Ab wann gilt man als Psychopath?

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8 Antworten

Der Begriff "Psychopath" wird in der Alltagssprache sehr großzügig gebraucht.

In der Diskussion über "Psychopathie" ist es notwendig, jeweils zu
klären, ob damit der Krankheitsbegriff gemeint ist, wie ihn die Medizin
verwendet (z.B. entsprechend ICD 10) oder ein breiter gefasster Begriff, wo es
um "das Böse in der Gesellschaft" (Ponerologie; damit v.a. verbunden
der polnische Psychiater Andrzej M. Lobaczewski) geht. Sonst redet man
aneinander vorbei.

Das für unser Gesundheitssystem verwendete Klassifizierungssystem ICD-10 spricht von einer "dissozialen Persönlichkeitsstörung".


F60.2 Dissoziale Persönlichkeitsstörung

Zitat:
Eine Persönlichkeitsstörung, die durch eine Missachtung sozialer
Verpflichtungen und herzloses Unbeteiligtsein an Gefühlen für andere
gekennzeichnet ist. Zwischen dem Verhalten und den herrschenden sozialen
Normen besteht eine erhebliche Diskrepanz. Das Verhalten erscheint
durch nachteilige Erlebnisse, einschließlich Bestrafung, nicht
änderungsfähig. Es besteht eine geringe Frustrationstoleranz und eine
niedrige Schwelle für aggressives, auch gewalttätiges Verhalten, eine
Neigung, andere zu beschuldigen oder vordergründige Rationalisierungen
für das Verhalten anzubieten, durch das der betreffende Patient in einen
Konflikt mit der Gesellschaft geraten ist.  (Zitat Ende)

Für die Diagnose ist aber noch zu prüfen, ob nicht z.B. andere Störungen vorliegen (z.B. emotional-instabile Persönlichkeitsstörung, Substanzabhängigkeiten), die durch ihre Symptomatik fälschlich den Eindruck einer dissoziale Störung machen können. Dazu bedarf es fachlicher Kompetenz und Befugnis.


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Hallo

die genaue Definition sagt dir sicherlich Google. Aber, nicht jeder Psychpath wird zum Mörder.

Im Allgemeinen sind das Menschen, die gefühlskalt sind, die nur nach ihrem eigenen guten Befinden streben. Die es nicht juckt, wenn sie andere Menschen verletzen (psychisch und physisch). Sie interessieren sich nicht für andere Menschen, sind oft manipulativ.

LG

Ich habe dazu gerade ein interessantes Buch von Lydia Benecke gelesen.

Auf dünnem Eis: Die Psychologie des Bösen

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Das läßt sich so genau nicht definieren, es gibt keine spezielle Grenzlinie, vielmehr ist es der Gesamteindruck einer Fachkraft, die die Summe des Verhaltens einer antisozialen Persönlichkiet, sprich Psychopathen bewertet.

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Wenn ein Arzt oder Psychotherapeut eine antisoziale Persönlichkeitsstörung (F60.2) festgestellt hat.

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Der Begriff wird in der modernen Psychiatrie nicht mehr gebraucht.

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Kommentar von Barney123
29.11.2016, 02:39

Hallo 'Goodnight,

Doch, wird sogar intensiv daran geforscht. Er ist aber nicht in die offiziellen Krankheitsdiagnosen aufgenommen worden, siehe Link

https://goo.gl/g5LKJq

Dachte auch bis vor Kurzem, dass das so ist. Musste aber dazulernen. Du hast insofern Recht, dass das, was bis vor einiger Zeit als Pasychopathie oder Soziopathie bezeichnet wurde Heute entweder Antisoziale Persönlichkeitsstörung (WHO) oder Dissoziale Persönlichkeitsstörung (Amerika) genannt wird. Aber besonders schwere Formen wie bei dem Österreicher Fritzl oder z.B. Massenmörder werden Heute durchaus wieder als solche bezeichnet.

LG

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wenn man krankhafte Veränderungen seelischer Art hat.

Das muss nicht zwingend eine Depri sein; auch ein skrupelloser Mensch ohne jedes Gewissen ist ein Psychopath.

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Kommentar von Seanna
27.11.2016, 18:59

Im Laienumfeld ist meist die antisoziale Persönlichkeitsstörung gemeint mit "Psychopath", nicht Psychopathologie im Allgemeinen.

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Hallo NandoDiao,

Wenn ein speziell für dieses Problem oder diese Krankheit ausgebildeter Therapeut oder speziell dafür ausgebildeter Psychiater früher mindestens 30 von 40 möglichen Punkten auf der Psychopathie-Checkliste (PCL) nach Hare erreichte, Heute wird da noch genauer hingeschaut und man geht von einem dimensionalen Konstrukt aus, das mit der PCL-R erstellt wird. Aber wie geschrieben können das nicht alle Psychologen und Psychiater, sondern nur speziell geschulte.

LG

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