Frage von stracciatella33, 121

Ab wann ist es gerechtfertigt, das Veterinäramt zu informieren?

Hallöchen,

ich bin nun seit einem dreiviertel Jahr in einem Stall, indem auch eine Stute (Andalusier) steht, die, seitdem ich dort bin, an schlimmer Hufrehe leidet. Anscheinend geht es ihr schon so schlecht, seitdem sie in diesem Stall steht, also seit min. 1 1/2 - 2 Jahren. Letztes Jahr (2014) hat die Besitzerin sogar noch ein Fohlen aus ihr gezogen, das haben mir zumindest einige Stallkollegen erzählt (könnte aber theoretisch auch sein, dass sie tragend aus Spanien kam, das will ich noch in Erfahrung bringen).

Sie steht extremst angespannt (psychisch und körperlich) in ihrer Box oder auf dem Paddock, fast immer in der rehetypischen Haltung, mag manchmal sogar nicht mal 2 Schritte zu ihrem Heunetz laufen und "trippelt" häufig, d.h. entlastet das eine mal für 2 Sekunden ein wenig und dann sofort das andere. Die Vorderhufe, beschlagen, sehen furchtbar aus. Es wirkt, als würde sie nur in der Mitte der Huffläche auftreten und nach vorne und hinten wippen, d.h. es gibt keine plane Huffläche/-sohle mehr und in den Momenten, in denen ich einen Blick auf die Hufe erhaschen konnte, bin ich wirklich erschrocken. Es schaut mMn so aus, als hätte sich die Hufwand fast vollständig von der Lederhaut abgelöst und die Zehe schnabelt dementsprechend nach vorne. Manchmal läuft sie normal und wird auch etwas vom Boden aus gearbeitet, aber beides ganz sicher nur unter Schmerzmitteln.

Ich würde es also so zusammenfassen, dass die Stute, sicherlich seitdem ich sie kenne aber wahrscheinlich schon wesentlich länger, einen andauernden Reheschub hat mit kaum Lebensqualität und wahnsinnigen Schmerzen. Spricht man die Besitzerin jedoch darauf an, heißt es, sie hätten das jetzt im Griff...

Natürlich will ich niemandem unnötigerweise das Vetamt auf den Hals hetzen, aber genauso wenig möchte ich dieses Tier weiter derart leiden sehen. Was meint ihr also - ist es in diesem Fall gerechtfertigt, den Tierschutz zu informieren?

Liebe Grüße, stracciatella

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 74

hallo,

der tierschutz und das veterinäramt sind zwei völlig unterschiedliche paar schuhe.

du solltest das veterinäramt verständigen und um den besuch eines amtsveterinärs ersuchen. dieser stellt anhand einer untersuchung den schweregrad der womöglichen erkrankung fest.

im extremfall kann das pferd beschlagnahmt und seine tötung angeordnet werden.

wenn ich mir sicher wäre, dass ein pferd so schwer krank ist und nicht wenigstens dauerhaft erleichterung durch schmerzmittel bekommt, würde ich nicht ein dreiviertel jahr abwarten.

Antwort
von Negreira, 54

So, wie Du es schilderst, hört es sich schlimm an.
Der Tierschutz hat in diesen Fällen überhaupt keine Rechte. Er kann zwar im Stall vorbeischauen, nett lächeln, aber das war es dann auch schon, er kann den Amtsveterinären Bescheid sagen, aber das kannst Du auch.

Ruf den Amtsveterinär Deiner Stadt oder Deines Landkreises an und richte Dich darauf ein, daß die nicht die Schnellsten sind. Von den Feiertagen mal ganz abgesehen (mit denen wird ja alles entschuldigt), ist Tierschutz nur eine Sache, mit denen sie sich überhaupt nicht gern abgeben, weil es so unbefriedigend ist.

Du mußt denen also schon auf den Wecker gehen, nachfragen, so lange, bis sich etwas tut. Selbst wenn der Vet. tätig wird, kann es Wochen und Monate dauern. Der Besitzer des Tieres kann Einsprüche einlegen, falls eine Tötung angeordnet werden sollte, es könnte Tierhalteverbot geben, aber es muß natürlich immer alles rechtlich abgesichert sein. Erst, wenn Du Dich richtig unbeliebt bei denen gemacht hast, passiert meiner Erfahrung nach etwas, und das sind immerhin 30 Jahre Tierschutz auf dem Buckel.

Wenn Du dem Tier helfen willst, solltest Du nicht zusehen. Hat die Frau denn keinen Tierarzt im Stall? Manchmal können die ganz hilfreich sein, auch wenn sie dadurch einen Kunden verlieren, aber da müssen sie halt durch. Wenn ich Dir irgendwie helfen kann, laß es mich wissen.LG und danke, daß Du Dich kümmerst.

Kommentar von ponyfliege ,

es gibt möglichkeiten, wie es innerhalb weniger tage geht...

nennt sich "sicherstellung von beweismitteln".

Kommentar von Negreira ,

Da mußt Du aber einen Amtsvet haben, der das auch mitmacht. Wer in Gaststätten und Supermärkten kontrolliert, ist nicht unbedingt heiß darauf, sich mit einem uneinsichtigen Pferdebesitzer oder einem Tierschützer herumzustreiten.

Ich habe mich mit meinem angelegt, Dienstaufsichtsbeschwerden gemacht, 10 Jahre meines Lebens und meiner Nerven hat es mich gekostet, dann kam der gute Mann auch, wenn ich ein Problem hatte. Ich hatte jemanden bei der Polizei, einen Hundeführer, mit dem ich mich (natürlich) auch mal angelegt hatte. Nachdem die Fronten geklärt waren und jeder wußte, was er vom anderen zu halten hatte, konnte ich den immer anrufen, es gab nichts, was wir nicht durchgezogen hätten.

Dazu gehören aber immer 2, einer der tut und einer der läßt. Die Leute haben oftmals nicht die Nerven oder den Mumm, Dinge zu tun, wozu ihnen das Gesetz einen Rahmen gibt. Da kommst Du nur von hinten durch die Brust ins Auge. Leider!

Antwort
von Lilatsch, 23

Hi, das was du da schilderst klingt schrecklich! Die Stute leidet sicherlich, und es ist besser, jmd zu informieren. Das Veterinäramt arbeitet anonym, du musst also keine angst haben, das sie dich ,,verraten". Als erstes kommt es zu besuch und guckt sich die augenblickliche Lage an. Sie erzählt der Tierhalterin, was sie besser machen könnte und wie die Stute wieder gesund wird. Nach ein paar Wochen kommen sie wieder und schauen, was sich gebessert hat. So geht das einige Zeit. Wird die Stute deutlich gesünder, werden die besuche verringert, wenn es ihr schlechter geht, erhöht. Das veterinäramt nimmt dasTier nicht gleich mit, es passt nur auf, ob es gesünder wird. Ist das nicht der Fall wird die Stute ihr weggenommen, vielleicht muss die tierhälterin sogar eine gell starte zahlen. Soweit würd ich aber nicht gehen. Ruf das Amt an, erzähl es ihnen und sie werden dir sagen, was man machen kann

Antwort
von TrudiMeier, 58

Ich bin kein Pferdekenner und habe nicht die geringste Ahnung was eine Hufrehe ist. Deine Beschreibung lässt aber nichts Gutes vermuten. Hast du schon einmal Rücksprache mit einem Tierarzt gehalten und ihm den Sachverhalt geschildert?

Antwort
von Michel2015, 20

Man macht Fotos, eine Beschreibung und sendet das NICHT Anonym an das Vetamt. Deine Beschreibung zeugt von größter Inkompetenz und die Aussage: „Jetzt haben wir das im Griff“ bedeutet wohl: „Ups, das Tier hat ja schmerzen!“.

Soweit dar es niemals kommen und das ist ein eindeutiger Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Antwort
von DCKLFMBL, 15

Ja das ist mehr als nur Gerechtfertigt!!!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten