Bei uns im Dorf gibt es zur Zeit einige Streithähne. Doch langsem geht es zu weit. Es werden Zettel an den Bäumen mit Foto einer Involvierten aufgehangen, auf denen alle ihre "Sünden" aufgeführt sind! Hört sich schon an wie in einem schlechten Film, nicht wahr? Meine Frage: Ist das Rufmord?

Den Tatbestand des "Rufmordes" gibt es nicht, das ist Umgangssprache. Was hier zur Anwendung kommen könnte, wäre Verleumdung (§186 StGB) oder üble Nachrede (§187 StGB). Das ist natürlich keine Rechtsberatung, sondern nur meine unmaßgebliche Meinung. ;-)

Früher hiess das "jemanden an den Pranger stellen".
Das war eine offizielle Strafe, aber wenn jemand so etwas privat veranstaltet, dann ist das nicht nur kindisch, sondern eindeutig auch ungesetzlich - der "Geschädigte" kann sich also dagegen wehren.

als Rufmord würde ich es nicht bezeichnen, eher ls totale Schwachsinnigkeit von Erwachsenen, die nicht in der Lage sind, Konflikte auf eine vernünftige Art zu lösen. Manche kommen dabei ganz schnell ins Sandkastenalter zurück: der hat mir meine Schippe weggenommen
Die Betroffene kann die ausgehangenen Zettel einsammeln und bei der Polizei Anzeige gegen Anonym stellen. Die Polizei soll den Übeltäter ermitteln. Die Anzeigende kann mögliche Verdächtige bei der Polizei angeben, bei denen fragt die Polizei nach. Falls die Anzeigende noch andere Beweise sammeln kann oder herausfindet wer dahinter steckt, kann die Anzeige gezielt gegen den Übeltäter gerichtet werden. Solch öffentliche Diskreditierung ist eine Straftat (Beleidigung). Wenn die veröffentlichen "Sünden" nicht zutreffen, ist es zudem eine bestrafbare Verleumdung. Ggfs. bei der zuständigen Polizei weiteres nachfragen. Vielleicht sind der dortigen Polizei die Schmähblätter schon bekannt.