Frage von JulietteLima, 59

Ab wann greift eine Rechtsschutzversicherung?

Hallo zusammen,

ich hätte eine Frage zur Rechtsschutzversicherung. Habe kürzlich einen Rechtsschutz abgeschlossen, da zuvor noch kein anderer Rechtsschutz bestand habe ich eine dreimonatige Wartefrist, diese läuft Anfang Dezember ab.

Nun habe ich aber gehört, das der Rechtsschutz nur Kosten für Fälle übernimmt die nach dem Datum des Vertragsabschlusses eingetreten sind und nicht davor. Stimmt das?

Expertenantwort
von DEVK, Business Partner, 30

Hallo JulietteLima,

Versicherungsschutz besteht, wenn der Fall nach Ablauf der Wartezeit "eintritt". Diese Aussage gilt mit der üblichen Vorsicht, weil jeder Anbieter das theoretisch auch anders regeln kann.

Wann dein Fall "eingetreten" ist, ist abhängig davon, welche Theorie dein Versicherer anwendet. Es gibt die "Kausalereignistheorie" und die "Folgeereignistheorie" . Dazu ein Beispiel:

Januar 2015: PKW wird fehlerhaft produziert

Januar 2016: Rechtsschutzversicherung wird abgeschlossen (3 Monate Wartezeit)

Juni 2016: Unfall, der auf die fehlerhafte Konstruktion zurückzuführen ist

Wenn die Kausalereignistheorie vereinbart ist, ist die fehlerhafte Produktion der kausale Grund für den Schaden. Da das Auto vor Abschluss der Rechtsschutzversicherung produziert wurde, besteht kein Versicherungsschutz.

Über die Folgeereignistheorie  ist der Unfalltag (Unfall als "Folge" der fehlerhaften Produktion) der Stichtag.Zum diesem Zeitpunkt  war die Rechtsschutzversicherung aktiv und die Wartezeit bereits abgelaufen. Der Fall wäre versichert (wenn kein sonstiger Ausschluss greift)

Du siehst, die Folgeereignistheorie ist für die Kunden deutlich besser. Jeder Kunde sollte bei Vertragsabschluss nachfragen, welche Theorie sein Anbieter
anwendet.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen!

Viele Grüße

Lydia vom DEVK-Team

Kommentar von DolphinPB ,

Korrekt erklärt, greift aber natürlich nur wenn es um Schadenersatz geht. Bei anderem Rechtsschutzbereichen ist der Eintritt des Rechtsschutzfalles naturgemäß anders definiert.

Antwort
von planplants2, 22

Natürlich stimmt das, sonst wäre ja die Idee einer Versicherung dahin. Wenn jeder erst eine Versicherung abschließen würde, wenn es schon einen Schaden gab, hätte die Versicherung bald kein Geld mehr. Der Schaden einer Person wird aus den Beiträgen aller Versicherten gezahlt. Man schließt eine Versicherung ab und ein unvorhersehbares Risiko abzusichern.
Der Rechtsschutzfall der vor Vertragsabschluss eingetreten ist, wird also nicht übernommen.

Antwort
von Apolon, 13

habe ich eine dreimonatige Wartefrist, diese läuft Anfang Dezember ab.

Die dreimonatige Wartefrist gilt bei den meisten Rechtsschutzversicherer nicht für alle Streitfälle.  Z.B. ein Verkehrsunfall ist ab Vertragsbeginn gedeckt.  Alles weitere findest du in den Versicherungsbedingungen.

Mit dem anderen Hinweis hast du natürlich recht, dass Rechtsschutzfälle die vor dem Vertragsabschluss eingetreten sind, nicht übernommen werden.

Antwort
von Antitroll1234, 33

Eigentlich klar oder ? Sonst würde jeder erst nach Eintritt von einem Fall eine solche Versicherung abschließen und die Versicherung würde pleite gehen da diese nur zahlen würde und kein Gewinn erwirtschaftet.

Antwort
von kevin1905, 32

Stimmt das?

Natürlich.

Man kann eine Versicherung nur für zukünftige Schäden abschließen. Nicht für aktuelle oder vergangene.

Antwort
von Herb3472, 26

Denk doch einmal logisch: wenn es möglich wäre, vergangene Ereignisse zu versichern, würde doch niemand mehr eine Versicherung abschließen, bevor er sie in Anspruch nehmen kann.

Antwort
von schleudermaxe, 25

.... immer so, wie es vereinbart wurde, so lese ich die Spielregeln. Frage ggf. einfach Deinen Berater, denn der wird es ja auch wissen.

Beachte: Ein brennendes Haus kann auch nicht mehr versichert werden, somit werden auch in der RS (nur für N.U. RSV) Altlasten nicht brücksichtigt.

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