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Ab wann gilt man als "psychisch krank"?

Frage von Schneeengel95 Schneeengel95

Mir wurde von einer Person erzählt, die aufgrund von Angstzuständen, Alpträumen, Schlafmangel, Selbstmordgedanken und dem "nicht-leiden-können" des eigenen ich´s jetzt im Krankenhaus ist (psychiatrische Abteilung nennt sich der Teil glaube ich). Sind das denn schon Gründe für die man als... naja wie soll ich das sagen? "psychisch gestört" oder eben als Mensch der behandelt werden muss bezeichnet werden kann und behandelt werden sollte? Vielleicht findet sich ja jemand der sich mit diesem Thema auskennt...? vielen dank für die Antworten schon im voraus

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Antworten (6)

  • 2
    Antwort von volluto volluto

    (hab Psychologie studiert und hoffe, ich kann die Frage "fachgerecht beantworten) Hallo Schneeengel,

    ich nehme jetzt mal an du meinst mit "psychisch gestört", dass jemand eine psychische Störung diagnostiziert bekommt. Um so eine Störung von einem Arzt zugeschrieben zu bekommen, braucht es verschiedene Anzeichen (=Symptome) die sind für psychische Krankheiten in zwei verschiedenen Diagnosebüchern zu finden den ICD-10 (da sind es alle Störungen unter F) oder dem DSM-IV (das beinhaltet nur psychische Störungen). Darin sind unter jeder bekannten(oder benannten) Störung verschiedene Symptome aufgelistet und erst, wenn eine bestimmte Anzahl erfüllt ist, wird die Störung tatsächlich diagnostiziert. Bei einer Depression (so wie du die Symptome schilderstsind das z.B.: Depressive Stimmung, Verlust von Interesse oder Freude, erhöht Ermüdbarkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Suizidgedanken usw.

    Davon unabhängig werden auch alle behandelt, die einen "Leidensdruck" haben und sich (oder andere) gefährden, selbst, wenn sie nicht alle Symptome für eine sichere Diagnose aufweisen.

    Ich hoffe, das konnte dir ein wenig weiterhelfen.

    Kommentar von Schneeengel95 Schneeengel95

    Danke für deine Antwort. Soweit ich weiß überlagern sich doch viele Symptome mit den verschiedenen Störungen (bitte korrigier mich wenn ich falsch lieg) also müsste es doch leicht sein, etwas falsch zu diagnostizieren oder? könnte es dann nicht schlimme Folgen haben, wenn dadurch zum Beispiel ein falsches Medikament gegeben wird?

    Kommentar von volluto vollutovolluto

    nein - da hast du schon recht, die einzelnen Symptome sind nicht spezifisch für eine spezielle Störung. Und manchmal ist es auch schwer sich für eine Diagnose zu entscheiden. Fies ist auch, dass viele psychische Störungen zusammen auftreten. Aber es ist auch nicht so, dass es Medikamente oder auch eine nicht-medikamentöse Therapie gegen EINE spezielle Störung gibt - also Depression oder Schizophrenie. Die werden immer gegen bestimmte Symptome gegeben. Also wenn jetzt zum Bespiel bei der Depression Antriebslosigkeit oder starke Angstzustände vorliegt/vorliegen, wird halt dagegen irgendwas verabreicht.

    Kommentar von Schneeengel95 Schneeengel95

    achso^^ nur, würde das dann nicht heißen das nur die symptome behandelt werden? Also das die Störung an sich dann bleibt? Und sind nicht viele Symptome nur durch Einbildung da? Weil wenn man sich lange genug etwas einbildet glaubt man doch es auch zu spüren, dh. wenn jemand aufmerksamkeit will und sich daraufhin unbewusst eine depression einbildet, kann die person zb. schlecht schlafen und kriegt angstzustände... oder liege ich jetzt völlig falsch? (ich hoffe du verstehst meine frage, ich drücke mich manchmal recht umständlcih aus)

    Kommentar von volluto vollutovolluto

    oooh mein gott - das wird ja ganz schön tricky und komplex. Ich verstehe was du meinst, also das mit der Aufmerksamkeit. Aber die meisten Menschen mit psychischen Störungen bilden die sich definitiv NICHT ein. Es gibt zwar eingebildete "krankheiten"(kenne das eigentlich nur von eingebildeter Schwangerschaft, dass dann tatsächlich auch die Symptome eintreten-bei psychischen Sachen muss ich das Mal nachschauen-klingt interessant ;-)) Ich denke nicht, dass man sich ne klinische Depression einbilden kann, aber wenn das geht, wäre es am Ende ja eine "echte" Depression. Ja man behandelt dann nur die Symptome - das ist auch ein Grund, warum sich Psychologen und "echte" Ärzte (die ja Medizin studiert haben) immer "kloppen". Um tatsächlich die Störung zu behandeln, braucht es dann eine Psychotherapie um herauszufinden, woher die Störung kommt. Es gibt aber auch Depressionen die zustandekommen, weil im Gehirn ein paar Botenstoffe (also die zwischen den Zellen vermitteln) nicht richtig funktionieren und da sind Medikamente fast schon ausreichend um alle Symptome zu beseitigen.

    Jetzt nochmal kurz zu der Aufmerksamkeitshascherei- ja es ist "in" irgendwie nicht ganz "normal" zu sein (gut wer ist das schon!). Ich weiß noch als dieses eine Lied von Silverchair "please die ana" oder so (ging um Magersucht) in den Charts war, hatten plötzlich alle Mädels Magersucht - das hat irgendwie ziemlich genervt. Auch Depressionen sind so eine Sache, im Laufe der Entwicklung und vor allem im Jugendalter (da wird das Gehirn umstrukturiert, deswegen ist man da sowieso ein bisschen "bekloppt") gibt es immer mal wieder Phasen wo man sich nicht richtig wohl fühlt, unzufrieden mit dem Körper, depressiv verstimmt etc. ist. Eigentlich ist das ganz normal. Es wird dann halt nur kritisch, wenn es gar nicht mehr weggeht oder tatsächlich soo schlimm wird, dass man gar nicht mehr klarkommt und nicht mehr rausgehen will, nix mehr essen oder auch konkrete Pläne macht, sich das Leben zu nehmen.

    Kommentar von Schneeengel95 Schneeengel95

    ja ich find das auch ziemlich interessant ^^ also im endeffekt heißt das, wenn ich mir eine depression einbilde, hab ich nach gewisser zeit auch eine. Und dann muss man zum Arzt gehen und sich helfen lassen, sobald es einen selbst bzw. die anderen Mitmenschen stört. Richtig?

    Kommentar von volluto vollutovolluto

    also platt gesagt: Nein ;-) man kann sich keine (also eine klinische) Depression nur einbilden. Es kann sein, das man eine Depression HAT, die im beginnen ist, dann denkt man vielleicht "ich hab ne Depression" und es wird schlimmer (genauso gut kann man das aber auch nicht denken und es wird trotzdem schlimmer). Man kann nicht an einem Tag völlig "normal" (oder sagen wir mal symptomfrei) sein und am nächsten redet man sich ein, keinen Appetit mehr zu haben (oh wär das schön, wenn das ging ;-)), keine Lust mehr am Leben, Traurigkeit usw. und dann ist es tatsächlich so. Das bezieht sich jetzt wirklich auf's EINREDEN. Es geht natürlich, dass man das plötzlich empfindet (wäre zwar ungewöhnlich aber möglich). Bei ner klinischen Depression müssen die Symptome mind. ein paar Wochen durchgängig vorliegen. und nochmal kurz zu dem Stören - es darf dich nicht einfach nur "stören" damit es behandelt wird, es muss dich (oder andere) richtig in ihrem Leben beeinträchtigen.

    Wieso interessiert es dich eigentlich, denkst du, dass du dir oder jemand anderes sich einbildet, gestört zu sein?

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    Antwort von seirios seirios

    Eine Störung ist etwas, was die Lebensführung auf irgendeine Weise einschränkt oder "stört". Wenn die Störung psychischer Natur ist, dann ist die Person psychisch gestört.

  • 1
    Antwort von nowka2 nowka2

    krank ist man, wenn man mit seiner psychischen "macke" nicht mahr alleine zurechtkommt.

  • 0
    Antwort von sanba sanba

    Hallo Schneeengel95,

    Angstzustände allein, sind, wenn sie das alltägliche Leben negativ beeinflussen, schon eine psychische Störung. Selbstmordgedanken lassen jeden Arzt aufhorchen, der zwangsläufig denkt: "na, dann stecken wir die lieber 'mal vorsichtshalber weg!". Um die Patientin, aber auch sich selbst, bzw. das entsprechende KH zu schützen, wg, etwaiger Forderungen, wenn "man nicht reagiert hätte". (Hört sich unmenschlich an und ist z.T. auch so!)

    Der Arzt muss der Ursache auf den Grund gehen, denn: Schlafmangel verursacht mitunter Alpträume, die dann wiederum zu Schlafmangel führen. Das führt auf Dauer dazu, dass man einfach "fix und fertig" ist und sich irgendwann selber nicht mehr leiden mag, weil man, z.B. nichts mehr geniessen kann, nicht mehr lachen kann,...

    In solchen Fällen gilt immer: die Person sollte sich dringend psychologische Hilfe holen, die zusammmen mit ihr, den Ursachen auf den Grund geht. Die müssen beseitigt werden, dann wird das Andere sich vonn alleine lösen! Selbstmordgedanken, v.a. geäusserte, sind immer ein Hilferuf! Ihre Psyche ist eigentlich noch ganz ok, nämlich auf Selbstschutz programmiert. Aber sie braucht dringend Hilfe!

    Grüsse sanba

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    Antwort von DasTeam DasTeam

    Gute Frage!

    Ich denke die Einteilung der Menschen in gestört und normal ist unsinnig. Es gibt Menschen mit Verhaltensmuster, die man verschieden nach ICD klassifizieren könnte, die aber glücklich sind und mit sich und seinen Mitmenschen klarkommen. Ich denke jeder sollte als Mensch behandelt und bezeichnet werden. Und es muss auch nicht immer alles behandelt werden. Erst wenn ein Mensch für sich erkennt, dass sein Verhalten ihn unglücklich macht (oder er für andere Menschen zum Problem wird) halte ich die Behandlung von Verhalten für sinnvoll und auch notwendig.

    Liebe Grüsse

    EinevomTeam

    Kommentar von Schneeengel95 Schneeengel95

    Gute Antwort! ;) Ich habe dieselbe Einstellung was die Einteilung betrifft, zumindest habe ich noch keinen "normalen" Menschen kennengelernt. Aber das eine Behandlung sinnvoll ist wenn jemanden sein eigenes Verhalten unglücklich macht.... naja, ich weiß nicht wies den anderen so geht aber ich bin nie ganz zufrieden mit mir ;) außerdem glaube ich dass sowieso viel zu viele Menschen glauben sie müssten behandelt werden, da fast jeder Psychiater/Psychologe überfüllt ist. (bitte nicht als angriff gegen Menschen in Behandlung sehen, ich weiß ja nicht was jeder einzelne für Probleme hat, ich gehe nur von der Überfüllung der Ärzte aus) Sind da dann die Ärzte nicht genervt wenn "schon wieder" jemand kommt?

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    Antwort von geckobruno geckobruno

    ja, da sind psychische Störungen und wenn es um klare Suizid-Gedanken geht, ist der Aufenthalt in einer Klinik gerechtfertigt. Und psychische Störungen sind nicht ansteckend und man kann das auch so aussprechen............immerhin gehören sie zu den häufigsten Ursachen für eine frühe Rente und sie sind immer mehr ansteigend...................

    Kommentar von Schneeengel95 Schneeengel95

    naja, ich habe mal gehört dass viele, wenn nicht gar fast alle Jugendliche Selbstmordgedanken haben.... Ich weiß das vielleicht meine Fragerei ziemlich unlogisch und blöd klingt, aber für mich ergibt das keinen sinn wegen solchen dingen in einer Klinik zu sein, für mich war das irgendwie nur für die Menschen etwas die so richtige psychische Krankheiten haben, also zum Beispiel Schizophrenie oder solche dinge..

    Kommentar von geckobruno geckobrunogeckobruno

    man muß ja gucken, woher diese ganzen Sachen kommen, Suizid-Gedanken haben viele, das stimmt, aber viele haben eben ganz reale Vorstellungen und auch schon Planungen, da muß man dann schon helfen, und auch Angststörungen kommen nicht von irgendwoher, und wenn man diese nicht behandelt, dann werden sie immer schlimmer und könne dann wieder zu verstärkten Suizid-Gedanken führen..........ein Kreislauf, der unterbrochen werden muß...........

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