Frage von MaryAsks, 174

Ab wann ist eine stationäre Behandlung in der Psychiatrie empfohlen?

Ich spiele momentan mit dem Gedanken, mich in eine Klinik zu begeben. Bin jetzt seit 3 Monaten in Gesprächstherapie, welche mir aber eher weniger bis gar nichts bringt, und nehme Fluoxetinneuraxpharm (10mg) auf Empfehlung meines Hausarztes und eines Psychiaters. Die Medikamente nehme ich erst drei Wochen oder so. Momentan schreibe ich durchgehend Schulaufgaben, Stegreifaufgaben und muss Referate vortragen. Gestern hätte ich mich vorbereiten sollen, aber ich hatte Migräne und habe mich auch schlecht gefühlt (ein depressives Gefühl eben; Müdigkeit, Sehr viele negative Gefühle und dieses klassische "gedrückte" was einen es schwer macht, aufzustehen). Ich konnte mich auch davor nicht zum Lernen bewegen, ich konnte es einfach nicht und ich konnte mich auch nicht konzentrieren. Mein Psychiater hat gesagt, dass es eine Major Depression ist und dass ich an einer Emotionalen Instabilität leide, quasi Borderline bloß irgendwie als Vorstadium oder so, soweit ich das verstanden habe. Ich war irgendwie noch zu jung, um die Persönlichkeitsstörung zu haben. Wäre eine stationäre Behandlung sinnvoll?

Antwort
von grossbaer, 100

Meiner Meinung nach kann man das jetzt noch nicht genau sagen. Das Medikament muss ja erst Mal richtig wirken. Kann sein das es dir nicht hilft und du ein anderes nehmen musst. Das Medikament wird dich übrigens nur etwas unterstützen und dich nicht heilen. Aber ich denke das dich darüber der Psychiater aufgeklärt hat. Wenn die Gesprächstherapie nicht hilft, dann solltest du eine andere Art von Gesprächstherapie versuchen. Es kommt halt darauf an, was dir mehr hilft. Eine Art Verhaltenstherapie, die sich mehr darauf richtet, den Alltag zu bewältigen oder eine Tiefenpsychologische, die die Ursachen genauer betrachtet.

Ein Klinikaufenthalt kann erst Mal eine Entlastung sein, weil man aus dem gewohnten Umfeld heraus kommt und somit erst Mal der alltägliche Druck weg ist. Geheilt wirst du dort auch nicht. Dort werden nur gewisse Prozesse angestoßen und in Gang gebracht. Wenn du nach Hause kommst, dann hast du im Grunde wieder den Alltag an der Backe und musst auf alle Fälle weiterhin eine ambulante Therapie machen.

Am allerbesten klärst du das alles mit deinem Psychiater ab. Er kann das am Besten beurteilen, denn er kennt dich und die Schwere deiner Erkrankung.

Ich wünsche dir alles Gute und gute Besserung.

Kommentar von MaryAsks ,

Dankeschön, das hilft mir schon um einiges weiter :) 

Antwort
von LonelyBrain, 92

Wann ist eine stationäre Psychotherapie sinnvoll?

Eine stationäre Psychotherapie kommt für Menschen in Betracht, die sich in schweren Lebenskrisen befinden und diese nicht in ihrem Alltagsleben mit dem gewohnten Umfeld bewältigen können.

Stationäre Behandlung bietet Entlastung und Sicherheit. Sie gibt den notwendigen Halt, um persönliche Probleme bearbeiten zu können und Lösungen zu finden.

http://www.psychotherapeutenkammer-berlin.de/patienteninfo/behandlung/psychother...

Antwort
von nesi1939, 67

Hallo, normalerweise entscheidet der Arzt, ob und wann ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik für Psychiatrie sinnvoll ist, denn er muss ja auch die Einweisung schreiben. Du kannst nicht einfach von dir aus in so eine Klinik gehen. Zwar hast  du Symptome einer Depression, doch es wird auch viel Stress dabei sein. Wenn du die schulischen Leistungen zur Zeit nicht  schaffst, dann wird der Arzt dich zuerst mal krank schreiben.

Die Medikamente, welche du einnimmst, wirken auch erst nach 2-4 Wochen.. Das dauert alles seine Zeit. Auch in einer Klinik kannst du nicht einfach im Bett liegen bleiben, sondern tägliche Gespräche und andere Aktivitäten gehören dort zu Therapie. Das ist also im weitesten Sinne keine Erholung, sondern  Arbeit, die du zu 80 % selber leisten musst, um wieder gesund zu werden. In eine Klinik kommt man, wenn man mit dem Leben nicht mehr zurecht kommt, ohne fremde Hilfe.

Ich würde dir raten, dich zuerst mal zuhause auszuspannen und die Wirkung der Tabletten abzuwarten. Wenn dir das aber nicht reicht, dann musst du das mit deinem Arzt besprechen. Ich wünsche dir gute Besserung.

Antwort
von JaniXfX, 47

Hallo Mary,

zunächst einmal braucht sowohl das Medikament, als auch eine Therapie längere Zeit, bis sie wirken. Besonders bei der Therapie darf man nicht erwarten, dass man sich zurücklehnen und eine Veränderung genießen kann. Da ist Deine Arbeit gefragt! Du hast es in der Hand, diese Therapie als Plattform für Deine Entwicklung zu nutzen. Therapeuten haben das Prinzip der offenen Hand: So, als würde man Vögeln Körner auf der Hand entgegenstrecken, müssten die Vögel erst viel Mut aufbringen, um zur Hand zu fliegen und dann zu picken. Die Entscheidung, ob sie das tun, trägt jedoch nicht der Therapeut.

Ich würde auf jeden Fall mit dem Therapeuten über das Gefühl sprechen, dass es nicht voran geht und mit ihm auch über die stationären Möglichkeiten reden. Letztlich verbringt der Therapeut die meiste Zeit mit Dir. Wie ist eigentlich die Abstimmung zwischen Arzt, Psychiater und Therapeut?

Antwort
von Kleinlok, 45

Hallo Mary,

Ferndiagnosen sind schwierig bzw. unmöglich. Ob ein stionärer Aufenthalt für dich geeignet bzw. sinnvoll sein könnte, kann eigentlich nur jemand  beurteilen, der deine Situation besser kennt und am besten sich in dem Fachgebiet gut auskennt, d.h. ein/e Fachamnn/-frau wäre hier sicher die geeignete Wahl. Was sagt denn dein Psychater dazu?

Was die Medikamente angeht- die brauchen glaube ich einige Zeit, sprich mehrere Wochen, bis sich erste Wirkungen zeigen. Genauere kann dir sicher dein Psychater sagen. Da solltest du noch etwas Geduld aufbringen. Erst wenn sich nach mehreren Wochen keine oder nur eine sehr geringe Wirkung zeigen sollte oder sogar ungesunde Nebenworkungen auftreten sollten, dann sollte regiert werden, z.B. durch eine Medikamentenumstellung.

Der Vorteil einer stationären Behandlung kann sein, dass du da erst einmal in einem geschützten Raum ohne vielleicht schädliche Einflüsse aus deinem bisherigen Umfeld leben kannst. Das kann neue Perspektiven ermöglichen. Andererseits ist eine solche stationäre Therapie auch ein sehr umfangreiches Projekt, dassdie entsprechende Bereitschaft des Klienten erfordert, sich darauf einzulassen, in jedem Fall solltest du dich gut darüber informieren lassen.

Liebe Güße, Thomas

Antwort
von Coza0310, 57

Nun ja, beim Fluoxetin setzt die Wirkung erst nach frühestens 3 Wochen ein, bis dahin hauptsächlich Nebenwirkungen. Außerdem ist das noch eine niedrige Dosierung.

Die Entscheidung pro oder contra Klinik kann aber nicht online getroffen werden.

Antwort
von SaVer79, 64

Solltest du das nicht besser mit deinen Ärzten besprechen?

Kommentar von MaryAsks ,

Geht momentan schlecht. Dazu muss mich meine Mutter fahren, die ist aber gerade recht beschäftigt. Zudem möchte ich sie nicht unnötig mit dem Gedanken belasten, dass ihr Kind in die Psychiatrie muss. Ich will sie einfach nicht belasten, bevor ich mir sicher bin. 

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