbeitet die KJP in deiner Umgebung ja anders, deshalb geh auf jeden Fall in das Infogespräch. Aber versprich dir nicht zu viel davon.

Antwort
von MeinHobbie, 93

du musst eine gefahr für dich oder andere menschen darstellen ..dann kommst du dahin

Kommentar von langsamreichts ,

Super Antwort! Jetzt sind sicher all seine/ihre Probleme gelöst ;)* nicht.

Kommentar von MeinHobbie ,

ich habe davor unten geantwortet...ich habe die frage nur ausversehen nicht in die kemmentare geschrieben ^^ 

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