Ab wann ist das Jobcenter dazu verpflichtet einer Person unter 25 Jahren eine Wohnung zu zahlen?

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5 Antworten

Ab wann ist das Jobcenter dazu verpflichtet einer Person unter 25 Jahren eine Wohnung zu zahlen?

Wenn  gravierende soziale Gründe vorliegen.

Es sind Einzelfallentscheiduugen und Du musst das mit Jugendamt und Jobcenter abklären.

Deine genannten Gründe dürften dafür ausreichen und ein Attest von einem Psychologen wäre hilfreich.

LG

johnnymcmuff

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Kommentar von Soeber
05.05.2016, 21:27

Vielen Dank dafür, liebe Grüße und einem angenehmen Tag noch, du weißt nicht wie sehr mir das nun bedenken macht, die Ungewissenheit... Ich hoffe auf eure Antworten kann ich Wert legen und mein Gewissen tue ich nun ein wenig durch euch entlasten, vielen lieben Dank.

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Du musst dem Jobcenter belegen können das es dir nicht mehr zumutbar ist weiterhin bei deiner Mutter zu wohnen !

Da können ärztliche Gutachten schon mal sehr hilfreich sein,evtl.kannst du auch die Hilfe des Jugendamtes in Anspruch nehmen,auch wenn du schon 18 bist,da gibt es ja ggf.auch schon Unterlagen aus der Vergangenheit,wenn es damals schon Probleme gab.

Kannst du also einen wichtigen Grund nachweisen,dann sehe ich da gute Chancen das es mit einer Bewilligung klappt.

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Wohnung wird übernommen, wenn z.B. familiäre Gründe (Misshandlung etc.) dafür nötig sind oder eine Schwangerschaft.. Sowas eben.

Wenn du eine diagnostizierte Depression hast, dann leg ein Schreiben von deinem behandelnden Psychotherapeuten bei und das Jobcenter sollte dir dann eigentlich auch eine Wohnung zur Verfügung stellen, da du ja einen wichtigen sozial/persönlichen Grund vorweisen kannst.

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Kommentar von Soeber
05.05.2016, 19:32

Vielen Dank dafür. LG

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Hallo Soeber, ich hoffe ich kann dir mit meiner Antwort weiterhelfen. Bitte berichte doch auch mal, wie es jetzt bei dir aussieht.

Das Jobcenter ist nicht verpflichtet Personen unter 25 Jahren eine eigene Unterkunft zu bezahlen. Aber wie schon geschrieben gibt es Einzelfallprüfungen und Ermessensspielräume des Amtes. Zugleich steht das Kindeswohl an erster Stelle. D.h. in deinem Fall ist die Situation nachvollziehbar und auch belegbar. 

Außer einer eigenen Wohnung gibt es noch die Möglichkeit in eine WG zu ziehen,oder in eine Wohngruppe. Bei einer eigenen Wohnung stehen dir 50qm zu. Die Kaltmiete darf den Satz vom Amt nicht übersteigen. Dann wird dir auch der Umzug bezahlt und wenn du keine Möglichkeit hast die Möbel etc. selbst zu transportieren, wird auch das durch Hilfsorganisationen vom Amt erledigt. Auch Renovierungskosten, falls die Wohnung vor Einzug renovert werden muss. Gleichzeitig steht dir Geld bzw. Gutscheine für eine Erstausstattung zu. Die Mietsicherheit wird dir als Darlehen gegeben. Es gibt auch Erstausstattung z.B. Möbel, Küche, Hausrat, Bettwäsche Handtücher, Gardinen u.s.w. 

Bei der KK solltest du dich von den Zuzahlungen befreien lassen und dann auch gleich bei allen Ärzten und Zahnärzten in Behandlung begeben (wenn es nötig ist). Und bei H4 kannst du dich von der GEZ befreien lassen. Finanzielle Unterstützung bekommst du auch für Schulbücher und Klassenfahrten, Nachhilfe und Sportverein. Vielleicht werden auch deine Eltern zum Unterhalt für dich herangezogen.

Falls du eine Ausbildung machst könntest du auch BAB Bundes Ausbildungs Beihilfe beantragen und/oder Wohngeld. Natürlich auch die Auszahlung des Kindergeldes und Kindergeldzuschlages an dich. 

Da du an Depressionen leidest würde ich dir empfehlen, einen Betreuer beim Amtsgericht zu beantragen. Der kümmert sich um dich bzw. um bestimmte Angelegenheiten wie das Finanzielle oder Rechtliche. Das ist oft eine große Erleichterung.

Vielleicht kommt für dich auch die Nutzung einer Reha/Kur in den Sommerferien in Betracht? Sprich mit deinen Ärzten.

Wenn du auch sonst mit der ganzen Situation überfordert bist, gibt es die Möglichkeit (über die Krankenkasse) eine Pflegestufe (z.B. Null) zu beantragen. Die wird als Geld und/oder Sachleistung gewährt. D.h. vom dem Geld (ca. 100Euro) sollst du die Möglichkeit haben dich sozial besser integrieren zu können.... und sei es nur das Kaffee trinken mit Schulfreunden, was du dir sonst nicht leisten könntest. Die Sachleistung wäre z.B. eine Haushaltshilfe. Ich propagandiere hier nicht eine Putzfrau auf Staatskosten, sondern eine Hilfe für dich, damit du einen geregelten Tagesablauf hast und dir gezeigt wird wie und was man so bei einer eigenen Wohnung zu erledigen hat. Natürlich wäre es schön, wenn du mit dieser Person alles zusammen erledigen kannst und eine gewisse Routine erlernst und nicht weiter in Depressionen verfällst. Ziel ist ja ein eigenes gesundes Leben mit Schulabschluss, Ausbildung und Zukunftsperspektiven zu haben.

Ansprechpartner sind deine Ärzte, dein Jobcenter (deine FLEX- ich weiß nicht was das ist?), die Kindergeldkasse, die Krankenkasse und das Jugendamt. Ggf. noch das Amtsgericht und eine Sozialberatungsstelle.

Ich kann mich sehr gut in deine Situation versetzen, da es mir ähnlich ging und ich schon mit 16Jahren eine eigene Wohnung hatte. Das ist über 30Jahre her und damals gab es noch nicht so viele Hilfestellungen. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Mut. Bleib gesund und zuversichtlich.

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In solchen schwerwiegenden Gründen wie du sie nennst, wird das Jobcenter dir einen Auszug aus dem Elternhaus sicherlich gewähren . Leg aber auf jeden Fall das Schreiben deiner Psychologin vor. 

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